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Der SRF-«Club» zum Fall Brian K. screenshot: srf.ch

Review

SRF-«Club» zum Fall «Brian»: «Schlagzeilen sollen nicht den Strafvollzug steuern»

Am Mittwoch entscheidet das Gericht über die Zukunft von Brian, auch bekannt als «Carlos». Im SRF-«Club» vom Dienstagabend wurde über den polarisierenden Fall diskutiert.

Milan Marquard
Milan Marquard



Der Fall «Carlos» – mittlerweile auch bekannt als Fall «Brian» – erlangte durch eine SRF-Dokumentation grosse mediale Aufmerksamkeit. Grund der öffentlichen Empörung waren die hohen Kosten für ein Sondersetting, das den 24-jährigen Brian nach etlichen gescheiterten Massnahme-Versuchen endlich resozialisieren sollte. Der mediale Druck führte schliesslich zum Abbruch des Settings und Brian sitzt nach einer Schlägerei derzeit in der Stafvollzugsanstalt Pöschwies ein. Das Urteil zur 29-Punkte Anklage wird am Mittwoch gefällt – ihm droht eine Verwahrung.

Das bevorstehende Urteil und der Fall «Brian» waren daher das Thema vom SRF-«Club» am Dienstagabend. Mitdiskutiert haben unter anderem Daniel Jositsch (SP-Ständerat und Strafrechtsprofessor), Anna-Lisa Offenfuss (Sonderpädagogin) und Frank Urbaniok (forensischer Psychiater). Hauptthemen waren das Sondersetting, die drohende Verwahrung und die Möglichkeiten für die Zukunft.

Das Sondersetting

Brian fiel bereits früh negativ auf und kam mit dem Gesetz in Konflikt. Mit elf wurde er das erste mal ins Gefängnis gesteckt. Er blieb jedoch ein Problemfall und von einer Besserung konnte keine Rede sein. Was sollte unternommen werden, um den jungen Mann wieder auf die richtige Bahn zu führen?

Experten waren der Ansicht, dass ein Sondersetting erfolgversprechend war. Das Sondersetting kostete jedoch 29'200 Franken pro Monat, was für Viele nicht nachvollziehbar war und einen riesigen medialen Druck auslöste, was schliesslich zum Abbruch des Settings führte. Der Abbruch der speziellen Massnahme war gemäss Daniel Jositsch ein grosser Fehler:

«Es kann nicht sein, dass Blick-Schlagzeilen über den Justizvollzug entscheiden.»

Jositsch meinte, dass die Verantwortlichen Personen hinter ihrer unpopulären Entscheidung hätten stehen und dem öffentlichen Druck hätten standhalten müssen. Eine angeordnete Massnahme einfach abzubrechen sei höchst fragwürdig. Dieser Meinung war auch Anna-Lisa Oggenfuss. Ihrer Meinung nach war die Massnahme im Fall Brian äusserst erfolgversprechend – schliesslich zeigten sich zum ersten Mal deutliche Fortschritte in Brians Verhalten.

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Anna-Lisa Oggenfuss betreute Brian im Sondersetting. screenshot: srf.ch

Auch die Kosten seien durchaus gerechtfertigt gewesen, so Oggenfuss: «Reintergration ist teuer», aber nicht zu teuer, weil Fortschritte erkennbar waren. Solche Massnahmen seien erst dann ungerechtfertigt, wenn innerhalb von fünf Jahren keine Verhaltensänderung erkennbar sei. Ausserdem kostet Brian den Staat mittlerweile viel mehr, insbesondere auch dann, wenn er tatsächlich verwahrt werden sollte.

Die Verwahrung

Nach Abbruch des Sondersettings kam Brian in ein Jugendgefängnis bis das Bundesgericht diese Massnahme als ungerechtfertigt ansah und Brian auf freien Fuss kam. Kurze Zeit später liess er sich zu einer Schlägerei hinreissen und wurde zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. In Haft eskalierte die Situation und Brian wurde in 29 Punkten erneut angeklagt. Die Staatsanwaltschaft plädiert auf eine Verwahrung.

Verwahrt kann Brian nur werden, wenn er der schweren versuchten Körperverletzung schuldig gesprochen wird. Laut Daniel Jositsch absolut unverhältnismässig, weil...

«...es sich um eine einmalige Körperverletzung handelt und Brian noch so jung ist.»

Normalerweise werden schwere Sexual- oder Gewaltstraftaten mit Verwahrung bestraft, wovon bei Brian nicht die Rede sein kann. Hinzu kommt, dass eine Verwahrung in den meisten Fällen nicht aufgehoben wird, da eine Besserung des Verhaltens in Verwahrungs- und Isolationshaft eher unwahrscheinlich ist und niemand für eine ehemals verwahrte Person die Verantwortung übernehmen will. Brian hätte folglich schlechte Chancen auf eine ernsthafte Überprüfung der Massnahme nach einigen Jahren, wie Frank Urbaniok feststellte.

