Schweiz
AHV

SVP-Parole: Nein zur Mehrwertsteuererhöhung für die 13. AHV-Rente

SVP lehnt Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der AHV ab

17.10.2026, 16:2517.10.2026, 16:25

Die SVP empfiehlt dem Stimmvolk, am 29. November an der Urne Nein zu sagen zur Finanzierung der 13. AHV-Rente durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Mit 290 zu 3 Stimmen fassten die SVP-Delegierten an einer Parteiversammlung in Bulle FR diese Parole.

Der Freiburger SVP-Nationalrat Nicolas Kolly sagte zu den Delegierten, der Bund müsse das Geld, das ihm die Schweizerinnen und Schweizer anvertrauten, besser einsetzen. Das Volk habe mit seiner Zustimmung zum Grundsatz einer 13. AHV-Rente keineswegs einer erneuten Steuererhöhung zugestimmt. Die SVP hätte es vorgezogen, wenn der Bundesrat diese 13. Rente durch Einsparungen finanziert hätte, beispielsweise bei den Mitteln für die internationale Zusammenarbeit und im Asylbereich, so Kolly.

Parteipraesident und Nationalrat Marcel Dettling, SVP-SZ, spricht an der Delegiertenversammlung der SVP, am Samstag, 17. Oktober 2026 in Bulle. (KEYSTONE/Peter Schneider)
SVP beschliesst Nein-Parole zur Finanzierung der 13. AHV-Rente durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Bild: keystone

Der Waadtländer SP-Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Pierre-Yves Maillard erklärte, er hätte eine andere Finanzierung bevorzugt, beispielsweise eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen. Letztendlich müsse eine zusätzliche Finanzierung gefunden werden, auch wenn die 13. Rente zu 80 Prozent aus dem AHV-Fonds finanziert werde.

SVP sagt Ja zu Mitte-Initiative

Die SVP-Delegierten stimmten im weiteren der Volksinitiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» der Mitte-Partei zu. Die SVP empfiehlt mit 274 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen, dazu ein Ja in die Urne einzulegen.

Die Delegierten sagten zudem mit 271 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen Ja zu den Änderungen im Bundesgesetz über Kriegsmaterial. Nationalrat Marc Jost (EVP/BE) fungierte als Gegenredner und verwies auf die Neutralität der Schweiz.

Bereits am Freitagabend hatte der Zentralvorstand der SVP Schweiz die Nein-Empfehlung zur Feuerwerksinitiative beschlossen.

SVP-Delegierte wollen «der Zerstörung der Schweiz ein Ende setzen»

SVP-Vertreter haben scharfe Worte für ihre Gegner gefunden. Sie bekräftigten ihre Kritik an einer Annäherung an die EU.

«Seit den letzten eidgenössischen Wahlen im Jahr 2023 hat die SVP in den Kantonen deutlich zugelegt, weil die Schweizerinnen und Schweizer besorgt sind über die unkontrollierte Einwanderung, das Chaos im Asylwesen und um die Zukunft des Landes», erklärte Parteipräsident Marcel Dettling vor rund 420 Delegierten.

Der Schwyzer Nationalrat kritisierte die Bilateralen III mit der Europäischen Union (EU). Er warf den Bundesparlamentariern vor, dass sie eine Volksabstimmung mit Ständemehr verhindern wollten «mit der Hilfe der Marionetten aus Brüssel, nämlich den Bundesräten Cassis und Jans».

Auch die Bundesratskandidatin Céline Amaudruz kritisiert dies. Sollte sie gewählt werden, müsse sie die Position des Bundesrats respektieren, sagt sie gegenüber Tele Züri.

Wie sie zu ihren teilweise eher liberalen Standpunkten steht und was SVP-Parteipräsident Marcel Dettling zum offenen Ticket sagt, erfährst du im Tele-Züri-Interview:

Video: ch media/Tele Züri

Bundesrat Albert Rösti erklärte, man müsse für diese einzigartige Schweiz, ihre direkte Demokratie und ihre Institutionen, darunter die Zusammensetzung des Bundesrats, kämpfen. Das sorge für Stabilität. (sda)

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