Schweiz
Gesellschaft & Politik

Waffennarr und Neonazi – Genf ermittelt gegen 27-Jährigen

Harmloser Waffennarr oder gefährlicher Neonazi? – Genf ermittelt gegen 27-Jährigen

20.12.2015, 04:5720.12.2015, 08:20

Letzte Woche entdeckte die Genfer Polizei im Zuge ihres Anti-Terror-Einsatzes ein Waffenarsenal in der Wohnung eines 27-jährigen Schweizers. B. N. hortete Kalaschnikows, Maschinenpistolen, eine Pump Gun und mehr als 30 Gewehre. Im Wohnzimmer hing zudem eine Nazi-Flagge. 

Romandie

N. gab sich gegenüber den Medien harmlos und unpolitisch. Er sei einfach ein Waffensammler, mehr nicht. Recherchen der «SonntagsZeitung» zeichnen jetzt aber ein anderes Bild des Romands: Er soll ein Rechtsextremist mit Kontakten zu führenden Neonazis in der Schweiz und im Ausland sein. 

Seit mehreren Jahren trete N. als Präsident der rechtsextremen Gruppierung «Egalité et Réconciliation Suisse» auf, ein Ableger des französischen Pendants. N. arbeite mit der Westschweizer Führungsriege der rechtsextremen PNOS zusammen.

Auf Facebook zeigt sich B. N. als Armee-Narr.
Auf Facebook zeigt sich B. N. als Armee-Narr.
bild: facebook

Ausserdem habe der 27-Jährige im vergangenen Jahr über Facebook mehrere Schiesstrainings organisiert, für die sich auch ein militanter PNOS-Aktivist angemeldet habe. 

Die Staatsanwaltschaft Genf ermittelt gegen den Waffennarr – ohne Gründe dafür zu nennen. Derweil warnt der Nachrichtendienst des Bundes vor Rechtsextremen, die sich zunehmend bewaffnen würden, heisst es in dem Bericht weiter. Es sei anzunehmen, dass in der Szene «vielfach grössere Sammlungen funktionstüchtiger Waffen bestehen». (dwi)

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