Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Der Mitgliedergewinn der Freikirchen fand bis ins Jahr 2000 statt. Seither hält sich die Zahl der Freikirchlichen auf konstantem Niveau, während die Landeskirchen schrumpften.   bild: shutterstock

Neue Zahlen zeigen

Spektakulärer Aufstieg der Freikirchen in der Schweiz

Die evangelikalen Gemeinschaften boomen: Sie stellen heute laut einer neuen Studie landesweit jeden dritten Kirchgänger.  

Sarah Serafini / «Schweiz am Sonntag»

Erstmals zeigt eine Untersuchung detailliert auf, wie verbreitet Freikirchen in der Schweiz sind und wie ihre Mitglieder denken. Demnach hat sich die Zahl der Evangelikalen seit 1970 von damals 37'000 auf nunmehr 250'000 erhöht. Die Freikirchlichen sind sehr aktiv und besuchen regelmässig die Messe. Darum stellen sie hierzulande an einem normalen Sonntag inzwischen einen Drittel aller Teilnehmer an einem religiösen Ritual.  

Am meisten zugelegt haben die sogenannten charismatischen Freikirchen, wie die umfangreiche Studie zweier Westschweizer Religionssoziologen weiter zeigt. Sie untersuchten, was das evangelisch-freikirchliche Milieu so wettbewerbsstark macht. Der Mitgliedergewinn fand vor allem bis ins Jahr 2000 statt, seither hält sich die Zahl der Freikirchlichen auf konstantem Niveau, während die Landeskirchen schrumpften.  

Freikirchliche denken grossmehrheitlich äusserst konservativ. Sie sprechen sich gegen homosexuelle Beziehungen aus, lehnen Schwangerschaftsabbrüche ab.

Die Wertvorstellungen von Freikirchlichen unterscheiden sich laut der Untersuchung stark von denjenigen der Katholiken, der Reformierten und der Gesamtbevölkerung. Freikirchliche denken grossmehrheitlich äusserst konservativ. Sie sprechen sich gegen homosexuelle Beziehungen aus, lehnen Schwangerschaftsabbrüche ab und befürworten traditionelle Geschlechterrollen. Sie selbst weisen eine signifikant höhere Heiratsrate auf, lassen sich weniger oft scheiden und haben im Durchschnitt mehr Kinder. Ihre Ehepartner sind meist ebenfalls bekehrt.  

5700 religiöse Gemeinschaften

Laut der Studie gibt es in der Schweiz rund 5700 religiöse lokale Gemeinschaften. Die Evangelisch-Freikirchlichen stellen nach den Katholiken die zweitmeisten Lokalitäten. Das ist bemerkenswert, denn nur 3 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Freikirchen-Mitglieder, während es bei den Katholiken 38 Prozent sind.  

Kritisch äussern sich ehemalige Freikirchliche. Sie beschreiben das Milieu als einen geschlossenen Raum mit laut Studie «sektiererischer Tendenz». Von Gehirnwäsche ist die Rede. Allerdings sind es gerade auch diese Merkmale, welche den Fortbestand der Gemeinschaften sichern.  



Das könnte dich auch interessieren:

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

Wetter: Nächste Woche wird's heiss

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Brasilianische Spielerin schafft neuen Rekord

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hannes Barfuss 10.11.2014 13:07
    Highlight Highlight Link zur Studie?
  • madoe 10.11.2014 12:29
    Highlight Highlight Aus der Sicht des Marketings gibt es eine ganz einfache Erklärung für den Freikrichen-Boom: Sie bieten suchenden Menschen Antworten auf ihre spirituellen Fragen. Wenn die Landeskirchen die Freikirchen auf das Sektenimage reduzieren, dann machen sie sich die Sache zu einfach.

