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Panama Papers bringen nun auch FIFA-Boss Gianni Infantino ins Schwitzen



Nach diversen Politikern und Prominenten hat nun auch der Schweizer FIFA-Boss wegen der Enthüllungen Ärger am Hals: Wie der britische Guardian berichtet, hat Gianni Infantino im Jahr 2006 Verträge mit Hugo Jinkins unterschrieben.

FIFA President Gianni Infantino attends a press conference at the Soccer Federation headquarters in Bogota, Colombia, Thursday, March 31, 2016. Infantino is on a two-day official visit to Colombia. (AP Photo/Fernando Vergara)

Gianni Infantino muss sich Fragen stellen lassen.
Bild: Fernando Vergara/AP/KEYSTONE

Der Sportrechtehändler war auf Geheiss von US-Behörden im Mai 2015 in Zürich verhaftet worden und steht wie sein Sohn Mariano in seiner Heimat Argentinien unter Hausarrest. Bisher hatte Infantino stets bestritten, mit Jinkins oder dessen Firma «Full Play» Geschäfte gemacht zu haben.

Der Schweizer hat demnach 2006 in seiner Funktion als Chef der Rechtsabteilung der UEFA neben zwei weiteren Funktionären den Verkauf von TV-Rechten der UEFA-Vermarkter-Firma «Team» an «Cross Trading» abgesegnet, die wiederum Jinkins «Full Play» gehört. Es ging um die Übertragungsrechte der Champions League in Ecuador, für die 111'000 Dollar fällig wurden.

This combo of three pictures released by Interpol shows undated portraits, from left, of Mariano Jinkis, Hugo Jinkis and Alejandro Burzaco. The men, with ties to FIFA, were added to Interpol's most wanted list on Wednesday, June 3, 2015, accused of paying more than $100 million in bribes for media and commercial rights to soccer tournaments. (Interpol via AP)

US-Behörden ermitteln gegen die Argentinier Mariano und Hugo Jinkins.
Bild: AP/INTERPOL

Cross Trading verkaufte die Rechte kurz danach an «Teleamazonas» – für 311'170 Dollar. Auch wenn die Marge von 200'000 Dollar relativ klein erscheint, ist die Gewinnspanne von 180 Prozent dennoch verdächtig. In den Folgejahren sollen sich sich ähnliche Deals zwischen «Cross Trading» und «Teleamazonas» wiederholt haben, weiss der Tages-Anzeiger.

Bleibt die Frage, warum Gianni Infantino geleugnet hat, mit Jinkins Geschäfte gemacht zu haben. Die FIFA erklärt, ihr Präsident habe sich dabei auf Informationen der UEFA berufen. Der Schweizer habe damals diverse Verträge unterzeichnet und könne nicht alle Einzelheiten im Kopf haben.

Als jene Verträge im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 abgeschlossen wurden, habe ausserdem niemand wissen können, dass «Cross Trading» Jahre später in einen Schmiergeldskandal verwickelt sein würde. Infantino selbst äusserte sich bis dato nicht zu den neuen Enthüllungen.

>>> Zur den ausführlichen Infantino-Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» geht es hier

Infantino kickt mit Figo, Deco und Co.

(phi)

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