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EU-Kommission billigt Warner-Übernahme durch Paramount

EU-Kommission billigt Warner-Übernahme durch Paramount

22.07.2026, 21:2722.07.2026, 21:27
FILE - The Paramount Pictures water tower is seen in Los Angeles, Dec. 18, 2025, with the Hollywood sign in the distance. (AP Photo/Jae C. Hong, File)
Warner Bros
Paramount will Warner Brothers übernehmen. (Archivbild)Bild: keystone

Die EU-Kommission hat der Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount unter Auflagen zugestimmt. Bei diesen geht es um den Vertrieb von Filmen in Europa, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Wettbewerbshüter hervorgeht.

Die EU-Kommission prüft grosse geplante Zusammenschlüsse, die Auswirkungen auf den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt haben könnten. Das betrifft auch ausländische Unternehmen mit hohem Umsatz, die in der EU tätig sind.

Warner Bros. Discovery und Paramount betreiben dort jeweils unter anderem Streamingdienste (Paramount+, Max), lizenzieren Filme und TV-Formate an europäische Fernsehsender und verleihen Filme.

Die EU-Kommission stellte fest, dass es im Bereich der Filmproduktion trotz einer Übernahme genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum geben wird. Als Beispiele nannte sie andere grosse US-Filmstudios wie Disney, NBC Universal (Universal) und Sony, «kleinere US-Studios wie Amazon MGM, A24 und Lionsgate sowie europäische Filmstudios».

Änderungen beim Filmvertrieb

Beim Vertrieb von Filmen sah die EU-Kommission aber eine zu hohe Marktkonzentration. Paramount Pictures und Universal Pictures vertreiben über das Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP) Filme an Kinobetriebe.

«Durch die Transaktion wären auch die Filme von Warner über UIP vertrieben worden. Ohne Gegenmassnahmen hätte dies zu ungünstigeren Miet- und Vertriebsbedingungen für Kinobetreiber geführt und letztlich Verbraucher benachteiligt», bemängelt die EU-Kommission. Paramount habe deshalb verschiedene Verpflichtungen angeboten, die sicherstellen, dass die Filme des fusionierten Unternehmens nicht gemeinsam mit Filmen von Universal oder Disney vertrieben werden.

So muss Paramount nun innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an UIP im Europäischen Wirtschaftsraum beenden. Für zehn Jahre darf Paramount zudem keine Vereinbarungen oder Absprachen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen in Europa abschliessen und für den Vertrieb von Warner- oder Paramount-Filmen nicht den gleichen Kinofilmvertrieb nutzen wie Disney und Universal. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung.

Der Filmverleih United International Pictures (UIP) mit Hauptsitz in London war 1981 gegründet worden. Darüber werden nach UIP-Angaben weltweit mehr als 1000 Filme unter Lizenz vertrieben, davon mehr als 100 Oscar-Preisträger.

Rechtsstreit in den USA

Unabhängig von der EU-Kommission prüfen Behörden in anderen betroffenen Ländern. Die US-Regierung genehmigte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen. Doch nach einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten wurde die Übernahme Anfang dieser Woche per Gerichtsbeschluss für zunächst zwei Wochen ausgesetzt.

In dieser Zeit soll über die von den Bundesstaaten angestrebte längerfristige einstweilige Verfügung gegen den Vollzug des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals verhandelt werden. (sda/dpa)

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