Vergewaltigungsvorwürfe an US-Elite-Uni: Neue Untersuchung geplant
Rund zwei Jahre nach der Anzeige einer jungen Frau wegen einer Vergewaltigung an der US-Elite-Universität Cornell hat die Staatsanwaltschaft eine neue Untersuchung angekündigt. Es werde geprüft, ob der Fall zur Anklage gebracht werden könne, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Tompkins County im US-Bundesstaat New York mit.
Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, forderte zudem eine unabhängige Untersuchung des Falls. Die Vorwürfe der jungen Frau seien «entsetzlich». Zuvor hatte die junge Frau gegen ihre Universität, zwei Verbindungen und sieben Männer Klage eingereicht. Ihrer Darstellung zufolge war sie 2024 in einem Verbindungshaus mehrere Stunden lang von mehreren Männern vergewaltigt worden. Sie hatte der Polizei kurz danach davon berichtet, der Fall war aber nicht zur Anklage gekommen.
Anlaufstellen für Opfer von sexueller Gewalt
Sexuelle Übergriffe können in den unterschiedlichsten Kontexten stattfinden. Hilfe im Verdachtsfall oder bei erlebter sexueller Gewalt bieten etwa die kantonalen Opferhilfestellen oder die Frauenberatung Sexuelle Gewalt. Die Opferhilfe ist auch über die nationale Nummer 142 erreichbar. Für Jugendliche oder in der Kindheit sexuell ausgebeutete Erwachsene gibt es in Zürich die Stelle Castagna. Betroffene Männer können sich an das Männerbüro Zürich wenden. Wenn du dich sexuell zu Kindern hingezogen fühlst oder jemanden kennst, der diese Neigung hat, kann dir diese Stelle weiterhelfen.
Der Fall sorgt in den USA für Schlagzeilen und hitzige Diskussionen, in die sich auch Stars einmischen. Für harsche Kritik hat etwas gesorgt, dass die Universität Cornell die mutmasslichen Vergewaltiger nur mit sehr milden Strafen bestraft haben soll. So berichtete CBS, dass fünf der sieben Männer bloss Workshops besuchen oder einen Aufsatz verfassen mussten.
Es handele sich um eine «schreckliche Tat», schrieb beispielsweise die Schauspielerin Florence Pugh bei Instagram. Sie forderte Männer auf, sich ebenfalls dazu zu äussern. «Seid doch bitte mit uns sauer.» (sda/dpa)
