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China soll Geheimdiensteinheit auf Kuba seit Jahren betreiben

Insider bestätigt: China soll auf Kuba geheime Basis betreiben, um USA auszuspionieren

Nach Berichten über eine geplante Spionagestation Chinas auf Kuba packt ein US-Beamter aus: Der chinesische Geheimdienst soll in dem Inselstaat schon aktiv sein.
11.06.2023, 16:2711.06.2023, 16:27
Ein Artikel von
t-online

China betreibt nach Angaben eines Vertreters des Weissen Hauses seit Jahren eine Geheimdiensteinheit auf Kuba. «Dies ist in Geheimdienstunterlagen gut dokumentiert», sagte der US-Beamte, der anonym bleiben wollte, am Samstag, wie das US-Nachrichtenportal Politico als Erstes berichtete.

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Chinas Präsident Xi Jinping soll schon seit Jahren eine Spionagestation auf Kuba betreiben.Bild: keystone

Bei Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden seien dessen Dienste über Pekings Bemühungen unterrichtet worden, ihre Infrastruktur besonders für die Spionage weltweit auszubauen. Die Bemühungen hätten auch Einrichtungen zur Nachrichtengewinnung auf Kuba umfasst. Im Jahr 2019 seien die dortigen chinesischen Einrichtungen ausgebaut worden. «Es handelt sich um ein laufendes Problem und nicht um eine neue Entwicklung», sagte der Beamte der Biden-Administration.

In den vergangenen Tagen hatten US-Medien darüber berichtete, dass China und Kuba eine heimliche Vereinbarung zum Bau einer chinesischen Spionagestation in dem Karibikstaat geschlossen hätten. Für die Erlaubnis zum Bau der Station wolle China dem kommunistisch regierten Inselstaat mehrere Milliarden Dollar zahlen.

Kuba hatte diese Medienberichte vehement zurückgewiesen. Der kubanische Vize-Aussenminister Carlos Fernández de Cossio nannte die Berichte «verlogen und unbegründet». Auch das Weisse Haus hatte die Berichte selbst bereits zuvor als unzutreffend bezeichnet.

Der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Wang Wenbin, sagte seinerseits am Freitag, er sei «über die Situation nicht informiert», kritisierte aber die «Verbreitung von Gerüchten und Verleumdungen» als eine «übliche Taktik» der USA.

Der US-Vertreter gab am Samstag an, Washington glaube, dass diplomatische Bemühungen China bei der Entwicklung seiner geheimdienstlichen Fähigkeiten auf Kuba gebremst hätten. «Wir glauben, die Volksrepublik China ist nicht ganz da, wo sie zu sein gehofft hatte», sagte der Beamte.

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind schon seit langer Zeit sehr angespannt. Im Februar sorgte der Überflug eines mutmasslichen chinesischen Spionageballons über die USA für diplomatische Verwerfungen, US-Aussenminister Antony Blinken sagte einen geplanten Peking-Besuch ab. Am 18. Juni soll Blinken die Reise nach Angaben aus US-Regierungskreisen nachholen.

Die USA schossen den Ballon damals über der US-Ostküste ab, was wiederum in Peking wütende Reaktionen hervorrief. Die USA sehen das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als grösste geopolitische Herausforderung weltweit an.

Auf Kuba unterhielt während des Kalten Krieges die damalige Sowjetunion Abhörstationen, um die USA auszuspionieren. Als die Sowjetunion 1962 Atomraketen auf Kuba stationierte, führte das zu einer der gefährlichsten Krisen des Kalten Krieges. Moskau zog die Mittelstreckenraketen schliesslich ab.

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