International
Leben

Pech für Österreich: Ihre Oscar-Hoffnung «Joy» wurde disqualifiziert

Pech für die Österreicher: Ihre Oscar-Hoffnung «Joy» wurde disqualifiziert

12.11.2019, 10:3812.11.2019, 10:38
FILE - This Feb. 26, 2012 file photo, shows an Oscar statue on the red carpet before the 84th Academy Awards in Los Angeles. The 88th Academy Awards nominations will be announced on Thursday, Jan. 14, ...
Geht nicht nach Österreich: Der Oscar.Bild: AP/AP

Keine Hoffnungen kann sich Österreich diesmal auf einen Auslands-Oscar machen: Der heimische Kandidat, das Prostitutionsdrama «Joy» von Regisseurin Sudabeh Mortezai, wurde von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgrund eines zu hohen englischen Sprachanteils abgelehnt.

Einen Bericht des «Hollywood Reporter» bestätigte am Dienstag der Fachverband der Film- und Musikindustrie (FAMA). Man habe diesbezüglich am Montag ein Schreiben des Exekutivkomitees der Academy erhalten, erklärte FAMA-Geschäftsführer Werner Müller der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zwar werde man Protest gegen die Entscheidung einlegen, wirkliche Chancen dafür rechne er sich aber nicht aus.

«Es wurde so spät entschieden, dass uns eigentlich die Möglichkeit genommen wurde zu berufen oder einen anderen Film nachzunominieren», so Müller. «Es ist höchst bedauerlich - für den Film und alle anderen Filme, die ursprünglich ebenfalls in Erwägung gezogen wurden.» Die Entscheidung müsse man allerdings «so zur Kenntnis nehmen».

Disqualifikation: «politische Entscheidung»

Der Auswahljury sei die Sprachmischung von «Joy» durchaus bewusst gewesen. Neben Deutsch und nigerianischen Sprachen sei der Film auch in einem Pidgin-Dialekt gedreht worden, «den man so in den USA sicherlich untertiteln müsste. Das ist einfach die Sprache des Milieus», betonte der FAMA-Geschäftsführer.

Für ihn ist die Disqualifikation auch eine «politische Entscheidung». Müller verwies damit auf den nigerianischen Beitrag «Lionheart», der von der Academy kürzlich ebenfalls mit derselben Begründung aus dem Rennen genommen wurde.

Die Nominierungen für den Auslands-Oscar sollen am 13. Januar 2020 bekannt gegeben werden. Die Vergabe der 92. Academy Awards erfolgt am 9. Februar 2020 in Hollywood.

In «Joy», dem zweiten Spielfilm von Mortezai, behandelt die Regisseurin die Situation nigerianischer Sexarbeiterinnen in Wien und zeigt dabei ein perfides System von Hoffnung und Ausbeutung. Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde der Film sowohl mit dem erstmals an eine herausragende Filmemacherin vergebenen Hearst Prize als auch mit dem Label Europa Cinemas ausgezeichnet. Es folgten Hauptpreise bei den Festivals von London, Chicago und Marrakesch. (aeg/sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Oscars: Tortur für den Roten Teppich
1 / 10
Oscars: Tortur für den Roten Teppich
Jennifer Lopez bei den Oscars 2015: Perfektion ist der Anspruch, Strapazen der Weg dorthin.
quelle: chris pizzello/invision/ap/invision / chris pizzello
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump ist für «Schlechtester Darsteller» nominiert
Video: srf
Camouflage gibt ein Comeback – das steckt dahinter
Das Tarnmuster war bereits Anfang der 2000er-Jahre ein Modetrend – nun ist es zurück. Warum das Muster immer wieder als Zeichen des Protests gegen Krieg eingesetzt wird und wie es heute getragen wird.
Ob Bomberjacke, Trenchcoat oder Springerstiefel: Aus der Welt des Militärs war schon manch ikonisches Fashion-Piece geboren. Nun ist auch noch das Camouflage-Muster zurück. Auf den Strassen ist es schon länger zu beobachten. Aber auch für 2027 ist Camouflage Trend, schreibt «Fashion United».
Zur Story