DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In Berlin fand die Westbalkan-Konferenz statt.
In Berlin fand die Westbalkan-Konferenz statt.
Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS
Balkan

Erst Reformen, dann EU: Westbalkan-Konferenz in Berlin

28.08.2014, 19:46
Mehr «Kroatien»
No Components found for watson.rectangle.

Deutschland will die teils miteinander zerstrittenen Staaten auf dem westlichen Balkan näher an die EU heranführen. Auf Einladung von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel kamen Staats- und Regierungschefs aus den sieben Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie aus Albanien am Donnerstag in Berlin zu einer Konferenz zusammen.

Merkel bekannte sich ausdrücklich zur «europäischen Perspektive» all dieser Länder, die erhebliche Fortschritte erzielt hätten. Aber sie fügte hinzu: «Es ist viel zu tun.» Konkrete Zusagen gab sie nicht.

In der Abschlusserklärung der Konferenz werden weitere Reform-Fortschritte und «die Versöhnung innerhalb und zwischen den Gesellschaften der Region» gefordert. Die Teilnehmer stimmten auch überein, dass weitere Massnahmen zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität ergriffen werden müssten.

Merkel verlangte besonders Fortschritte bei der regionalen Zusammenarbeit. Die Infrastruktur müsse verbessert, die Arbeitslosigkeit wirksam bekämpft werden. Der Beitrittsprozess solle möglichst schnell vorangehen. Aber: «Das liegt in der Hand der jeweiligen Länder.»

Vorbild EU

Der albanische Ministerpräsident Rama und Angela Merkel.
Der albanische Ministerpräsident Rama und Angela Merkel.
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Der albanische Ministerpräsident Edi Rama sagte: «Europa ist ein Erfolgsmodell». Er lobte er die «führende Rolle» Merkels bei der Annäherung der Balkan-Länder an die EU und erinnerte an die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan in den 90er Jahren: «Toleranz und Respekt sind notwendiger denn je.» Konflikte müssten friedlich und mit den Institutionen des Rechtsstaates gelöst werden.

Auch der scheidende EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betonte, der Beitritt weiterer Balkanstaaten zur EU hänge von deren Reformtempo ab. «Aber er wird geschehen, daran wollen wir keinen Zweifel lassen.» Barroso sicherte den Ländern des westlichen Balkans weitere EU-Hilfen zu, er bezifferte die Zahlungen auf 12 Milliarden Euro zwischen 2014 und 2020.

Nicht alle gleich weit

Eingeladen waren Albanien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien. Davon sind Kroatien und Slowenien bereits Mitglieder der EU. Die anderen Staaten sind bei ihren Bemühungen um eine Aufnahme in den 28er-Club unterschiedlich weit. 

Insbesondere zwischen Serbien und seiner ehemaligen Provinz Kosovo gibt es Konflikte. Für 2015 ist eine Folgekonferenz in Wien geplant. Dort sollen die Reform-Fortschritte überprüft werden

Der Balkan – nach der gleichnamigen Halbinsel – ist die geografische Bezeichnung für das südöstliche Europa. Als Nordgrenze werden meist die Flüsse Donau und Save angesehen. Demzufolge zählen Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, das Kosovo und Montenegro vollständig dazu. Zudem werden Teile der Türkei, von Rumänien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien zum Balkan gerechnet. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kurz steckt in der Krise – und plötzlich geht dieses Video von Böhmermann wieder viral

In Österreich dampft die ... Politikwelt gerade so richtig. Denn der österreichische Kanzler Sebastian Kurz und sein Team sollen sich wohlwollende Berichterstattung erkauft haben.

Dass in Österreich ganz viele Dinge nicht so ganz richtig laufen, hat Satiriker Jan Böhmermann schon vor fünf Monaten gewusst.

In einem halbstündigen Beitrag, «dem satirischsten Beitrag, den das ZDF Magazin Royal je gemacht hat», zeigte Böhmermann anhand des Einmaleins des Autokratendaseins, wie Kurz und die ÖVP …

Artikel lesen
Link zum Artikel