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Nawalny-Unterstützer schlägt Alarm: «Sie bringen ihn allmählich um»

ARCHIV - Alexej Nawalny, Oppositionsf
Alexej Nawalny: Der Regierungskritiker werde über das Essen vergiftet, warnen seine Unterstützer.Bild: sda

Nawalny-Unterstützer schlägt Alarm: «Sie bringen ihn allmählich um»

Sorge um Alexei Nawalny: Der inhaftierte russische Regimekritiker befinde sich im «kritischen Zustand» und werde über die Nahrung vergiftet, warnen Unterstützer.
16.04.2023, 08:4016.04.2023, 08:40
Ein Artikel von
t-online

Russlands prominentester Oppositionspolitiker hat offenbar erneut mit schweren Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Wie der russische Aktivist Ruslan Schaweddinow dem «Guardian» erzählt, habe Nawalny mit starken Magenschmerzen zu kämpfen. Die Schmerzen könnten von einem langsam wirkenden Gift herrühren, so der Nawalny-Unterstützer.

Vergangene Woche soll ein Krankenwagen in die Hochsicherheitskolonie IK-6 ins russische Melechowo gerufen worden sein. In der Stadt, rund 200 Kilometer östlich von Moskau, befindet sich Nawalnys Haftanstalt. «Sein Zustand ist kritisch, wir sind alle sehr besorgt», sagte Schaweddinow zum «Guardian». Die Gefängnisbehörden weigerten sich, Nawalny in ein Krankenhaus einliefern zu lassen. Es kämen keine Informationen über seinen Gesundheitszustand nach aussen, weil die Haftleitung alles tue, um Nawalny zu isolieren.

Schaweddinow sagte, sein Team glaube, dass Nawalny langsam vergiftet werde. «Unsere Theorie ist, dass sie ihn allmählich umbringen, indem sie ein langsam wirkendes Gift verwenden, das über die Nahrung verabreicht wird», so der Aktivist zum «Guardian».

Schon zuvor hatte Nawalnys Anwalt auf den Gesundheitszustand des Oppositionellen aufmerksam gemacht. Wadim Kobsew sprach auf Twitter von «einer unbekannten Krankheit, die niemand behandelt». Der 46 Jahre alte Nawalny, der schon zuvor abgemagert gewesen sei, habe innerhalb von zwei Wochen noch einmal acht Kilogramm an Körpergewicht verloren. Medikamente, die Nawalnys Mutter schicke, gebe die Gefängnisleitung nicht weiter.

Kobsew schrieb weiter, er schliesse nicht aus, dass Nawalny, der 2020 nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift «Nowitschok» überlebte, nun erneut gezielt krank gemacht werde. Sein Mandant leide unter «Krisen» und er hält es für möglich, dass die Behörden seinen Gesundheitszustand sich «nicht plötzlich, sondern schrittweise» verschlechtern lassen wollen. Er fordere deshalb eine toxikologische und radiologische Untersuchung seines Mandanten.

Nawalny sieht seine neue Einzelhaft als Strafe für eine Recherche über Korruption in der Gefängnisbehörde. Der von Nawalny geleitete Fonds für Korruptionsbekämpfung (FBK) hatte zuletzt einen Beitrag über den überteuerten Ankauf von Lebensmitteln in russischen Gefängnissen veröffentlicht. Nawalny hat aus dem Gefängnis heraus häufig die russische Invasion in der Ukraine kritisiert und die Russen zum Protest gegen die Regierung aufgerufen.

Verwendete Quellen:

  • guardian.com: Alexei Navalny in ‘critical’ situation after possible poisoning, says ally (englisch)

(t-online/dm)

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