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SRG-Wahlbarometer 2026: Welche Parteien zulegen und welche abstürzen

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In rund einem Jahr stehen die Nationalratswahlen 2027 an.Bild: KEYSTONE

Diese Parteien gewinnen, sie verlieren: So würde die Schweiz aktuell wählen

Die SVP bleibt bei knapp 30 Prozent, die Mitte rutscht ab und die Krankenkassenprämien bleiben das Problem Nummer 1. Das neue SRG-Wahlbarometer zeigt, was die Schweiz ein Jahr vor den National- und Ständeratswahlen 2027 beschäftigt.
16.10.2026, 17:0016.10.2026, 17:25

Ein Jahr vor den Schweizer Parlamentswahlen 2027 zeigt das neue SRG-Wahlbarometer ein klares Bild: Nicht ein Rechtsrutsch prägt die Schweiz, sondern eine Polarisierung. Rechts gewinnt die SVP gegenüber den Wahlen 2023, links legen SP und Grüne leicht zu, dazwischen verlieren FDP und Mitte.

Wir zeigen, wie sich die Parteien entwickeln, wie die Basis ihre Präsidien und die Bundesratsmitglieder einschätzt und welche Probleme die Menschen 12 Monate vor der Neuausrichtung der politischen Landschaft in der Schweiz am stärksten beschäftigen.

Parteien: Polarisierung statt Rechtsrutsch

Wäre am Wochenende Wahl, käme die SVP laut SRG-Wahlbarometer auf 29,9 Prozent und damit auf 2 Prozentpunkte mehr als 2023. Die SP legt um 1 Prozentpunkt auf 19,3 Prozent zu, die Grünen gewinnen 0,5 Punkte und kommen auf 10,3 Prozent. Dagegen verlieren die Mitte (12,6 Prozent, minus 1,5 Punkte) und die FDP (13,3 Prozent, minus 1 Punkt). Für die FDP wäre dies das schlechteste Ergebnis bei Nationalratswahlen in der Geschichte. Die GLP rutscht gemäss der Umfrage auf 7,1 Prozent, die EVP steigt auf 2 Prozent.

Über die Jahre zeigt sich: Die SVP ist seit den Wahlen 2019 von 25,6 auf rund 30 Prozent gewachsen, hat ihren Prognose-Höhepunkt im Oktober 2025 mit 30,4 Prozent aber hinter sich gelassen. FDP und Mitte scheinen auch bei den nächsten Wahlen wenig bis keine Wählerinnen und Wähler dazugewinnen zu können, bei den Grünen könnte es leicht bergauf gehen.

Doch wer sind die Treiber hinter diesen Parteipräferenzen? Die folgenden vier Grafiken zeigen die aktuelle Wahlabsicht nach Geschlecht, Alter, Bildung und Einkommen. Dabei zeigen sich teils deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.

Geschlecht

Bei den Männern liegt die SVP mit 34 Prozent weit vorne, bei den Frauen kommt sie auf 26 Prozent. Die SP wird von 23 Prozent der Frauen, aber nur von 15 Prozent der Männer gewählt. Auch die Grünen sind bei Frauen stärker (12 gegenüber 8 Prozent), die FDP dagegen bei Männern (16 gegenüber 11 Prozent).

Generationen

Auch das Alter spielt eine Rolle: Die SP ist bei den 18- bis 34-Jährigen mit 25 Prozent die stärkste Kraft nach der SVP (27 Prozent), bei den über 65-Jährigen kommt sie auf 19 Prozent. Die FDP ist in der ältesten Gruppe mit 16 Prozent am stärksten, kommt aber auch hier nicht an SP und SVP heran.

Ausbildung

Stark ist auch der Zusammenhang mit der Bildung: Unter Menschen mit obligatorischer Schule oder Berufslehre holt die SVP 36 Prozent, bei Personen mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss sind es 18 Prozent. Umgekehrt erreichen die Grünen in der höchsten Bildungsgruppe 18 Prozent, in der tiefsten nur 7 Prozent.

Einkommen

Die FDP gewinnt mit steigendem Einkommen. Bei Haushalten mit über 8000 Franken Äquivalenzeinkommen kommt sie auf 21 Prozent, bei Haushalten bis 4000 Franken auf 9 Prozent. Die SP verhält sich umgekehrt (23 gegenüber 14 Prozent). Die SVP ist über alle Einkommensgruppen hinweg stabil bei 27 bis 31 Prozent.

