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23.10.2026, 09:0723.10.2026, 10:37
Graber erklärt, dass für ihn das Justizdepartement das Naheliegendste wäre, da er Jurist sei. Er sei jedoch offen für alle Departemente. Ruppen führt aus, dass das Gremium entscheidet. Auch er sei Anwalt und Notar, deshalb kenne er die Materie des EJPD auch. Ausserdem kenne er die Armee. «Wir haben eine Problematik bei den Beständen, bei der Finanzierung, bei der Ausrüstung.» Er habe aber auch schon das Ressort Gesundheit und Soziales zwölf Jahre ausgeübt. Man müsse flexibel sein. «Es ist wichtig, dass diese sieben Leute miteinander diskutieren und den Richtigen an den richtigen Ort stellen.»
Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Graber stellt klar, dass er für die Finanzierung der Armee die Mehrwertsteuer nicht erhöhen will. Zudem kritisiert er Amherds Führungsstil des VBS. Er zeichnet ein düsteres Bild: Vielleicht müsse man bald auch innerhalb des Landes bald Soldaten schicken, wenn man die Zustände in Mailand sieht. Für ihn ist klar, dass die Armee besser ausgerüstet wird.
Ja, mehrere, sagt Graber. «Es gab Gespräche, die wurden geführt. Es ist jetzt schlussendlich so, dass wir beide kandidieren und es ist meines Erachtens so, dass wir gute Kandidaturen hervorbringen könnten.»
Amacker erklärt, dass man mit beiden Kandidaten das Gespräch gesucht habe und beide ihr Interesse bekundet hätten. Nun liege es an der Findungskommission.
Nein, sagt Graber. Er wolle die Kandidatur nicht für eine persönliche Profilierung missbrauchen. Es braucht wirklich die besten und fähigsten Leute, um dieses Land im Innern und gegen aussen zu schützen.
Ruppen stimmt Graber zu. Sie hätten beide durch ihre aktuellen Ämter viel Publizität, «da wäre es sehr vermessen, eine Kandidatur für diese Publizität zu missbrauchen. Dafür ist die Lage zu ernst».
Da Franz Ruppen eher als Favorit gilt, wird Michael Graber gefragt, ob er sich überlegt habe, seine Kandidatur zurückzuziehen. Er wolle sich zu anderen Kandidaten nicht äussern, erklärt Graber. Ruppen ergänzt, dass er sich viel Zeit für den Entscheid genommen habe. Parteiintern seien die Kandidaturen abgesprochen. Auch bittere Niederlagen gehörten dazu. Er gehe aber mit viel Engagement in den Wahlkampf.
Nun können die Journalistinnen und Journalisten Fragen stellen.
Ruppen spricht über Einheit in der Vielfalt, über Zusammenhalt und Verbundenheit, die die Schweiz auszeichneten. Dafür wolle er sich einsetzen.
«Ich bin bereit, mich mit aller Kraft in den Dienst unseres Landes zu stellen», sagt Ruppen. Er sehe sich auch als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Regionen. «Die ländlichen Regionen dürfen nicht ins Hintertreffen geraten, Stadt und Land müssen auf Augenhöhe miteinander diskutieren.»

Nun erklärt sich Franz Ruppen. Er erzählt, wie der Wirbel um seine Kandidatur begonnen hat, als sein Name von Esther Friedli beim Sonntalk von TeleZüri gefallen sei. Ruppen zählt die Eigenschaften auf, die ein Bundesrat mitbringen müsse: Belastbarkeit, Führungskompetenz, Sprachkenntnisse, Fachkompetenzen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. «In diesem Sinne habe ich mich entschieden, meine Kandidatur bei der Kantonalpartei einzureichen.»
Er wolle sich mit allem, was er habe, dafür einsetzen, dem Amt gerecht zu werden. Und nochmals betont Graber: «Ich bin ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten.»

