Nachfolge von Parmelin: Wer kandidieren will – und wer schon abgesagt hat
Am Freitag, 23. Oktober, um 12 Uhr endet die Frist der SVP Schweiz für die Anmeldung von Kandidaturen zur Bundesratsnachfolge. Unser Überblick zeigt, welche Kandidatinnen und Kandidaten noch im Rennen sind und welche nicht.
Sie wollen:
Rémy Wyssmann
Der 59-Jährige ist seit fast drei Jahren Mitglied des Nationalrats. Seit 2024 ist er zudem Präsident der SVP des Kantons Solothurn. Er ist selbstständiger Rechtsanwalt und Notar.
Céline Amaudruz
Die Genfer Nationalrätin ist seit 15 Jahren im Parlament. Sie ist 47 Jahre alt und Vermögensverwalterin bei einer Privatbank. Die SVP-Vizepräsidentin wird als Favoritin aus der Romandie gehandelt.
Sie wollen nicht:
Christian Imark
Der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark will nicht Nachfolger von Bundesrat Guy Parmelin werden. Der 44-Jährige begründet den Verzicht mit seiner familiären Situation. Seine zwei kleinen Kinder bräuchten ihren Vater.
Auch habe er noch laufende Projekte, sagte Imark am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit eine Meldung von SRF. Imark gehört seit November 2015 dem Nationalrat an.
Pascal Schmid
Am Dienstag gab der Thurgauer Pascal Schmid bekannt, dass er nicht kandidieren möchte. Der Grund: Er wolle sich auf seine Ständeratskandidatur konzentrieren. Den Entscheid habe er laut Tagesanzeiger gemeinsam mit seiner Frau getroffen.
Der Asylchef der SVP und Thurgauer Nationalrat Pascal Schmid wurde von Christoph Blocher als Kandidat ins Spiel gebracht. Der 50-Jährige sitzt seit drei Jahren im Nationalrat.
André Rüegsegger
Der Regierungsrat aus dem Kanton Schwyz wurde von seiner Kantonalpartei als Nachfolger von Bundesrat Guy Parmelin vorgeschlagen. Am Montagnachmittag hat Rüegsegger seinen Verzicht auf eine Kandidatur bekannt gegeben.
Der 50-Jährige ist seit 2012 Mitglied des Schwyzer Regierungsrats und Vorsteher des Baudepartements.
Natalie Rickli
Die Regierungsrätin des Kantons Zürich hat am Montag ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekannt gegeben. Die 49-Jährige will ihre Verantwortung im Kanton Zürich wahrnehmen und 2027 wieder als Regierungsrätin kandidieren.
Die Zürcherin wurde 2007 als 30-Jährige in den Nationalrat gewählt. Dort blieb sie, bis sie 2019 das Amt als Regierungsrätin des Kantons Zürich übernahm.
Esther Friedli
Die Ständerätin aus dem Kanton St.Gallen und Ehefrau von SVP-Politiker Toni Brunner hat eine Kandidatur ausgeschlossen. Sie möchte sich weiterhin auf das Amt als Ständerätin fokussieren. Die Toggenburgerin ist seit 2023 Mitglied des Ständerats, davor sass sie vier Jahre lang im Nationalrat.
Gregor Rutz
Der Zürcher Nationalrat erklärte gegenüber CH Media, dass für ihn eine Kandidatur auch keine Option sei. «Ich habe schon viele Male gesagt, dass ich nicht will», sagte er über einen Bundesratsjob. «Ich habe einen spannenden Beruf und strebe keinen Wechsel an.»
Magdalena Martullo-Blocher
Die Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher hat kein Interesse am Amt als Bundesrätin. Die Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher sagte dies bereits am Tag von Parmelins Rücktritt in der SRF-«Arena». Die SVP habe gute Anwärterinnen und Anwärter, erklärte sie. Eine Kandidatur von ihr werde deshalb – so hoffe sie – nicht nötig sein, so Martullo-Blocher in der Sendung.
Die 57-Jährige sitzt seit 2015 im Nationalrat. Sie ist Mitglied der Wirtschaftskommission und verantwortet innerhalb der SVP das Dossier Schweiz-EU.
Marcel Dettling
Auch der SVP-Parteipräsident Marcel Dettling will nicht als Nachfolger von Guy Parmelin kandidieren. Im Interview mit der bz sagte er, dass seine Aufgabe das Führen der Partei sei.
Der Landwirt aus dem Kanton Schwyz sitzt seit 2015 im Nationalrat und ist seit zwei Jahren Präsident der SVP Schweiz.
Sylvain Freymond
Freymond ist Präsident der SVP Waadt, also der Kantonalpartei, aus welcher auch Parmelin stammt. Als möglicher Nachfolger des abtretenden Bundesrats nahm sich Freymond aber schnell aus dem Spiel. «Vielleicht ein anderes Mal, sollte sich die Gelegenheit bieten», so der Nationalrat.
Yvan Pahud
Der Waadtländer Nationalrat sagte zunächst, er prüfe eine Kandidatur, ehe er dann doch seinen Verzicht erklärte. «Jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt», sagte er. Stattdessen will er Céline Amaudruz unterstützen, damit der Sitz in Westschweizer Hand bleibt.
Sie überlegen noch:
Thomas Aeschi
SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi sagte gegenüber dem «Blick», dass er sich derzeit mit einer möglichen Kandidatur befasse. Der Zuger trat schon bei der Bundesratswahl 2015, damals unterlag er Parmelin im dritten Wahlgang. Aeschi sitzt seit 2011 im Nationalrat und wurde 2017 zum Fraktionspräsidenten gewählt.
Thomas Matter
Der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter überlegt sich eine Kandidatur. Im «SonntagsBlick» sagte der 60-Jährige, dass er sich Gedanken mache und intensiv mit seiner Frau darüber spreche.
Der Unternehmer sitzt seit zwölf Jahren im Nationalrat und ist Vizepräsident der SVP.
Franz Grüter
Nationalrat Franz Grüter prüft eine Bundesratskandidatur. Er wolle sich Gedanken machen, erklärte er kurz nach Parmelins Ankündigung. Der Luzerner sitzt seit 2015 im Nationalrat.
Jean-Pierre Gallati
Der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati sagte nach dem Rücktritt von Guy Parmelin in der Aargauer Zeitung, dass er eine Kandidatur prüfen möchte.
Der 60-jährige Rechtsanwalt wurde 2019 in den Aargauer Regierungsrat gewählt und ist Vorsteher des Gesundheitsdepartements.
Franz Ruppen
Der 55-Jährige sass von 2015 bis 2021 im Nationalrat und ist mittlerweile Staatsrat im Kanton Wallis. Er wurde von Esther Friedli als möglicher Kandidat ins Spiel gebracht und sagte in der Folge, er wolle darüber nachdenken.
Nicolas Kolly
Der Freiburger Nationalrat prüft derzeit eine Kandidatur. Mit seinen erst 40 Jahren ist er der jüngste aller möglichen Kandidaten. Er ist seit 2023 im Nationalrat und war zuvor im Grossen Rat des Kantons Freiburg.
Benjamin Giezendanner
Der Aargauer Nationalrat hält sich bedeckt. «Wenn die Partei auf mich zukäme, würde ich mir eine Kandidatur überlegen», sagte er der SonntagsZeitung. Giezendanner wurde 2001 mit 18 Jahren als jüngstes Mitglied überhaupt in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt und seit 2019 im Nationalrat.
(sel)
