Ukraine meldet erste Drohnenrettung eines Verwundeten
Zum Einsatz kam ein grosser Hexacopter des ukrainischen Herstellers Gurzuf Defense. Ein veröffentlichtes Video zeigt, wie die Drohne zu einem auf einem Feld sitzenden Soldaten hinabsinkt. Dieser befestigt sich mit Gurten und Karabinern am Fluggerät, bevor er ausgeflogen wird.
Nach Angaben der beteiligten Einheiten war eine Evakuierung am Boden wegen verminten Geländes und starker russischer Drohnenpräsenz zu gefährlich. Der Verwundete gehörte der 30. mechanisierten Brigade an, an der Rettung waren unter anderem auch Soldaten der 92. Sturmbrigade beteiligt.
62 Kilometer in 74 Minuten
Der Hersteller beziffert die Dauer des Einsatzes auf eine Stunde, 14 Minuten und 36 Sekunden. Insgesamt legte die Drohne dabei 62 Kilometer zurück. Während des Flugs mussten der Luftraum überwacht und Massnahmen gegen elektronische Störungen getroffen werden.
Der Soldat wurde anschliessend weiter medizinisch versorgt. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte ist sein Leben nicht mehr in Gefahr.
Kiew bezeichnet den Einsatz als erste dokumentierte Evakuierung eines Verwundeten per Flugdrohne direkt aus einem Kampfgebiet. Unabhängig überprüfen lässt sich dieser Anspruch nicht.
Hersteller warnt vor Routineeinsätzen
Eine neue Standardmethode für Verwundetentransporte dürfte daraus vorerst dennoch nicht werden. Auch Gurzuf Defense selbst warnt vor den Risiken.
Ein verwundeter Soldat hängt während eines solchen Flugs ungeschützt unter einer vergleichsweise grossen und damit gut sichtbaren Drohne. Zudem bleibt das Fluggerät anfällig für Beschuss und elektronische Störungen.
Der Hersteller bezeichnet den Luftweg deshalb als Ausnahme für Situationen, in denen andere Rettungsmöglichkeiten zu gefährlich oder unmöglich sind. Zivile Rettungseinsätze mit Flugdrohnen wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrfach dokumentiert, unter anderem in China. (mke)
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