Er habe sich den Entscheid mit seiner Frau, Freunden und Kollegen «reiflich» überlegt. Er bedankt sich für das Vertrauen seiner Partei. Graber erzählt, dass er 45 Jahre alt und verheiratet ist und in Brig eine Anwaltskanzlei führt. «Ich bin ein neugieriger Mensch, meinungs- und entscheidungsstark.»
Graber spricht von unsicheren Zeiten, Kriegen. Er zeichnet ein düsteres Bild. Und fügt an: «Ich bin ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten. Deshalb will ich Bundesrat werden.»
Der Präsident der SVP Oberwallis, Romano Amacker, eröffnet die Medienkonferenz. Er gibt bekannt, dass sowohl Graber als auch Ruppen für den Bundesratssitz nominiert sind.
Nebst Michael Graber, dessen Kandidatur bereits offiziell ist, sitzt auch Franz Ruppen am Tisch. Es wurde bereits vermutet, dass es aus dem Wallis eine Doppelkandidatur gibt. Ruppen hat sich aber noch nicht offiziell dazu geäussert.
Am Freitagmittag läuft die parteiinterne Frist für die Kandidaturen als Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin ab. Mittlerweile haben sich schon zahlreiche Bewerber gemeldet, auch der Walliser SVP-Nationalrat Michael Graber hat am Freitagmorgen seine Kandidatur im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» bekannt gegeben. Um 10 Uhr hat er eine Medienkonferenz angekündigt.
Graber ist seit fünf Jahren Nationalrat. 2024 hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er sich zusammen mit Fraktionschef Thomas Aeschi im Bundeshaus den Anweisungen von Bundespolizisten widersetzt hatte und es zum Gerangel gekommen war.
Im Interview rechnet sich der Oberwalliser durchaus Chancen aus, auf das SVP-Ticket zu kommen. Dass er bei einer Wahl in den Bundesrat die Romands verdrängen würde, sei für ihn kein Problem. Vorübergehende Ungleichgewichte zwischen den Sprachregionen könne es geben, ausserdem habe er einen starken Bezug zum französischsprachigen Unterwallis. (sda/vro)
Das Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz von Guy Parmelin nimmt Fahrt auf. Am Freitagmorgen gab auch Michael Graber seine Kandidatur bekannt. «Ich rechne mir intakte Chancen aus, von der SVP offiziell nominiert zu werden», sagte der Walliser SVP-Nationalrat gegenüber dem Tages-Anzeiger.
Um 10 Uhr will Graber an einer Medienkonferenz in Bern informieren. Auch Staatsrat Franz Ruppen ist vor Ort. Er möchte Guy Parmelin ebenfalls beerben.
«Ich bin bereit, mich mit aller Kraft in den Dienst unseres Landes zu stellen und mich für die Schweiz und ihre Bevölkerung zu engagieren», sagte Ruppen.
Durch seine Arbeit in einer kantonalen Exekutive verfüge er über Kenntnisse, die es in der Landesregierung brauche: Führungserfahrung in einer Kollegialbehörde und in einem Departement, gute Kenntnisse der Sorgen und Perspektiven der Kantone sowie die Fähigkeit, praxistaugliche und pragmatische Lösungen zu finden.
Beide Kandidaten stammen aus dem Oberwallis. Sie könnten also der Romandie einen Bundesratssitz wegschnappen. Dazu sagt Graber im «Tages-Anzeiger»: «Ich verstehe, dass die Romands nach dem Rücktritt von Guy Parmelin den Sitz behalten möchten.» Aber niemand habe automatisch Anspruch auf einen Sitz. «Wichtig ist, dass alle Sprachregionen über längere Zeit angemessen vertreten sind», so Graber.
Somit sind bisher sechs Kandidaturen eingegangen. Neben Graber wollen auch Céline Amaudruz, Marco Chiesa, Pierre Alain-Schnegg und Rémy Wyssmann Bundesrat werden. Thomas Aeschi wurde zwar von der Zuger SVP nominiert, will sich aber noch etwas Zeit lassen. Die Meldefrist endet heute um 12 Uhr.
(cma)
Die aktuelle Übersicht zu den Kandidierenden: