Schweiz
Gesellschaft & Politik

Pornhub: Schweizer Piratenpartei schaltet Anzeigen auf Pornoseiten

Schweizer Piratenpartei macht Werbung auf Pornhub – und es ist zum 🍆🗳️🤣

17.10.2019, 13:5317.10.2019, 14:24
Schweizer Wahlwerbung mal anders.
Schweizer Wahlwerbung mal anders. bild: zvg

Wer sich derzeit auf Pornhub ein Filmchen reinzieht, landet mitten im Schweizer Wahlkampf:

«Wähl 'nen Wichser», fordert Nationalratskandidat David Herzog (38) von der Zürcher Piratenpartei die Pornhub-User auf. «Frei und sicher wichsen dank Privatspähre», so ein weiterer Spruch.

Herzog hat die Werbung neben Pornhub auf Youporn und weiteren Sex-Streamingseiten aufgeschaltet. Die Anzeigen sind laut dem Politiker in den Kantonen Bern, Zürich, Basel und Aargau bereits rund 14 Millionen Mal ausgespielt worden. Dies alleine in den letzten zehn Tagen.

«Man muss die WählerInnen abholen, wo sie gerade wichsen»
Twitter-User

Die Sujets machen die Runde und erheitern auf Twitter gerade die Gemüter: «Man muss die WählerInnen abholen, wo sie gerade wichsen», kommentiert ein User und spricht von der «besten Wahlwerbung 2019».

Warum schaltet Herzog seine Anzeigen ausgerechnet auf Pornoseiten? «Wir gehen dorthin, wo sich andere Parteien nicht trauen. Pornos gehören zu einer aufgeklärten Gesellschaft einfach dazu», sagt der Winterthurer.

Er möchte sich als Nationalrat inbesondere für mehr Privatsphäre im Netz einsetzen. «Du willst ja nicht, dass dein Chef weiss, welche Pornos du schaust», sagt Herzog mit einem Augenzwinkern.

Bild

Da stellt sich natürlich die Frage, welches sein Lieblingsstreifen auf Pornhub ist: «Ibiza Casting Couch: 2 dumb whiteboys think they get $$$, get f*** in ass», antwortet Herzog diplomatisch. Unter diesem Titel ist die Video-Reportage über den Skandal um FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache tatsächlich auf Pornhub aufgeschaltet.

Übrigens: Das nötige Kleingeld für solche Wahlkampfaktionen haben die Piraten dank einer grosszügigen Einzelspende von PKZ-Erbe und Parteimitglied Philippe Burger. Laut Herzog hat die Porno-Werbeaktion 200 Franken gekostet.

Wir haben die Wahlplakate interviewt ...

Video: watson/Patrick Toggweiler, Jodok Meier, Emily Engkent

(amü)

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