Schweiz
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Tausende Schweizerinnen verloren bis 1952 ihre Bürgerrechte, weil sie Ausländer heirateten

Schweizerinnen, die einen Ausländer ehelichten, mussten bis in die 50er-Jahre ihren Pass abgeben. Das konnte existenzbedrohend sein.

Annika Bangerter / ch media



Als die gebürtige Schweizerin Elsa mit ihren zwei Kindern in Italien ankam, wütete der Zweite Weltkrieg. Ausser in Elsas Heimat. Doch dorthin, zu ihrer Familie und in ihr vertrautes Umfeld, durfte sie nicht zurück. Die Schweiz hatte die junge Mutter verbannt. In ein Land, dessen Sprache sie nicht verstand, in ein Land, in dem sie niemand kannte. Nicht nur Elsas zweijährige Tochter und ihr neunjähriger Sohn waren in der Schweiz zur Welt gekommen. Auch Elsa. Ihr Schweizer Bürgerrecht verlor sie jedoch, als sie ihren Mann heiratete. Denn er war italienischer Staatsbürger.

Wie Elsa erging es Zehntausenden von Schweizerinnen, die einen Ausländer ehelichten. Mit der Trauung mussten sie bis 1952 die Schweizer Staatsangehörigkeit abgeben und das Bürgerrecht ihrer Ehemänner annehmen. Welche Folgen dies für die Frauen haben konnte, zeigt die Historikerin Silke Margherita Redolfi auf. In ihrem eben erschienenen Buch «Die verlorenen Töchter» beschreibt sie, wie Betroffene der Willkür von Ämtern ausgeliefert waren. Es ist ein beklemmendes Werk, das nicht nur einzelnen Frauen eine Stimme gibt, sondern auch die historischen Hintergründe aufarbeitet.

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Die Künstlerin Sophie Taeuber verlor ihr Schweizer Bürgerrecht, als sie Hans Arp heiratete. bild: Chronos-Verlag

Mehr als 85 000 Schweizerinnen waren zwischen 1885 und 1952 von einem solchen Nationalitätenwechsel betroffen. Bis in die 1920er-Jahre war diese Heiratsregel in Europa weit verbreitet: Die Niederlassung und der Aufenthalt von Ehefrauen waren an die Staatsangehörigkeit ihrer Männer geknüpft. Doch während Staaten wie Belgien, Frankreich oder die skandinavischen Länder in den 1920er-Jahren den Bräuten zugestand, ihre Staatsangehörigkeit in die Ehe zu bringen, verschärfte die Schweiz 1941 die Heiratsregel. Per Notrecht, im Zuge der nationalen Abwehr im Zweiten Weltkrieg.

Ausgeschafft wegen Armut oder Krankheit

Mehr als die Hälfte der ehemaligen Schweizerinnen blieben trotz neuer Staatsangehörigkeit mit ihren Partnern in der Schweiz. Sie wurden zu Ausländerinnen im eigenen Land. Auch Elsa, deren Glück nicht lange hielt. Ihr Mann Jakob machte Schulden, trank und schlug seine Frau. 1935 wies ihn der Kanton Glarus «wegen Arbeitsscheu, Müssiggang und liederlichem Lebenswandel» weg. Die Familie zog in den Kanton Zürich, der sechs Jahre später Jakob des Landes verwies. Aus «fremden- und armenpolizeilichen Gründen». Elsa und die Kinder blieben. Vorerst. Als sie die Schulden ihres Mannes beglichen hatte, bekam sie einen Brief: Darin stand, dass die Behörden sie als «nicht existenzfähig» erachteten – und verwiesen sie ebenfalls des Landes.

Elsa war kein Einzelfall. Das zeigt die Historikerin Redolfi in ihrer Untersuchung. Sie hält fest: «Nur wer ein Leben in einem angepassten Rahmen führte, wer nicht weiter auffiel und keine Sozialkosten verursachte, konnte in der Schweiz eine relativ gesicherte Existenz haben.» Doch selbst bei verhältnismässig guten Voraussetzungen erlebten die früheren Schweizerinnen Ächtung und Diskriminierungen. Etwa jene Medizinstudentin, die nach der Heirat mit einem Franzosen als Ausländerin nicht mehr zu den Prüfungen zugelassen war. Wer zudem als Juristin, Polizistin oder Fürsorgerin arbeiten wollte, brauchte das Schweizer Bürgerrecht. Die Heirat mit einem ausländischen Mann führte zu einem faktischen Berufsverbot.

