Natalie Rickli will nicht in den Bundesrat
Natalie Rickli wird nicht neue SVP-Bundesrätin und Nachfolgerin von Guy Parmelin. Das gab die Zürcher Politikerin am Montag bekannt. Stattdessen will sie weiterhin im Regierungsrat bleiben, wo im April 2027 Wahlen anstehen. «Ich will meine Verantwortung im Kanton Zürich wahrnehmen und mich weiterhin mit Motivation und Engagement für die Zürcher Bevölkerung einsetzen», sagt sie.
Die Zürcher SVP schreibt in einer Mitteilung, sie bedaure den Verzicht. «Mit Natalie Rickli stünde der SVP des Kantons Zürich eine sehr aussichtsreiche und fähige Kandidatin zur Verfügung», so Kantonalpräsident Domenik Ledergerber. Man habe Rickli angefragt und ihr grosse Chancen auf das Amt zugetraut. Gleichzeitig freue man sich, dass Rickli weiterhin auf Kantonsebene aktiv sein wird.
SVP Zürich prüft Kandidatur
Trotz des Verzichts der 49-Jährigen will die Zürcher SVP weiterhin prüfen, ob man einen Kandidaten oder eine Kandidatin stellen will. Dafür sei eine Findungskommission beauftragt worden. Als bevölkerungsreichster Kanton und wirtschaftliches Zentrum der Schweiz müssten die Anliegen Zürichs im Bundesrat stark vertreten sein, schreibt die Partei. Auch Rickli sagt: «Eine Zürcher Vertretung im Bundesrat ist gerechtfertigt und wäre wichtig.»
Offizielle Kandidaturen aus dem Kanton Zürich gibt es bislang nicht. Nationalrat Thomas Matter liess zuletzt gegenüber dem «Sonntagsblick» verlauten, dass er sich eine Kandidatur überlege. In diversen Medien wurde zudem der Name von Nationalrat Gregor Rutz gehandelt. Der ehemalige SVP-Generalsekretär hat sich bislang noch nicht zu einer möglichen Kandidatur geäussert.
Rickli spricht sich für Matter und Gallati aus
Auf Matter angesprochen, meinte Rickli gegenüber der NZZ sie würde ihn unterstützen, falls er sich bei der Kantonalpartei bewerben sollte. Als weiteren Kandidaten bringt sie den Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati ins Spiel. «Er ist ebenfalls Gesundheitsdirektor und hat aufgrund der Corona-Pandemie Krisenerfahrung», sagt Rickli. Ausserdem sei er auch für die Themen Migration, Asyl und Militär zuständig, weshalb sie ihm mehrere Departemente zutraue. «Er wäre ein fähiger, führungserfahrener Bundesrat», sagt Rickli.
SVP-Bundesrat Guy Parmelin hatte Anfang Oktober bekanntgegeben, Ende Jahr sein Amt niederzulegen. Seither läuft das SVP-interne Rennen um seine Nachfolge. Bisher gibt es allerdings erst eine offizielle Kandidatur – diejenige der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz. Daneben gab es diverse prominente Absagen: Neben Rickli gaben mit Esther Friedli und Magdalena Martullo-Blocher zwei weitere heiss gehandelte SVP-Frauen ihren Verzicht bekannt. (dab)
