Schweiz
Coronavirus

Die Fail-Hitparade des BAG

Stefan Kuster, Leiter Uebertragbare Krankheiten, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Situation des Coronavirus (COVID-19), am Mittwoch, 22. Juli 2020 in Bern. (KE ...
Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit.Bild: keystone

Vermeintlicher Todesfall eines jungen Mannes als Gipfel – die Fail-Hitparade des BAG

14.08.2020, 23:1215.08.2020, 11:11

Der Ärger auf Social Media und in den Kommentarspalten der Newsportale ist gross. Wieder ein Bock des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Am Freitagnachmittag wurde vermeldet, dass im Kanton Bern ein unter 30-Jähriger an den Folgen von Covid-19 gestorben sei. Die Nachricht machte rasch die Runde und sorgte für viel Aufregung.

Am Abend dann das Dementi des Kantons Bern: Beim verstorbenen jungen Mann handelt es sich um eine Fehlinformation. Diese sei erfolgt aufgrund von Unklarheiten auf der klinischen Meldung einer Person, die sich in Isolation befinde und keine schweren Covid-19-Symptome habe. Es sei vom Kanton Bern keine Todesfallmeldung an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gesandt worden.

Es ist nicht die erste missglückte Aktion des BAG, sondern nur der neuste Fall einer Reihe von kommunikativen und anderen Fehltritten.

Masken

Stichwort Masken: Diese sind seit dem 6. Juli im öffentlichen Verkehr Pflicht. Monate zuvor hiess es von Daniel Koch, dem damaligen Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG:

«Sie [Masken] sind unnötig für die breite Bevölkerung. Es ist nicht bewiesen, dass sie die Übertragung verhindern. Sie sind nötig bei den Kranken.»

Quarantäne

Auch darüber, was neben den Masken das Instrument der Quarantäne für eine Wirkung erzeugt, wurde lange nur widersprüchlich informiert. watson hat in diesem Artikel berichtet:

Stoffmasken vs. Einwegmasken

Stoffmasken versus Einwegmasken, auch hierbei gab es unklare Informationen, allerdings scheint dies gemäss BAG ein Fehler der Nachrichtenagentur SDA gewesen zu sein. Das BAG habe nie das Tragen von Stoffmasken anstelle von Einwegmasken empfohlen. Nichtsdestotrotz, die Verwirrung war perfekt und wurde von den Bürgerinnen und Bürgern im Endeffekt nicht nur, aber auch mit dem Bundesamt für Gesundheit in Verbindung gebracht.

Infektionschaos

Für besonders viel Ärger, aber auch Gelächter, sorgte die Meldung des BAG, wonach Clubs und Restaurants für den Löwenanteil der Infektionen verantwortlich seien. Die Rede war von zwei Dritteln aller Ansteckungen, Ausgehlokale wurden an den Pranger gestellt und öffentlich kritisiert. Später zeigte sich: Lediglich 1,9 Prozent der Infektionen geschehen in Clubs, 1,6 Prozent in Restaurants und Bars. Hauptsächlich erfolgen Ansteckungen im familiären Umfeld (27,2 Prozent).

(rst, mit Material der sda)

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