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Elise mit ihrem Sohn um 1918. Die gebürtige Thurgauerin kam in der nationalsozialistischen Psychiatrie um. bild: Chronos-Verlag

Der Umgang mit den betroffenen Frauen offenbarte: Sie waren fortan nicht mehr erwünscht. Lebten die ausländischen Bräutigame nicht bereits in der Schweiz, wurden die Paare ins Ausland abgedrängt. Denn die Einreiseanträge der Bräutigame schmetterten die Behörden meist ab. Anders bei Schweizer Männern. Sie konnten mit ihren ausländischen Gattinnen problemlos in die Schweiz einreisen.

Es zählte die Staatsangehörigkeit auf dem Papier. Ausländische Frauen wurden durch die Heirat eingebürgert; ausgebürgerte Schweizerinnen und ihre Männer vergrösserten hingegen die Gruppe der Ausländer.

Die Heiratsregel zerstörte auch Existenzen oder gar Leben. Insbesondere im Zweiten Weltkrieg nahm die Regelung menschenverachtende Züge an, hält Historikerin Redolfi fest. «Heimschaffungen» hiess das Instrument, das den Schweizer Behörden ermöglichte, unliebsame Personen an die Grenze zu stellen. Wegen unsittlicher Lebensführung. Wegen Armut. Wegen Krankheit. Die Behörden schreckten selbst dann nicht vor Abschiebung zurück, wenn die gebürtigen Schweizerinnen das Heimatland ihres Mannes noch nie betreten hatten.

Ein besonders düsteres Kapitel, das Redolfi beleuchtet, ist jenes von psychisch kranken Frauen. Damit sie – wie arme Familien – den Gemeinden nicht zur Last fielen, wurden sie teilweise abgeschoben. Zum Beispiel Maria. Die Bündnerin hatte den Italiener Rodolfo geheiratet und lebte mit ihm und den fünf Kindern zuletzt in Churwalden GR. Die Familie war mittellos und zeitweise auf Unterstützung angewiesen. Rodolfo verstarb jung. Zwölf Tage nach seinem Tod holte ein Polizist Maria ab und brachte sie in eine psychiatrische Klinik. Wie aus den Akten hervorgeht, sei sie durch den Verlust ihres Mannes «nicht mehr recht in Kopfe». Die fünffache Mutter wehrte sich gegen die fürsorgerische Zwangsmassnahme. Vergeblich. Obwohl die Klinik vorerst von einer Abschiebung abriet, drängte der Pfarrer dazu. Die Gemeinde sollte durch Maria finanziell nicht «allzu sehr belastet werden». Inzwischen hatte ihr Vormund jedoch den Antrag auf Wiedereinbürgerung gestellt.

Das war ab 1903 möglich. Damit die Frauen ihre frühere Staatsangehörigkeit wieder bekommen konnten, mussten sie verwitwet oder geschieden sein und nach wie vor in der Schweiz leben. Auch ihre Kinder erhielten dadurch den Schweizer Pass. Einen rechtlichen Anspruch gab es allerdings nicht; der Bundesrat bezeichnete die Wiedereinbürgerung als «Rechtswohltat». Dennoch machten Zehntausende von Frauen davon Gebrauch: Pro Jahr wurden durchschnittlich mehr als 8oo Personen wieder eingebürgert.

Bei Maria liessen die Behörden keine Gnade walten. Ihr Gesuch lehnten sie ab. Sie wurde mit ihrer neunjährigen Tochter, die ebenfalls als «schwachsinnig» galt, nach Italien in eine Nervenheilanstalt abgeschoben. Die vier anderen Kinder verdingten die Behörden vermutlich. Oder wie es der Pfarrer festhielt: Sie wurden «so versorgt, dass sie niemandem zur Last fallen».

