International
USA

Paramount stellt Weichen für Wegzug aus Kalifornien

FILM HISTORY: PARAMOUNT PICTURES. Paramount Pictures logo. Credit: Album
Paramount – ein Hollywood-Urgestein vor einer ungewissen Zukunft.Bild: www.album-online.com

Paramount stellt Weichen für Wegzug aus Kalifornien

Der Unterhaltungskonzern Paramount stellt laut Medienberichten die Weichen für einen Wegzug aus Kalifornien. Der Auslöser des Schritts soll eine Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers sein.
12.08.2026, 10:5012.08.2026, 10:50

Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, berichteten unter anderem die Website «Puck» und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Von Paramount gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Den Berichten zufolge sprach Paramount-Chef David Ellison von einem auf fünf Jahre ausgelegten Plan, bei dem der Grossteil der Jobs im Film- und TV-Bereich den Standort wechseln soll. Sollte die Warner-Übernahme gelingen, könne auch ein Studiogelände in Hollywood verkauft werden.

Als potenzielles neues Zuhause würden unter anderem die Bundesstaaten Tennessee, Georgia und Texas in Erwägung gezogen, hiess es. Das sind alles Bundesstaaten, in denen die Republikanische Partei von Präsident Donald Trump stark ist. Auch andere in Kalifornien ansässige Unternehmen, etwa der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte Autokonzern Tesla, verlegten in den vergangenen Jahren ihre Firmenzentrale in republikanische Bundesstaaten, die den Unternehmen eine freiere Hand und eine niedrigere Steuerlast versprechen.

Die aktuelle Wettbewerbsklage wurde von Kalifornien und anderen Bundesstaaten eingereicht, die von Demokraten geführt werden. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta sprach nach den Berichten von einem Erpressungsversuch. Die Bundesstaaten argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.

Stillstand bis März

Vergangene Woche hatte eine Richterin den Prozess zu Wettbewerbsklagen der US-Bundesstaaten sowie der Drehbuchautoren-Gewerkschaft auf Anfang März kommenden Jahres angesetzt. Für Paramount macht das den bereits rund 111 Milliarden Dollar (rund 96 Mrd. Euro) schweren Deal noch etwas teurer. Denn die Paramount-Spitze sagte Warner-Aktionären zusätzliche Zahlungen von rund 650 Millionen Dollar pro Quartal zu, falls die Übernahme bis Ende September nicht unter Dach und Fach sein sollte. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass Paramount mindestens 1,3 Milliarden Dollar mehr zahlen muss.

Für Paramount tickt die Uhr

Zudem wird dann die Zeit knapp. Die Unternehmen setzten sich eine Frist bis zum 4. Juni 2027, um die Übernahme abzuschliessen. Verstreicht sie, kann Warner Brothers den Deal aufkündigen – und von Paramount eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden Dollar kassieren. Zugleich könnten die Firmen auch die Frist verlängern. Paramount setzte den Warner-Kauf nach den Wettbewerbsklagen vorläufig aus. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So ähnlich sehen diese Hollywood-Stars ihren Stunt-Doubles
1 / 22
So ähnlich sehen diese Hollywood-Stars ihren Stunt-Doubles
Das sind die Stunt-Doubles der Hollywood-Stars.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dylan O'Brien im Interview über Therapie
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Bolsonaro-Clan will mit Sohn Flávio zurück an die Macht
Ex-Präsident Jair Bolsonaro steht unter Hausarrest. Bei der Wahl am kommenden Wochenende greift sein Sohn Flávio nach der Macht. Wer ist der Mann, der Amtsinhaber Lula schlagen will?
Die Entscheidung, dass Flávio Bolsonaro Präsidentschaftskandidat der Liberalen Partei in Brasilien wird, traf nicht Flávio Bolsonaro. Sie traf sein Vater Jair, der ultrarechte Ex-Präsident (2019 bis 2022). Spätestens als dem Senior im September vergangenen Jahres klar wurde, dass ihn die Haftstrafe von 27 Jahren für seinen Putschversuch an der Kandidatur hindern würde, entschied er sich für Plan B.
Zur Story