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Frank Urbaniok ist der Verwahrung gegenüber eher kritisch eingestellt. screenshot: srf.ch

Bei dem jungen Mann führt auch die Isolation zu einem gesteigert aggressiven Verhalten, weshalb die Massnahme in seinem Fall ganz und gar nicht erfolgversprechend ist. Erfolgreich ist eine Massnahme nämlich dann, wenn innerhalb von fünf Jahren eine Verhaltensverbesserung erkennbar ist. Doch was würde in diesem Fall zu einem Erfolg führen?

Zukunfts-Möglichkeiten

Die derart hohe mediale Aufmerksamkeit machte Brian quasi zu einem «Promi», wie Daniel Jositsch feststellte. Diese Aufmerksamkeit ist für den 24-Jährigen schlicht zu viel – der Druck ist kontraproduktiv für eine positive Entwicklung.

Sowohl der Strafvollzugsexperte Benjamin Brägger als auch Jositsch sehen eine gute Möglichkeit in der Versetzung von Brian in einen anderen Landesteil. An einem Ort, wo er unbekannt ist. So würden ihm Gefängniswärter und involvierte Personen anders begegnen und Brian hätte die Chance, wieder zu Menschen Vertrauen zu fassen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Resozialisierung.

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Daniel Jositsch plädiert für eine Verlegung von Brian in eine Landesteil, wo er unbekannt ist. screenshot: srf.ch

Schlussendlich geht es darum, dass sowohl auf die öffentliche Sicherheit als auch auf die Freiheitsrechte und die Entwicklung von Brian Rücksicht genommen wird. Doch das Eine geht nicht ohne das Andere, weshalb beim Urteil vom Mittwoch ganz sorgfältig abgewägt werden muss – und der Entscheid unabhängig vom grossen öffentlichen Druck gefällt wird.

Hier gibt es die ganze Sendung zum Nachschauen:

Video: SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • verwundertes rehlein 07.11.2019 09:10
    Highlight Highlight schlimm war dieser club.der einzig anwesende forensische psychiater urbaniok wurde weder in seiner Analyse angehört noch ernst genommen und der ganze fall wird nun so dargestellt als sei dieser junge herr ein Opfer.jes
    der,der das auch so sieht kann sich gerne freiwillig melden um täglich angespuckt und bedroht oder angegriffen zu werden. Selbstverantwortung scheint nicht mehr modern zu sein.zudem,haben etliche leute eine wirklich tragische boigrafie...
  • Geiwetschteiler 06.11.2019 12:01
    Highlight Highlight Die Verantwortung liegt ganz allein bei IHM!
    Wo soll sie den sonst liegen? Wer hat den mit dem Messer zugestochen und den Beamten verprügelt?
    Und das ein Sondersetting bei Gewalttätern Kampfsport beinhaltet ist doch völlig daneben.
    das wär ja so als ob mann einem Sexualstraftäter gratis Prostituierte zur Verfügung stellt!

    Der Täter gehört Verwahrt. Das ist wohl das mindeste was man den Opfern dieses Wiederholungstäters schuldig ist.
  • beaetel 06.11.2019 11:45
    Highlight Highlight In der gestrigen Sendung wurde klar, dass Brian gefoltert wurde und es auch immer noch wird und dass unsere Behörden diese Form von Einzelhaft als das Natürlichste der Welt ansehen. Pfui Teufel. Brian sollte den Staat auf Millionen verklagen, wegen menschenunwürdiger Behandlungen über sehr, sehr lange Zeit! Wo leben wir eigentlich?
    • verwundertes rehlein 07.11.2019 11:03
      Highlight Highlight dann meld dich doch freiwillig und lass dich anspucken,angreifen und bedrohen...die leute,die den jungen man betreuen müssen sind auch menschen,die,die er verletzt hat sind auch menschen..aber offensichtlich hättest du ja keine probleme damit, dich so behandeln zu lassen...also ab mit der bewerbung ans pöschwies
  • Nightghost 06.11.2019 11:31
    Highlight Highlight Man stelle sich vor, dass Sondersetting wären 5 Jahre lang durchgezogen worden, das hätte der Staat /Steuerzahler rund 1,8Mio Franken gekostet . Ob dieser sehr hohe Betrag gerechtfertigt ist, frage ich mich schon. 5 Jahre um eine Verhaltensänderung festzustellen.
  • Pixie13 06.11.2019 10:51
    Highlight Highlight Der Abbruch des Sondersettings sei ein Fehler gewesen? Na dann kann der Herr Jositsch dieses ja aus dem eigenen Portmonee bezahlen.
    Der Jositsch scheint ja ein Fan von Brian zu sein, warum geht ihr nicht mal zusammen saufen an der Langstrasse? Dürfte sicher nicht in einer Schlägerei ausarten. Oder nimm ihn nach Hause wo ihr euch bei einem Glas Wein und Kerzenschein unterhalten könnt? Oder Tschau Sepp spielen?

