Schweiz
Bern

Junge Tat trainiert auf Berner Schulareal und Gemeinde weiss von nichts

Junge Tat
Die Mitglieder der Gruppe trainierten auf dem Schulhausareal von Lenk gewalttätige Konfrontationen.Bild: Screenshot Youtube

«Junge Tat» trainiert auf Berner Schulareal – Gemeinde war ahnungslos

Die rechtsextreme Gruppe «Junge Tat» führte ohne Bewilligung auf dem Gelände der Volksschule Lenk BE ein Aktivistencamp durch. Dies soll nun Konsequenzen haben.
22.05.2025, 11:1322.05.2025, 14:37

Die als rechtsextrem eingestufte Gruppe «Junge Tat» trainierte auf dem Areal der Volksschule Lenk BE unter anderem gewaltsame Konfrontationen, wie SRF berichtet. Zu sehen ist das Ganze in einem Video.

Die Benutzung des Schulgeländes hätte jedoch bewilligt werden müssen. Wieso die Gruppe keinen Antrag gestellt hat, lässt sie offen. Die Gemeinde wusste bis zur Anfrage von SRF nichts vom Trainingscamp.

Gemeindepräsident René Müller meint zu der Angelegenheit, dass eine Bewilligung zwingend gewesen wäre. Er erklärt: «Aber wenn ich mir das Video anschaue mit den Kampfszenen, dann kann man das mit Gewalt in Verbindung bringen – dafür gäbe es bestimmt keine Bewilligung.»

Ein ganzes Wochenende fürs Training

Das Camp dauerte ein ganzes Wochenende lang und fand Ende April statt. Rund 40 Mitglieder nahmen daran teil. Neben Kampftraining gab es auch Vorträge, Kletterkurse oder einen Workshop für Demonstrationen.

Bei der «Jungen Tat» handelt es sich um eine kleine, aber bekannte rechtsextreme Gruppe, welche vor allem aus jungen Männern besteht. Diese zeigen sich offen in den sozialen Medien. Der Extremismusforscher Dirk Baier meint im SRF-Podcast «NewsPlus»: «Die Gruppe hat sich dem Ziel verschrieben, die Schweiz in einer Art zu verändern, die sich nicht mit der Demokratie verträgt. Darum ist sie als rechtsextrem einzuordnen und man sollte sich von ihr abgrenzen.»

Beim Camp war auch Maximilian Märkl, Anführer der «Identitären Bewegung Schwaben», anwesend. Die Gruppe wird vom deutschen Verfassungsschutz beobachtet. Andere Teilnehmer kamen ebenfalls aus Deutschland.

Auch der Vermieter der Liegenschaft, in welcher sich die Unterkunft für das Camp befand, wusste von nichts. Bei der Anmeldung gab es keinen Hinweis darauf, um wen es sich bei der Gruppe handelt. Zukünftig wolle er aber politische Gesellschaften ausschliessen, damit so etwas nicht nochmal passiere.

Gemeinde möchte keine weiteren Trainings mehr

Obwohl die «Junge Tat» in der Schweiz nicht verboten ist, ist sie an vielen Orten nicht gerne gesehen. Auch der Lenker Gemeindepräsident will künftig die Vermieter von Unterkünften sensibilisieren. Er sagt: «Wir werden sie darauf aufmerksam machen, dass sie bei Gruppenanfragen abklären, um wen es sich handelt.» Ganz blockieren könne man solche Trainingscamps aber nicht. In der Gemeinde Lenk wird die rechtsextreme Gruppe wohl kein zweites Mal mehr willkommen sein.

(kek)

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