In den Konzentrationslagern ermordet

Der Umgang mit missliebigen Frauen riss nicht nur Familien auseinander. Einige Frauen bezahlten sogar mit ihrem Leben. Etwa die gebürtige Thurgauerin Elise. Sie lebte mit ihrem deutschen Mann in Bischofszell, als sie psychisch schwer erkrankte. Zwölf Jahre lang war sie in einer Klinik in Reichenau bei Konstanz untergebracht. Als die Ärzte sie als geheilt einstuften und 1934 entlassen wollten, verweigerte ihr die Fremdenpolizei die Einreise. Der Grund: Weitere «Störungen» seien nicht ausgeschlossen und somit auch die «Inanspruchnahme der öffentlichen Wohltätigkeit».

Elise stellte für die Behörden ein finanzielles Risiko dar, das sie nicht eingehen wollten. Obwohl ihr minderjähriger Sohn und ihr Mann in der Schweiz lebten und Verwandte sich für Elise stark machten. Die Konsequenzen des Entschlusses waren fatal: Die gebürtige Thurgauerin geriet in die Fänge der nationalsozialistischen Psychiatrie. Da sie wohl noch arbeitsfähig war, überlebte sie vorerst. Später wurde sie in die Klinik eines berüchtigten Nazi-Psychiaters verlegt, wo sie vermutlich verhungerte.

Doch Elise ist nicht die einzige gebürtige Schweizerin, die durch den Verlust ihres Bürgerrechts im Dritten Reich getötet wurde. Auch jüdische Frauen mit Schweizer Herkunft starben in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Zum Beispiel Lea, die als Schweizerin in Buenos Aires und Zürich aufwuchs. 1937 heiratete sie den Franzosen Ernest und zog zu ihm nach Nancy. Sämtliche Versuche ihrer Familie scheiterten, Lea nach dem Einfall der Deutschen in die Schweiz zurückzubringen. Die Historikerin Redolfi hält fest: «Der Verlust des Bürgerrechts führte dazu, dass sie keinen diplomatischen Schutz der Schweiz beanspruchen konnte und ihren Schergen – mit Wissen der Schweizer Behörden – ausgeliefert war.» Lea und ihr Sohn wurden in Auschwitz ermordet, ihr Mann Ernest im KZ Mauthausen.

«Die verlorenen Töchter»

Die Historikerin Silke Margherita Redolfi beschreibt im Buch einzelne Schicksale und die Hintergründe der ausgebürgerten Schweizerinnen. Chronos-Verlag, 2019, S. 456, Fr. 48.–. (aargauerzeitung.ch)

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • really 16.07.2019 09:57
    Highlight Highlight ganz ehrlich... ich glaube es muss noch sehr vielen Schweizern die Augen geöffnet werden.

    Zudem fällt mir immer wieder auf wie gut die Schweizer das ausland kennen und Ihr eigenes Land fast garnicht.

    wir könnten solche Artikel mehr gebrauchen als über die Bachelor/ette unnötige Influencer ect.

  • Eh Doch 15.07.2019 12:35
    Highlight Highlight Nach dem Umgang mit den Verding und Pflegekindern schockiert mich nichts mehr.
    Da liegen wohl noch einige Leichen im Schweizer Keller
  • r74 15.07.2019 11:00
    Highlight Highlight Was hat sich von dann zu heute geändert?
    Wir haben mehr Wohlstand, also ist es nicht mehr notwendig Leute die den Sozialstaat in anspruch nehmen rauszuwerfen.
    Wenn das ändert, der Wohlstand wieder verschwindet, dann wird auch das andere zurückkehren.
  • DrFreeze 15.07.2019 09:34
    Highlight Highlight Unglaublich und im Geschichtsunterricht kein Wort darüber. Die Schweiz war vor hundert Jahren quasi im Mittelalter.
  • Elmar Künstler 15.07.2019 09:33
    Highlight Highlight Echt tragisch, da schäme ich mich Eidgenosse zu sein.
    • Frausowieso 15.07.2019 12:11
      Highlight Highlight Das war in dieser Zeit eigentlich überall so üblich und entsprach dem Zeitgeist. Zu schämen braucht man sich dafür nicht, denn wir haben dies damals nicht so entschieden und heute wird es nicht mehr so umgesetzt. Generell finde ich es kritisch, heute mit dem Zeigfinger auf die Menschen von damals zu zeigen. Wir haben damals nicht gelebt und verstehen nicht, was die Leute für Beweggründe hatten. Was auch immer es war- man hat eingesehen, dass es falsch ist und es geändert.
  • pamayer 15.07.2019 08:46
    Highlight Highlight "Als sie die Schulden ihres Mannes beglichen hatte, bekam sie einen Brief: Darin stand, dass die Behörden sie als «nicht existenzfähig» erachteten – und verwiesen sie ebenfalls des Landes."

