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Naher Osten

Zweiwöchige Waffenruhe im Jemen endet ohne grosse Hoffnung

Zweiwöchige Waffenruhe im Jemen endet ohne grosse Hoffnung

23.04.2020, 17:3923.04.2020, 17:39
Saudi-Arabien hat eine Waffenruhe für Jemen angekündigt. (Archivbild)
Bild: EPA

Die zweiwöchige Waffenruhe im Jemen hat kaum Aussichten auf eine Entspannung des Konflikts gebracht. Die einseitige Waffenruhe des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im ärmsten arabischen Land die Huthi-Rebellen bekämpft, lief am Donnerstag aus.

Seit Beginn hatten sich die Konfliktparteien mehrfach Verstösse vorgeworfen. Augenzeugen zufolge kam es jeden Tag zu Kämpfen.

Die jemenitische Armee erklärte, an verschiedenen Fronten Dutzende Rebellen getötet zu haben. Ein Militärsprecher sagte, die Huthis hätten seit Beginn der Feuerpause mehr als 1400 Angriffe gestartet, unter anderem mit ballistischen Raketen und Drohnen. Das saudisch geführte Militärbündnis kämpft an Seite der Regierung und bombardiert seit 2015 Stellungen der Huthis.

Die Milizen erklärten ihrerseits, Dutzende Soldaten der Regierung getötet zu haben. Genaue Opferzahlen nannte keine der beiden Seiten. Die Huthis warfen ihren Gegnern vor, seit Beginn der Waffenruhe 500 Luftangriffe geflogen zu haben.

Der Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bevölkerung leidet unter dem Bürgerkrieg, zudem sind Tausende derzeit von Überschwemmungen nach schweren Regenfällen betroffen. Dabei kamen in der Hafenstadt Aden mindestens zehn Menschen ums Leben. Beobachter fürchten ausserdem, dass eine Ausbreitung des Coronavirus das Land hart treffen könnte. Offiziell ist im Jemen bisher erst eine Infektion gemeldet.

«Die jemenitischen Krankenhäuser stehen schon unter hohem Druck, auch ohne die Bedrohung des Coronavirus», sagte Avril Patterson, Gesundheitskoordinatorin beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz für den Jemen. Zum Beginn des Fastenmonats Ramadan, der im Jemen am Freitag beginnt, komme nun die Regenzeit. Damit verbunden sind Infektionskrankheiten wie Cholera, Diphtherie und Denguefieber. (sda/dpa)

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Machtkampf im Jemen
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