Personen: Polit-Promis im Popularitäts-Check

Für die Parteien sind ihre Präsidentinnen und Präsidenten wichtige Aushängeschilder. Am besten kommen die Spitzen der Linken bei der eigenen Basis an: Je 60 Prozent der Wählenden von Grünen und SP sehen bei Lisa Mazzone bzw. dem SP-Duo Mattea Meyer und Cédric Wermuth einen positiven Einfluss auf das Abschneiden. Mit Marcel Dettling sind es bei der SVP 56 Prozent, bei der GLP mit Jürg Grossen 53 Prozent.

Deutlich schlechter schneiden die Präsidien der beiden Traditionsparteien ab. Bei der Mitte sehen nur 39 Prozent einen positiven Einfluss von Philipp Matthias Bregy, so viel wie im Vorjahr, aber weit unter den 62 Prozent seines Vorgängers Gerhard Pfister. Noch schlechter steht das neue FDP-Duo da: Nur 34 Prozent der Wählenden finden, dass Susanne Vincenz-Stauffacher und Benjamin Mühlemann der Partei guttun. Thierry Burkart kam im Vorjahr noch auf 58 Prozent.

Wer hat im Bundesrat das Sagen? Für die Befragten ist die Antwort eindeutig: Karin Keller-Sutter. 63 Prozent zählen sie zu den zwei einflussreichsten Mitgliedern, gefolgt von Albert Rösti (53 Prozent) und Guy Parmelin (42 Prozent). Am anderen Ende steht Elisabeth Baume-Schneider: 65 Prozent denken, sie habe am wenigsten Einfluss. Es folgen Beat Jans (47 Prozent) und Ignazio Cassis (43 Prozent).

Bei der Sympathie ist die Reihenfolge eine andere. Am beliebtesten ist Guy Parmelin mit einem Durchschnittswert von 3,6 auf einer Skala von 1 bis 5, vor Martin Pfister (3,4) und Karin Keller-Sutter (3,2). Am Ende des Rankings liegt Ignazio Cassis mit 2,7. Jans und Rösti polarisieren: Jeweils rund ein Viertel der Befragten findet sie gar nicht sympathisch.

Probleme: Prämien plagen, Klima polarisiert

Was beschäftigt die Menschen am meisten? Krankenkassenprämien (39 Prozent) und Klimawandel (36 Prozent) liegen deutlich vorne. Dahinter folgen mit jeweils rund einem Viertel die Asylpolitik, die Beziehungen zur EU, die Zuwanderung und die Wohnungsknappheit.

Zwischen den Geschlechtern gibt es nur wenige Unterschiede. Frauen nennen den Klimawandel häufiger als grosse Herausforderung (40 gegenüber 31 Prozent bei den Männern) und etwas öfter die Krankenkassenprämien (41 gegenüber 37 Prozent). Männer sorgen sich dafür mehr um Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit (16 gegenüber 9 Prozent).

Im Zeitvergleich fällt das Klima auf: Der Anteil, der den Klimawandel als zentrale Herausforderung nennt, ist innerhalb eines Jahres um 9 Prozentpunkte auf 36 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen hat sicher auch der Hitzesommer 2026. Die Sorge um die Prämien hat ihren Höhepunkt mit 51 Prozent im Jahr 2023 hinter sich. Stark zugenommen hat über die Jahre die Wohnungsknappheit: von 7 Prozent im Jahr 2019 auf aktuell 23 Prozent.

Die Problemwahrnehmung hängt stark von der Wahlabsicht ab. Beim Klimawandel liegen Welten zwischen den verschiedenen Lagern: 89 Prozent der Grünen-Wählenden nennen ihn als Herausforderung, bei der SVP sind es 5 Prozent. Umgekehrt ist für die SVP-Wählenden die Zuwanderung (51 Prozent) und die Asylpolitik (50 Prozent) das grosse Thema, während die Prozentpunkte im Parteispektrum in Richtung links kontinuierlich abnehmen.

Noch klarer wird das, wenn man fragt, was den Wahlentscheid beeinflusst. Für 94 Prozent der Grünen-Wählenden ist der Klimawandel entscheidend, bei der SP liegt er ebenfalls knapp vor den Krankenkassenprämien (55 gegenüber 53 Prozent). Bei der SVP zählen Asyl (69 Prozent) und Zuwanderung (63 Prozent), bei den FDP-Wählenden wenig überraschend die Wirtschaft (61 Prozent). Bei der Mitte schlagen die Krankenkassenprämien mit 47 Prozent am weitesten aus.

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