    "Die Schulden abbezahlt" als "nicht existenzfähig" qualifizieren zeugt von übelstem Patriarchat.

    Kein Wunder, wurde in der Schweiz das Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt und musste im Appenzell zusätzlich noch per Gerichtsentscheid durchgesetzt werden.

    Friedrich Glauser beschreibt genau diese Zustände in den 20er und 30er Jahren sehr präzise.
  • WID 15.07.2019 08:08
    Highlight Highlight Das sollten die Kinder in der Schule lernen. Aber dann würden sie ja zu kritischen Bürgern heranwachsen.
  • banda69 15.07.2019 08:07
    Highlight Highlight Auf Menschen in Not einprügeln und ihnen jegliche Würde und Lebensgrundlage nehmen.

    Das gibts heute noch. Die Partei, die dafür seit Jahrzehnten einsteht, erreicht rund 30% Wähleranteil.
  • WID 15.07.2019 08:06
    Highlight Highlight Habe ich nicht gewusst. Unglaublich. Unsäglich.
  • Yolo 15.07.2019 06:48
    Highlight Highlight Als früher noch alles besser war?
  • x4253 15.07.2019 06:34
    Highlight Highlight Ist das die gute alte Zeit die sich so viele Zurückwünschen?

    Danke für den Artikel, gerne mehr davon.
  • Delisa06 14.07.2019 23:01
    Highlight Highlight Unglaublich, das wusste ich nicht. Und nicht mal so lange her. Der eine oder andere Politiker sollte das sogar noch wissen.
  • Hierundjetzt 14.07.2019 22:47
    Highlight Highlight 1900 - 1999:
    Verdingkinder: 800 Mio Schaden

    Kinder der Landstrasse (Pro Juventute): 400 Mio Schaden

    Erfindung des J Stempels = ungezählte ermordete im KZ: unbezifferbar

    Forcierte Ausbürgerungen von Amtes wegen infolge Armut: unbezifferbar.

    Schaffen wir es endlich mal uns normal gegenüber Schwachen Mitbürger zu verhalten?

    Ja?

    Nur mal so ein Jahrzentlang ohne Zwangsterilisation, Staatlich organisiertes Kinder klauen, Kinder-Sklavenarbeit und Frauen ohne Gerichtsurteil ins jahrelang Zuchthaus werfen, weil Sie Sex hatten?

    Kommt, dass schaffen wir!

    Merci❤️
    • Samzilla 15.07.2019 09:50
      Highlight Highlight Durchaus gabs viel Unschönes in der Schweizer Geschichte.

      Das von Dir geforderte Jahrzehnt haben wir aber bereits locker überschritten.
  • Phippu Skriminelli 14.07.2019 22:35
    Highlight Highlight Ich finde es toll das solche Sachen aufgearbeitet werden, so können mal die möchtegern Wutbürger sehen wie es früher war. Glaubt mir diese Zustände möchte niemand mehr wieder erleben.
  • Baba 14.07.2019 22:10
    Highlight Highlight Erschütternd! Und wieder spielen Kirchenmänner eine mehr als dunkle Rolle 🤬.

    Zitat: "[...]Obwohl die Klinik vorerst von einer Abschiebung abriet, drängte DER PFARRER dazu.[...]" - "[...]Oder wie es der Pfarrer festhielt: Sie [die vier Kinder] wurden «so versorgt, dass sie niemandem zur Last fallen».[...]"

