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SVP-Tagung: Blocher kündigt das Ende seiner Albisgüetli-Reden an

Alt Bundesrat Christoph Blocher spricht an der 36. Albisguetli-Tagung der SVP, aufgenommen am Freitag, 19. Januar 2024 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Alt Bundesrat Christoph Blocher an der Albisgüetli-Tagung der Zürcher SVP.Bild: keystone

AHV-Debatte an SVP-Tagung – Christoph Blocher kündigt Ende seiner Albisgüetli-Reden an

19.01.2024, 22:2219.01.2024, 22:28

Alt Bundesrat Christoph Blocher hat am Freitag zum letzten Mal «liebi Fraue und Manne» an der Albisgüetli-Tagung der Zürcher SVP begrüsst. Er kündigte an, keine Ansprachen mehr auf dieser Bühne zu halten. «Meine Redezeit ist abgelaufen», sagte er.

Er sei nun in seinem 84. Lebensjahr und werde wohl nicht mehr so lange leben, wie er schon gelebt habe. Deshalb sei dies seine letzte Albisgüetli-Rede. Weiterkämpfen für die Schweiz werde er aber dennoch. «Solange ich noch kann.»

Statt weiter zu reden, stimmte er das Lied «Ich bi de Schacher Seppli» von Ruedi Rymann an. Den Text änderte er aber ab: «Ich bi de Blocher Stöffeli», sang er neben einer Volksmusikformation. Die rund 1000 SVP-Mitglieder im Schützenhaus Albisgüetli belohnten dies mit einer Standing Ovation.

«Ich würde auch eine 15. AHV-Rente nehmen»

In seiner letzten Rede behandelte Blocher unter anderem die 13. AHV-Rente, die im März vors Volk kommt. Grundsätzlich habe er Sympathien für dieses Anliegen. «Natürlich wäre es schön, eine 13. AHV-Rente zu bekommen», sagte Blocher. «Ich als AHV-Rentner nähme auch gerne eine vierzehnte und eine fünfzehnte.»

Dennoch müsse die SVP zu dieser Vorlage Nein sagen. Wer wolle denn noch mehr Lohnabzüge oder höhere Steuern? «Das würde für alle weniger Geld zum Leben bedeuten.»

Maillard: «Grossbanken gehen bankrott – die AHV nicht»

Naturgemäss eine andere Haltung hat Pierre-Yves Maillard, Waadtländer SP-Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. In seiner Rede betonte er, dass die 13. AHV-Rente nicht nur nötig sei, die Schweiz habe auch die Mittel, um sie zu bezahlen.

Pierre-Yves Maillard, Staenderat, SP-VD, und Praesident des SGB, spricht waehrend einer Medienkonferenz des Initiativkomitees fuer eine 13. AHV-Rente am Dienstag, 9. Januar 2024 in Bern. Am 3. Maerz w ...
SP-Ständerat Pierre-Yves Maillard.Bild: keystone

Entgegen allen düsteren Prognosen sei die AHV bis heute nicht pleite gegangen, und sie werde es auch morgen nicht. «Die Grossbanken gehen manchmal bankrott - die AHV nicht.» Die bürgerliche Kampagne gegen die Vorlage bezeichnete Maillard als «aggressiv» und «irreführend».

Da würden Arme als reich bezeichnet, obwohl dies gar nicht zutreffe. Er kenne etwa eine Rentnerin, die nicht genug Geld habe, um ihr Haus zu heizen. Weil sie aber noch dieses alte Haus besitze, könne sie keine Ergänzungsleistungen beziehen und gehöre gemäss den Bürgerlichen zu den «wohlhabenden Rentnern».

«So überflüssig wie ein Ski-Abonnement»

Für ein Land gebe es doch nichts Wichtigeres, als dafür Sorge zu tragen, dass die ganze Bevölkerung zu essen und ein warmes Dach über dem Kopf habe. Vielleicht seien andere Ausgaben etwas überflüssig? «So überflüssig wie ein Ski-Saisonabonnement für die Bundesräte zum Beispiel. Herr Blocher, ich bin sicher, dass Sie diese bodenständige Überlegung sehr wohl verstehen», sagte Maillard weiter.

Es gebe aber einen grossen Unterschied zwischen Blocher und einem grossen Teil der Bevölkerung. «In der Bevölkerung brauchen viele diese 13. AHV-Rente, sie brauchen sie dringend.»

Zur 36. Albisgüetli-Tagung, der letzten mit einer Blocher-Rede, kamen zahlreiche SVP-Politiker und -Politikerinnen, etwa Bundesrat Albert Rösti, Fraktionschef Thomas Aeschi, Blochers Tochter, die Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher und Nationalrat Marcel Dettling, der für das Präsidium der SVP Schweiz kandidiert. (sda)

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