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Naher Osten

«Saudi-Arabien sollte damit aufhören, Menschen für ihren persönlichen Glauben einzusperren»

«Saudi-Arabien sollte damit aufhören, Menschen für ihren persönlichen Glauben einzusperren»

23.11.2015, 17:2123.11.2015, 17:50

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat das Todesurteil Saudi-Arabiens gegen einen palästinensischen Schriftsteller wegen angeblicher Gotteslästerung scharf kritisiert. «Egal, was (Aschraf) Fajad gesagt oder nicht gesagt hat, Saudi-Arabien sollte damit aufhören, Menschen für ihren persönlichen Glauben einzusperren», sagte die HRW-Direktorin für den Nahen Osten, Sarah Leah Whitson in einer Stellungnahme am Montag.

Die Aussicht, dass der 35-jährige Künstler enthauptet werde, verschlimmere die Ungeheuerlichkeit der Gerichtsentscheidung. Ein saudisches Gericht hatte Fajad vor etwa einer Woche zum Tod verurteilt, weil er sich unter anderem in einem seiner Bücher blasphemisch geäussert haben soll.

Er bestreite die Vorwürfe und könne binnen 30 Tagen Berufung einlegen, hiess es in der HRW-Mitteilung. Fajad sei im August 2013 festgenommen worden, nachdem er in einem Café Gott, den Propheten und den saudischen Staat beleidigt haben soll.

Saudi-Arabien vollstreckte 2015 laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International so viele Todesurteile wie seit 20 Jahren nicht mehr. Seit Januar seien mindestens 151 Menschen exekutiert worden – fast die Hälfte wegen minderschwerer Vergehen wie Drogendelikten. Die steigende Zahl der Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman im Januar. (sda/dpa)

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