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Schweizer Militärexperte sieht Russland gestärkt

KHARKIV, UKRAINE - JANUARY 24: Ukrainian flags are placed on the graves of soldiers at a Khrakiv cemetery on January 24, 2023 in Kharkiv, Ukraine. Nearly one year after Russian President Vladimir Puti ...
Es ist nicht so, dass die Ukraine am Ende ist. Russland hat im Moment jedoch die Oberhand, wie Experte Niklas Masuhr sagt.Bild: Getty Images Europe

Schweizer Militärexperte sieht Russland gestärkt

25.01.2023, 08:4125.01.2023, 08:41

Im Krieg gegen die Ukraine hat Russland nach Einschätzung eines Schweizer Militärexperten eine Schwächephase überwunden. «Wir steuern auf eine Gemengelage zu, in der Kampfpanzer mit Blick auf die Verteidigung und Gegenoffensiven eine wichtige Rolle spielen», sagte Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der ETH Zürich, der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Herbst habe Russland seine Position verbessert, etwa durch die Errichtung von Verteidigungslinien.

Die Nachrüstung der ukrainischen Panzer sei erschwert, weil Russland viele Fabriken und Fertigungsstrassen etwa für Panzermunition zerstört habe. Die Nato-Staaten hätten alten Reserven bereits zur Verfügung gestellt. Entsprechend rückten jetzt westliche Kampfpanzer wie der Leopard aus deutscher Produktion oder der Abrams aus den USA in den Fokus. Nach wochenlangem Hin und Her hat Deutschland nach Angaben aus Koalitionskreisen von Dienstagabend die Lieferung von Leopard-Panzern bewilligt.

Mit einem Minimum von 100 westlichen Panzern könne die Ukraine eine Panzerbrigade nach westlichem Modell ausrüsten, sagte Masuhr. «Kampfpanzer sind aber keine Wunderwaffe. Sie müssen im Verbund eingesetzt und repariert werden und mit Munition ausgestattet werden.» Der Experte wies zudem auf einen logistischen Alptraum für die Ukraine hin, falls die Lieferungen nicht gut abgestimmt würden. Selbst verschiedene Versionen des gleichen Typs bedeuteten zusätzliche Herausforderungen.

Logistiksystem darf nicht kompliziert sein

«Wenn die Ukraine auch längerfristig befähigt werden soll, sich zu verteidigen, ist es wichtig, dass das Logistiksystem nicht übermässig kompliziert ist», sagte Masuhr. Für die Ukraine wäre es wohl insbesondere hilfreich, wenn Komponenten westlicher Panzer jenseits der Grenzen teils gewartet und repariert würden - wie dies bei Artilleriegeschützen bereits geschehen.

Zum Kriegsverlauf sagte der Militärexperte: «Die Ukraine hat ihre bisherigen Gegenoffensiven in russischen Schwächephasen durchgeführt, insbesondere im Herbst. Seitdem hat Russland sich aber konsolidiert und auf Kommandoebene eine stetere Hand.» Die Ukraine könne sich auch nicht darauf verlassen, dass sich «russische Unzulänglichkeiten aus dem ersten Jahr notwendigerweise wiederholen werden». Der Krieg dauert bereits seit Februar vergangenen Jahres. (cpf/sda/dpa)

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quelle: keystone / evgeniy maloletka
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