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«Hot Huthi» geht mit Videos viral – das steckt dahinter

«Hot Huthi» und «Jihadi Depp» – Jemenit geht nach Tiktok-Videos viral

Er besuchte Jemens neuste Attraktion und wurde selbst zu einer: Rashid Al-Haddad. Die Videos des jungen Jemeniten auf dem Frachter «Galaxy Leader» gingen viral und brachten ihm diverse neue Nicknamen ein.
18.01.2024, 19:4718.01.2024, 19:47

Mit ernster Miene steht er auf dem Deck eines Schiffes, die Sonne scheint ihm ins Gesicht, der Wind weht im durch das volle Haar. Seine Hand umklammert eine Stange, an der die jemenitische Flagge flattert – und die Internetgemeinde dreht durch. Sie nennen ihn den «Hot Huthi» oder «Jihadi Depp».

Dass die Videos eigentlich von ernsthaftem Inhalt sind, interessiert die verknallten Internetuserinnen und -user herzlich wenig. Sie haben nur noch Augen für den ihrer Meinung nach «Hot Houthi». Sein voluminöses Haar und die grünen Augen brachten ihm bereits den Übernamen «Timhouthi Chalamet», angelehnt an Hollywood-Schauspieler Timothy Chalamet, ein.

Der «heisse Huthi» – der eigentlich Rashid Al-Haddad heisst, und von dem man gar nicht weiss, ob er wirklich ein Huthi ist – erinnerte am Dienstag auf Twitter daran, worum es ihm mit seinen Beiträgen wirklich geht. Auf X teilte er einen Screenshot eines von Newsweek publizierten Artikels und schrieb dazu:

«Ich habe weder über Schönheit noch über irgendetwas anderes gesprochen, unser Anliegen ist Palästina, und dies ist nicht der Zeitpunkt, um über Schönheit zu sprechen.»

Was steckt hinter Al-Haddads Videoaufnahmen?

Al-Haddad befindet sich auf den Aufnahmen nicht auf irgendeinem Schiff, sondern auf dem riesigen Autofrachter «Galaxy Leader». Dieser wurde von den jemenitischen Huthi-Rebellen am 19. November in einer filmreifen Aktion gekapert.

Video: twitter

Seither steht er im jemenitischen Hafen von Hoediah, wo er gemäss Videos und Bildern in den sozialen Medien als Touristenattraktion genutzt wird. Die 25 Besatzungsmitglieder, zusammengesetzt aus verschiedenen Nationalitäten, befinden sich noch immer an Bord.

Die Videos vom «Hot Huthi» dürften kurz nach dem Kapern des Frachters entstanden sein. Am 29. November teilte er auf Instagram ein Video, das ihn und weitere Männer auf einem Boot zeigt, welches sich vom Frachter zu entfernen scheint. Darin rufen sie Israel dazu auf, mit dem Töten von Palästinensern aufzuhören.

Bereits seit November machen die jemenitischen Huthi-Rebellen das Rote Meer unsicher, um sich damit mit den Palästinensern im Gaza-Streifen zu solidarisieren. Im Dezember verkündeten sie, Schiffe auf dem Weg zu israelischen Häfen so lange zu blockieren, bis Israel die Einfuhr von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe in den Gaza-Streifen erlaube.

Al-Haddad scheint der plötzlichen Aufmerksamkeit derweil nicht abgeneigt zu sein: Er macht fleissig Screenshots von allen Beiträgen, in denen er erwähnt wird, und postet auf seinen Social-Media-Kanälen immer wieder dieselben Clips, die bereits viral gegangen sind. Ob er tatsächlich ein Huthi ist oder nicht, hat er bisher nicht bestätigt. In einem Interview mit Twitch-Streamer Hasan Piker übersetze der anwesende Dolmetscher eine entsprechende Frage mit:

«Seine Antwort ist: Er ist Jemenit und steht zu Palästina.»

Auch das dürfte der Internet-Gemeinde egal sein. Für sie bleibt er der «Hot Houthi».

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