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Liebesnest am Waldrand: Wie «El Mencho» in die Falle ging

Soldiers stand guard in Cointzio, Michoacan state, Mexico, Sunday, Feb. 22, 2026, after the death of the leader of the Jalisco New Generation Cartel, Nemesio Oseguera Cervantes, known as "El Menc ...
Soldaten stehen am Sonntag, 22. Februar 2026, in Cointzio im mexikanischen Bundesstaat Michoacán Wache, nachdem der Anführer des Jalisco New Generation Cartel, Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als «El Mencho», getötet wurde.Bild: keystone

Liebesnest am Waldrand: Wie «El Mencho» in die Falle ging

23.02.2026, 20:3623.02.2026, 20:36

Bei dem Militäreinsatz gegen den mächtigsten Drogenboss Mexikos spielen eine Frau, eine Hütte am Waldrand und eine Flucht ins Gebüsch eine wichtige Rolle. Einen Tag nach der Tötung von Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» gewährte das Militär detaillierte Einblicke in sein Vorgehen.

Mit Hilfe von US-Geheimdienstinformationen und eigener Überwachung war es dem mexikanischen Militär gelungen, den Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aufzuspüren. An dem Einsatz waren nach Angaben von Präsidentin Claudia Sheinbaum ausschliesslich mexikanische Sicherheitskräfte beteiligt.

Ermittler heften sich Geliebter an die Fersen

Bei den Ermittlungen wurde laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla zunächst ein Mann als Vertrauensperson einer Geliebten von «El Mencho» identifiziert. Zwei Tage vor dem Militäreinsatz brachte der Mann die Frau zu dem Drogenboss in einen Hüttenkomplex am Wald nahe Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Die Frau verliess den Ort am nächsten Tag. «El Mencho» blieb in der Hütte.

Als das Militär ihn schliesslich festnehmen wollte, leisteten die schwer bewaffneten Leibwächter des Drogenbosses erbitterten Widerstand und es kam zu heftigen Kämpfen. Mit seinem engsten Kreis an Gefolgsleuten floh «El Mencho» schliesslich in den Wald. Er habe sich im Gebüsch versteckt, sagte Trevilla. Dort sei es wieder zu einer Schiesserei gekommen. Ein Militärhubschrauber sei von Schüssen getroffen worden.

Verteidigungsminister bricht in Tränen aus

Bei den Gefechten wurden den Angaben zufolge «El Mencho» und zwei seiner Leibwächter schwer verletzt. Ein Helikopter sollte sie in eine Klinik in Jalisco bringen. Auf dem Weg erlag der Drogenboss allerdings seinen Verletzungen. Der Plan wurde daraufhin geändert, wie Trevilla sagte. Das Militär flog den toten Drogenboss nun nach Morelia im Bundesstaat Michoacán. Dort wartete ein Jagdflugzeug der Luftwaffe, das die Leiche schliesslich nach Mexiko-Stadt transportierte.

Angesichts der hohen Zahl der getöteten Soldaten brach General Trevilla bei der Pressekonferenz in Tränen aus. Mindestens 25 Angehörige der Nationalgarde kamen bei Angriffen von Bandenmitgliedern nach der Festnahme des Drogenbosses ums Leben. (sda/dpa)

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