    Die entscheidende Frage ist: Welche Antworten bieten die Landeskirchen suchenden Menschen auf spirituelle Fragen? Mit der Akademisierung des Pfarrberufes sind die Antworten für «Otto Normalverbraucher» zu abgehoben und auf Grund interner Richtungskämpfe für spirituell Suchende zu verwirrend.
  • Michael Mettler 09.11.2014 22:06
    Highlight Highlight das missionieren gegen das missionieren, auch das gibts
  • Too Scoop 09.11.2014 21:51
    Highlight Highlight Es soll doch jeder glauben und denken was er will, oder halt eben nicht. Wichtig finde ich, einander nicht zu belästigen und nicht zu bedrohen. Ich lese hier viel was an Freikirchen kritisiert wird, aber auf der Gegenseite schauts genau gleich aus. Man hetzt und beleidigt, für welchen Lohn auch immer.
  • TradeMark 09.11.2014 16:43
    Highlight Highlight Ich finde es äusserst bedenklich, wie gedankenlos und ungesichert hier über die Strukturen und Gesinnung von Freikirchen berichtet wird. Solcher "vom hören sagen" Journalismus zeugt von mangelnder Kompetenz oder aber einfach der Bequemlichkeit, lieber bestehende Infoquellen zu nutzen, anstatt sich selbst eine Meinung zu bilden.
    • TradeMark 09.11.2014 21:19
      Highlight Highlight Es geht um die Aussagen sogenannter Ehemaliger: Diese Aussagen sind tendenziös und haben mit fundiertem Journalismus nichts zu tun. Ich war selbst für lange Zeit Teil einer Freikirche. Mein Entscheid bezüglich Austritt wurde ohne irgendwelche Konseqenzen für mich seitens der Kirche aktepziert und einer Gehirnwäsche wurde ich ebenfalls nie unterzogen.
  • Micha Moser 09.11.2014 14:47
    Highlight Highlight Und wieviele Atheisten gibt es Schweizweit? Wäre auch sehr interessant
  • Lowend 09.11.2014 11:40
    Highlight Highlight Ich haben das Gefühl, dass die politisch-konservative Gehirnwäsche der SVP sehr viel mit diesem Boom der Freikirchen zu tun hat, denn die Verbindung von SVP-Politik mit diesen undurchsichtigen Freikirchen ist leider offensichtlich und es ist augenscheinlich, dass viele Positionen dieser sektenähnlichen Gebilde beinahe identisch sind.
    • Lumpirr01 09.11.2014 13:18
      Highlight Highlight Was?? Die SVP ist alliert mit den Freikirchen und zuletzt noch Verantwortlich für den Boom beim den Freikirchen?? Schon lange nicht mehr so einen Blödsinn gehört? NB: Die SVP hiess früher BGB (Bauer, Gewerbe & Bürgerpartei) und einige, die heutzutage noch diese Partei wählen, tun dies historisch bedingt, obwohl sie mit Leuten wie Ch. Blocher & A. Heer nichts am Hut haben!
    • Lumpirr01 09.11.2014 13:38
      Highlight Highlight Stimmt, aber im Hinterkopf der Leute gibt es auch Bedenken, dass die BDP wieder verlieren / verschwinden könnte, wie es in der CH Politlandschaft (z. Bsp der liberale Landesring) immer wieder vorkommt, speziell wenn ihr Bundesrätin nicht mehr durchkommt!
  • Zeit_Genosse 09.11.2014 11:30
    Highlight Highlight Das zeigt nur das wachsende Bedürfnis - vor allem von konservativen Menschen - nach Zugehörigkeit ähnlich/gleichdenkender und praktizierender Gruppe. Ein Cluster von Suchenden nach Werten. Alle anderen sehen das etwas offener und unverbindlicher.
  • Tilia 09.11.2014 11:06
    Highlight Highlight eine gefährliche und breit unterschätzte entwicklung. ich spreche aus erfahrung und bin in einer freikirchlichen sekte aufgewachsen. ja sie bringen keinen um aber sie boomen die leute zurück ins mittelalter genauso wie der islam. frauen werden subtil unterdrückt, homosexuelle sind krank und müssen geheilt werden, frauen gehören nach hause zu den vielen kindern und haben nicht zu arbeiten.....das zerstört den aufschwunge eine modernen und liberalen gesellschaft. und die politik wird unterwandert von diesen vögeln ohne dass man es merkt. in amerika sieht man diese auswirkungen. dort wird teilweise adam und eva als biologische entstehungsgeschichte der menschheit gelehrt. wir müssen das verhindern. es braucht merkt aktive atheisten welche sich für die trennung von staat und religion klar aussprechen. die atheisten sind tolerant und weltoffen und treten deshalb auch kaum bewusst auf.
