Wegen hoher Nachfrage: Dargebotene Hand setzt jetzt auch auf KI-Chatbot
Nur jede vierte Chatanfrage könne derzeit beantwortet werden, teilte die Organisation 143.ch am Sonntag mit.
Der Chatbot komme seit Anfang Oktober zum Einsatz, wenn keine menschliche Beratungsperson verfügbar sei oder ausserhalb der Öffnungszeiten von 10.00 bis 22.00 Uhr. Er soll als Brücke dienen, damit Menschen in Notlagen nicht abgewiesen werden müssten, wenn gerade kein menschlicher Kontakt verfügbar sei. «Trotz Einsatz eines Bots bleibt das Ziel klar: mehr echte Gespräche, mehr erreichbare freiwillige Mitarbeitende und mehr Unterstützung von Mensch zu Mensch», hiess es.
Die Dargebotene Hand will laut Mitteilung trotz des Bots die Kapazitäten der menschlichen Beratung ausbauen. Anfang 2027 starte deshalb ein neuer Ausbildungskurs für freiwillige Mitarbeitende.
Die Organisation betonte, dass der Bot klar als künstliche Intelligenz (KI) erkennbar sei. Es handle sich um ein geschlossenes System, das keine menschliche Beziehung vortäusche und nicht aus den Gesprächen lerne. Die Antworten basierten auf geprüften und kuratierten Inhalten.
Für Krisensituationen wie bei suizidalen Äusserungen verfüge der Bot über einen vordefinierten Ablauf. Dieser beinhalte eine Dringlichkeitseinschätzung und Hinweise auf Notfallangebote.
Die Technologie wurde bereits von einer finnischen Partnerorganisation erprobt. Dort wurden innerhalb von zehn Monaten rund 25'000 Gespräche geführt, wie es weiter hiess. 91 Prozent der Rückmeldungen auf einzelne Nachrichten des Bots seien positiv gewesen. (sda)
