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Shitstorm wegen «Moon&Stars»-Line-Up – Veranstalter wehrt sich vehement

Shitstorm wegen Line-Up – nun wehrt sich der «Moon&Stars»-Veranstalter

Das renommierte Festival «Moon&Stars» in Locarno hat sein Line-Up veröffentlicht – und erntet dafür nun einen regelrechten Shitstorm. Der Grund: Im Programm stehen nur Männer. Jetzt nimmt der Veranstalter gegenüber watson Stellung.
02.06.2022, 20:4202.06.2022, 20:54

Zwischen dem 14. und 24. Juli findet in Locarno das «Moon&Stars»-Festival statt. Im Line-Up finden sich grosse Künstler wie Zucchero, James Blunt oder Seeed. Was sofort auffällt, oder zumindest auffallen sollte: Keine einzige Künstlerin ist im diesjährigen Programm gelistet.

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. So macht beispielsweise Schweizer Sängerin und Songwriterin Sophie Hunger ihrem Ärger in einer Serie von Tweets Luft. Auch die Sponsoren sind unzufrieden und wollen mit dem Veranstalter das Gespräch suchen. Dieser aber wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.

So reagiert der Veranstalter

Auf Anfrage von watson meldet sich nun auch Veranstalter Dani Büchi zu Wort. Er findet, Sophie Hunger trage mit ihren Tweets bloss zur Polemik bei, statt Lösungen für dieses strukturelle Problem zu suchen. Obwohl er Sophie Hunger in vielen Punkten zustimme, sei es nicht fair, mit dem Finger auf das «Moon&Stars» zu zeigen: «Es ist nicht so, dass man mit einem einzigen Headliner 95 Prozent der Tickets verkauft und dann das restliche Line-Up mit weiteren Acts auffüllen kann, wie es die Festivals tun. Jeden Abend müssen wir mit zwei Künstlern 10'000 Billetts verkaufen. Der gebuchte Act muss also das Potenzial haben, 10'000 Plätze zu füllen und darf gleichzeitig nicht unser Budget übersteigen.»

Das Problem sei viel grösser, meint Büchi. «Der Markt an Künstlern, in welchem sich unsere (und übrigens auch andere) Events bewegen, ist sehr klein.» Das sei auch der Grund dafür, wieso bei Musikveranstaltungen in dieser Grösse immer wieder die gleichen Acts auftreten: «In diesem Markt, da gebe ich Frau Hunger recht, ist der Frauenanteil vernichtend gering. Da gibt es beispielsweise Amy McDonald oder Laura Pausini – erstere hatten wir bereits mehrfach und letztere geht dieses Jahr nicht auf Tour. Vor einigen Jahren hatten wir Christina Aguilera: Das klappte jedoch nur, weil sie zu diesem Zeitpunkt länger nichts mehr gemacht hat. Zu ihren besten Zeiten wäre sie nicht finanzierbar gewesen.»

Auch er störe sich daran, dass es keine einzige Frau im Programm des diesjährigen «Moon&Stars» gäbe – daran sei er jedoch weder Schuld noch könne er es ändern. Hinzu käme noch, dass das Programm eigentlich bereits 2020 stand. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Ausgaben der letzten beiden Jahre jeweils abgesagt werden. Man habe sich aber keinesfalls hingesetzt und beschlossen, ein Programm aus ausschliesslich männlichen Künstlern zusammenzustellen. Wie Büchi erklärt, sei man stets darum bemüht, ein ausgewogenes und diverses Line-Up zu präsentieren – manchmal klappe das besser und manchmal weniger. Dieses Jahr habe es überhaupt nicht geklappt. Deshalb ist die Kritik berechtigt.

Sponsoren sind irritiert

Migros ist Sponsor des «Moon&Stars». Seit Hungers Tweet wird die Genossenschaft regelrecht mit Anfragen überrennt. Marcel Schlatter, Pressesprecher der Migros, stellt klar: «Wir werden mit den Organisatoren sicherlich das Gespräch suchen, denn Sophie Hungers Kritik lässt sich nicht von der Hand weisen. Das doch eher einseitige Programm mutet in der Tat etwas seltsam an. Die Migros gestaltet das Line-up jedoch nicht mit.»

Und auch auf Twitter erfährt die Sängerin viel Zuspruch. Viele User stimmen ihr zu und echauffieren sich über das unausgewogene Programm in Locarno:

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