    • street21 09.11.2014 14:42
      Highlight Highlight in welcher Freikirche bist Du denn aufgewachsen? Bei uns ist das nicht so. Ich glaube viele hier haben ein völlig falsches Bild von einer Freikirche. Leider gibt es wie überall immer wieder Freikirchen, die den Ruf schädigen mit ihrer konservativen und strengen Haltung. Das einzige Wichtige ist: Gott liebt dich und liebst du Gott? Wenn du in Liebe lebst, dann ergibt sich alles andere...
    • Tilia 09.11.2014 15:52
      Highlight Highlight es gibt diesen Gott nicht da liegt das Problem.....Verantwortung auf imaginäre Wesen zu schieben kann niemals gut sein.
    • Kevegoal 09.11.2014 20:31
      Highlight Highlight Du kannst nicht als Atheist auftreten und sagen Atheisten seien tolerant und weltoffen und gleichzeitig völlig intolerant gegenüber Freichkirchlern sein. Und stecke nicht alle Freikirchen in dieselbe Schublade, nur weil du mit einer schlechte Erfahrungen gemacht hast.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sleeper 09.11.2014 10:01
    Highlight Highlight Grundsätzlich habe ich kein Problem mit den Freikirchen. Eine gute Kollegin von mir gehört einer an. Zwischen ihr als tief religiöse Person und mir als Atheist entstehen oft sehr spannende und anregende Diskussionen. Solange jeder die Meinung des Anderen respektiert, ist ein Koexistenz ohne Probleme möglich. Problematisch wird es erst, wenn solche Glaubensgemeinschaften versuchen ihre Überzeugungen (gegen Homosexualität und Abtreibungen, etc...) Anderen z.B. auf politische Weg aufzuzwingen. Ich starte ja auch keine Initiative, welche die Kirchenglocken am Sonntag morgen verbieten will...
  • Adonis 09.11.2014 09:07
    Highlight Highlight Ach wann hören die Irrglauben aller Arten mal auf!
    • street21 09.11.2014 11:48
      Highlight Highlight Ich finde das erschreckend, was für eine Intoleranz gegenüber Christen und Gläuben herrscht. Immer wird Toleranz erwartet, doch gegen die Churchs sind die Leute sooo untolerant. Lasst doch alle glauben was sie wollen. Niemandem wird das Christsein aufgezwungen.
    • karl_e 09.11.2014 13:13
      Highlight Highlight @street21: wenn du schon den amerikanischen Slang vieler dieser US- "churchs" verwendest: es heisst "churches".
    • Kevegoal 09.11.2014 21:21
      Highlight Highlight @Grufti du kannst nicht an nichts glauben. Wenn du die Evolutionstheorie als richtig anerkennst, glaubst du auch daran. Denn eine Theorie ist keine Tatsache. Die Schöpfung ist auch eine Theorie.
      Der Mensch glaubt immer etwas. Glaube heisst per definition nur "etwas für wahr halten"

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

watson kommt heute anders daher als sonst. Aufgrund des Frauenstreiktags dominieren Frauen die Startseite. 14 Begründungen, warum das so ist.

Frauen sind in der Politik untervertreten. Im Nationalrat sind 32 Prozent Frauen, im Ständerat 15,2 Prozent. In 170 von 193 Ländern weltweit ist ein Mann an der Macht. Nur in 23 Ländern ist eine Frau Regierungschefin oder Staatsoberhaupt. 88 Prozent der Macht auf der Welt gehört somit Männern.

Die Quellen für diesen Artikel findest du ganz am Schluss.

Frauen sind in allen relevanten Entscheidungsgremien untervertreten. Der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten in der Schweiz wächst langsamer als …

Artikel lesen
Link zum Artikel