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Migration

Brisante Recherchen: Gibt es ein Gewalt-Problem im Bundesasylzentrum Bässlergut?

Brisante Recherchen: Gibt es ein Gewalt-Problem im Bundesasylzentrum Bässlergut?

Sicherheitsangestellte sollen Asylsuchende im Basler Asylzentrum regelmässig geschlagen haben.
13.05.2020, 20:3614.05.2020, 15:15

Konflikte bei der Essensausgabe, unverhältnismässige Aktionen der Sicherheitsleute, renitente Asylsuchende. Die Protokolle des Sicherheitsdienst, der im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel für Ordnung sorgen soll, zeichnen ein düsteres Bild. Die Wochenzeitung (WOZ) und die SRF-Sendung «Rundschau» berichten über die Dokumente. Zudem konnten sie mit mehreren Asylsuchenden sprechen, die im Zentrum Bässlergut leben.

Im Asylzentrum gibt es gemäss den Berichten einen sogenannten «Besinnungsraum». Eine Isolationszelle, die nur im Ausnahmefall und für wenige Stunden genutzt werden sollte. Die Protokolle und Augenzeugenberichte sollen nun zeigen, dass das Sicherheitspersonal die Massnahme unverhältnismässig oft einsetzt. Protokolle würden zeigen, dass Asylsuchende eine ganze Nacht in der Zelle verbringen mussten, schreibt die WOZ.

Asylsuchender widerspricht dem Protokoll

Die Zeitung führt ein Beispiel von Dezember 2019 auf. Laut Protokoll weigerte sich ein Asylsuchender, sein Bett zu verlassen. Er soll Anwesende beschimpft und «ein erhöhtes Aggressionsverhalten» gezeigt haben. Der Sicherheitsdienst griff daraufhin ein und verfrachtet den Mann in die Isolationszelle. Auf dem Weg dorthin soll sich der Asylsuchende an einem Türrahmen gestossen haben. Schliesslich klagte dieser später über Bauchschmerzen und wurde ins Spital gebracht.

Die WOZ hat mit dem Betroffenen gesprochen. Er sagte zur Zeitung: «Ich war krank und habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Am Morgen kamen die Securitas, es war sehr kalt, doch sie öffneten das Fenster, nahmen mir die Decke weg.» Dann hätten sie ihn mitgenommen und in der Zelle mehrmals in den Bauch geschlagen.

Gegenüber SRF erheben mehrere Asylbewerber schwere Vorwürfe gegen das Sicherheitspersonal: «Die Securitas suchen die ganze Zeit Probleme, damit sie sich prügeln können», sagt Lotfi Rezgani, ein Asylsuchender aus Tunesien.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) betreibt das Asylzentrum Bässlergut. Zu den Vorwürfen schreibt das SEM der WOZ: «Wir haben keine Hinweise darauf, dass die Sicherheitsdienstleister in Basel oder in anderen Bundesasylzentren unverhältnismässigen Zwang anwenden. Das SEM würde dies nicht dulden und entsprechend sanktionieren.»

Mitarbeitende des Sicherheitsdienst bestätigen jedoch, dass die Isolationszelle, die als letzte Massnahme eingesetzt werden sollte, fast täglich genutzt werde. So würden sich wöchentlich zwei bis sechs Konflikte ereignen, bei denen man eingreifen müsse. (chmedia/cma)

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