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Paramount übernimmt Warner Brothers – was das bedeutet

An aerial view shows Warner Bros. Studios in Burbank, Calif., Tuesday, Oct. 6, 2026. (AP Photo/Jae C. Hong)
Skydance Merger
Das Warner-Brothers-Studio gehörte zu den ersten grossen Filmstudios der USA und brachte unzählige Filmklassiker hervor.Bild: keystone

Paramount übernimmt Warner Brothers – was das bedeutet

Die Produktionsfirma Paramount hat den Kauf ihrer Konkurrenz Warner Brothers für 110 Milliarden Dollar abgeschlossen. Es entsteht ein neuer Dachkonzern namens Skydance. Die Fusion der Hollywood-Giganten in fünf Punkten.
07.10.2026, 11:4707.10.2026, 13:11

Was ist passiert?

Der Paramount-Konzern schloss nach monatelanger Vorbereitung die gut 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner ab. Damit bricht in Hollywood eine neue Ära an: Die beiden traditionsreichen Studios sind nun unter einem Dach. Es entsteht ein neues Unternehmen mit dem Namen Skydance.

Das gemeinsame Filmgeschäft sollen die bisherigen Paramount-Studiochefs Dana Goldberg und Josh Greenstein übernehmen. Ihre Warner-Pendants gehen. Dagegen wird der bisherige Chef des Warner-Streamingdienstes HBO Max, Casey Bloys, den neuen gemeinsamen Geschäftsbereich mit Paramount+ führen.

A Skydance billboard is displayed outside Paramount Global office in Times Square, Tuesday, Oct. 6, 2026, in New York. (AP Photo/Yuki Iwamura)
Skydance Merger
Der neue Name des Dachkonzerns: Skydance.Bild: keystone

Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts des Hollywood-Urgesteins verständigt. Doch Paramount liess nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Brothers Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN.

Steigen die Streaming Preise?

Warner besitzt den Streamingdienst HBO Max, während Paramount derzeit den Dienst Paramount+ betreibt. Eine Zusammenführung der beiden Plattformen könnte für Abonnentinnen und Abonnenten teurer werden, schreibt die BBC.

Denn das fusionierte Unternehmen Skydance steht nun vor einer komplexen Integration und muss dabei eine Schuldenlast von mehreren Dutzend Milliarden Dollar bewältigen. Analysten warnen, dass letztlich die Kundschaft die finanziellen Folgen des Deals tragen werde.

Wie reagiert die Filmbranche?

Um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern, wurde den Anlegerinnen und Anlegern ein Einsparungsprogramm in Höhe von sechs Milliarden Dollar innerhalb von drei Jahren versprochen. In Hollywood befürchtet man deshalb eine Welle des Stellenabbaus.

Im Vorfeld der Fusion gab es aus der Branche viel Kritik. So äusserte beispielsweise der Schauspieler Mark Ruffalo seine Bedenken darüber, welche Auswirkungen die Übernahme auf die Produktionsqualität haben wird.

Gibt es weniger Filme in den Kinos?

Zwölf US-Bundesstaaten hatten zuvor versucht, die Fusion der beiden Hollywood-Giganten zu stoppen. Sie argumentierten in ihrer Klage unter anderem, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde die Kinos schwer treffen. Der Deal verletze Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden.

Paramount versprach in einer Einigung jedoch, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei Jahren danach sollen es 32 Filme sein.

Insgesamt sind das 156 Filme, von denen die meisten «breite Veröffentlichungen» sein müssen. Das heisst, sie müssen in den Kinos gezeigt werden, schreibt die BBC.

Für jeden Film, den die Studios darunter liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Ausserdem wird der neue Dachkonzern mit dem Namen Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1.5 Milliarden Dollar für Produktionen in den USA ausgeben.

Sobald die fünfjährige Vereinbarung jedoch ausläuft, besteht die Möglichkeit, dass Skydance das Streaming dem Kino vorzieht. Laut BBC können solche Mega-Übernahmen nämlich durchaus zu weniger Filmen in den Kinos führen. Das beweist Disneys Kauf von 21st Century Fox. Vor der Übernahme brachte das dazugehörige Filmstudio 20th Century Fox regelmässig 12 bis 17 Filme pro Jahr in die Kinos. Unter Disney reduzierte sich diese Zahl auf drei bis sechs Filme pro Jahr.

Was passiert mit dem Nachrichtensender CNN?

Das Schicksal von CNN bekam in Debatten um die Übernahme besondere Aufmerksamkeit. CNN berichtet oft kritisch über US-Präsident Donald Trump. Dieser wettert häufig gegen den Sender und verbannte ihn zuletzt aus dem Weissen Haus.

Der führende Kopf des neuen Konzerns ist der Filmproduzent David Ellison, der sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit dem zweiten «Top Gun»-Film einen Namen machte. Er ist der Sohn des Tech-Milliardärs Larry Ellison, der fest im Trump-Lager etabliert ist.

epa11843507 Oracle CEO Larry Ellison is seen in the Roosevelt Room of the White House in Washington, DC, USA, 21 January 2025. US President Donald Trump was joined by the leaders of OpenAI, Softbank,  ...
Tech-Milliardär Larry Ellison.Bild: keystone

Kritiker des Warner-Deals warnten deswegen davor, dass CNN in der Hand der Ellisons die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Paramount sagte zu, ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium für CNN zu bilden. Der bisherige Chefredaktor Mark Thompson soll den Sender weiterführen.

(pem mit Material der sda)

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