    Wenn es eine Hölle geben sollte, sollen solche Typen da schmoren! Und jene Behörden, die sich den Frauen gegenüber so kaltherzig zeigten gleich mit.
  • Tom T. 14.07.2019 21:57
    Highlight Highlight "Die Gute Alte Zeit" von der die Ewiggestrigen so schwärmen - so gut war die nicht.
  • Gulasch 14.07.2019 21:51
    Highlight Highlight Exzellenter Artikel, hässliche Schweizer Geschichte, danke fürs Augen öffnen!
    • Oigen 15.07.2019 07:59
      Highlight Highlight und anscheinend gib es mindestens 9 Menschen die sich solche zustände zurück wünschen
  • grandvlad 14.07.2019 21:51
    Highlight Highlight Unglaublich.... Hoffe, dass die CH-Bevölkerung in 50 Jahren das gleiche sagt, zu den Gesetzen der Frauen von heute 😏
    • Arthur Sunil 14.07.2019 22:03
      Highlight Highlight Welche "heutigen Gesetze der Frauen" meinst du?
    • Hierundjetzt 14.07.2019 22:40
      Highlight Highlight Welchen Gesetzen? In meiner Gesetzessammlung und in meiner Bundesverfassung steht nichts von 2 Rechtssystemen.

      Mit Bitte um Erleuchtung
    • Donald 15.07.2019 00:15
      Highlight Highlight Du meinst, dass Frauen weniger lang arbeiten müssen und keine Wehrpflicht haben? Ich hoffe die Erkenntiss, dass dies unfair ist dauert nicht so lange.
  • Anton Klar 14.07.2019 21:33
    Highlight Highlight Wenn Recht zu Unrecht wird. In den ersten 140 Jahren seit der Gründung der modernen Schweiz ist leider viel unschönes passiert.

    Was erstaunt, dass die Regelung betr. den Ehemännern erst in den 1990ern geändert wurde.
  • Makatitom 14.07.2019 21:27
    Highlight Highlight Ist jetzt das die "gute alte Zeit", zu der die "richtigen Eidgenossen" so gern zurück wollen?
    • Kruk 14.07.2019 23:17
      Highlight Highlight Ja, die wollen genau solche sachen! Echt. Seit auf der Hut!
    • Scooby doo 15.07.2019 07:29
      Highlight Highlight Es spielt keine Rolle ob wir in die "gute alte Zeit" zurück gehen ,oder wir bleiben im 2019…... Es hat sich zwar extrem verbessert, aber das System ist schlussendlich immer noch krank!
  • wasihrnichtsagt 14.07.2019 21:07
    Highlight Highlight Unglaublich, das ist leider nur eine der vielen dunklen Geschichten wie auch die Verdingkinder,... schön das man das langsam aufarbeitet. Vielleicht sollte man sich solche Geschichten vor Auge halten wenn man wiedermal sehr schnell am Fremdbeurteilen ist.
    • DerTaran 15.07.2019 08:06
      Highlight Highlight Wer arbeitet hier auf? Die offizielle Schweiz? Nein, nur Historikerin und eine Online-Zeitung!
  • Kronrod 14.07.2019 20:58
    Highlight Highlight Es ist einfach, diese Praxis aus heutiger Sicht von unseren bequemen Sofas aus und mit vollen Bäuchen zu verurteilen. Doch wie Bertolt Brecht sagte: "Erst kommt das Fressen, und dann die Moral."
    • Hierundjetzt 14.07.2019 23:01
      Highlight Highlight Verdingkinder gabs bis in die 1980ger

      Das Programm Kinder der Landstrasse bis in die 1980ger

      Zwangsterilisation von absolut gesunden Sozialhilfebezüger gabs bis in die1980ger

      Zuchthaus für Frauen mit unhelichem Kind gabs bis in die 1980ger

      Je nach Alter warst Du damals Kind oder Deine Eltern waren dabei im Bild.

      Kurz: wo genau hat jemand in der extremen Hochkonjunkturphase von 1960 - 1990ger Hunger gelitten?

      RAV gibts erst seit ca. 1995. vorher hatten wir 0% Arbeitslosigkeit.

      Also hopp! Erzähl mir doch was vom Hunger in den 1970ger Jahren. 🤔

      Eben.
    • Kruk 14.07.2019 23:23
      Highlight Highlight Oh, jene die diese Gesetze machten hatten genug zu fressen.
      Ist wie heute, den vollsten fehlt es am meisten an Moral.
    • karl_e 15.07.2019 00:43
      Highlight Highlight Diejenigen, welche für die Behandlung der Verdingkinder, der Jenischen, der ledigen Mütter etc. zuständig waren, die hatten gewiss genug zu fressen, aber ganz sicher keine Moral.
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