  • John Carter 06.11.2019 10:18
    Highlight Highlight Ich wäre da nicht so nachsichtig wie die Herren und Damen im Club. Wenn man bedenkt, dass alle die von Brian geschlagen + verletzt wurden kein Sondersetting + keine Entschädigung bekommen, dann ist der harte Gefängnisalltag das einzig richtige. Wir sind schon so verweichlicht in der CH, dass wir für die Täter alles tun und für die Opfer gar nichts.

    Ich glaube nicht, dass man den renitenten Gefangenen in Frankreich oder Italien ein Sondersetting für CHF 30'000 zugesteht. Die langen sich an den Kopf und sagen "die spinnen die Schweizer".
    • peeti 06.11.2019 11:34
      Highlight Highlight Sie machen es sich zu einfach. Der europ. Vergleich zeigt klar, dass Länder, die stark auf offenen Vollzug und Reintegration setzen, in der Regel die niedrigsten Gefängnisinsassen haben. Auch die Rückfallraten in solchen Ländern sind geringer und die Resozialisierung gelingt besser.

      Vielleicht sagen andere "die spinnen die Schweizer". Sie geben aber schlussendlich viel mehr Geld für ihren Strafvollzug aus.
      Und wenn Ex-Sträflinge den Wiedereinstieg schaffen, ist der gesellschaftliche Mehrwert noch viel höher als der finanzielle.
    • satyros 06.11.2019 13:34
      Highlight Highlight Die Opfer haben in der Schweiz Anrwcht auf Leistungen der Opferhilfe. Das heisst alle medizinischen Kosten sind gedeckt, man hat Anrecht auf eine Psychotherapie, um mit der Tat besser umgehen zu können, man kriegt einen Anwalt im Strafverfahren und bei schweren Beeinträchtigungen eine Genugtuung (Schmerzensgeld). Natürlich könnte der Staat noch mehr machen, aber es ist nicht Brians Schuld, wenn er es nicht macht.
  • Saraina 06.11.2019 09:55
    Highlight Highlight Immer wenn man denkt, schlimmer kann‘s nicht kommen, setzt SRF noch einen „Club“ obendrauf.
  • ybfreak 06.11.2019 09:19
    Highlight Highlight Mein Fazit der Sendung, respektive für diesen Fall:
    1. Für eine Tat ist immer der Täter verantwortlich, hört sich nicht nur logisch an, ist auch logisch
    2. Das schweizer Justizsystem spricht dann Strafe UND Massnahme aus, absolut sinnvoll und wird in vielen Ländern nicht berücksichtigt
    3. Die Massnahme mit dem Sondersetting war folgerichtig
    4. Die Zürcher Justizbehörde hat dem Druck von Medien und Öffentlichkeit nachgegeben und das Setting abgebrochen
    5. Diese Entscheidung war falsch (siehe Bundesgerichtsurteil)
    6. Brian hat viel falsch gemacht, in der Verantwortung steht aber nicht er alleine
  • peeti 06.11.2019 09:14
    Highlight Highlight Wo war gestern Andreas Kunz, der damals im Blick die Geschichte skandalisierte? Dank viel öffentlicher Empörung wurde danach das Sondersetting ohne juristischen Anlass abgebrochen.

    Kunz hatte den Fall an den hohen Kosten aufgehängt. Und heute? Eine Verwahrung kostet den Staat ein Vielfaches dessen und ist zudem noch unbefristet.

    Die ganze Geschichte soll man auch aus folgender Optik betrachten: Die vielen Straftaten, die Brian nun angelastet werden, erfolgten mehrhetlich im Strafvollzug. Zudem gibt es für schwere Körperverletzung 10 Jahre, keine Verwahrung!
  • Babuschka11 06.11.2019 08:09
    Highlight Highlight Brian hat zugegebenermassen kein leichtes Schicksal und ist auch offensichtlich nicht in der Lage, sich aus seiner schweren Situation durch angemessenes Verhalten zu befreien. Er wird solange die Ohnmacht/Justiz erleben bis er begreift, dass die wahrhaftige Macht nicht in Gewaltexzessen, sondern in der mentalen- und Herzensstärke liegen. Dementsprechend war der Kampfsport eine absolut falsche Massnahme. Machtgehabe und Einschüchterung hat er da gelernt. Sich unterordnen müssen gemäss einer Hackordnung. Die Moderatorin war sehr unsachlich und hat jede Diskussion zu dem Thema sofort unterbunden.
  • Spooky 06.11.2019 08:09
    Highlight Highlight "Das Sondersetting kostete jedoch 29'200 Franken pro Monat..."

    Ich frage mich, warum das so viel gekostet hat. Aber vielleicht wurde das im Club diskutiert, weiss nicht.
    • Lowend 06.11.2019 11:17
      Highlight Highlight Es wurde diskutiert und auch sehr gut begründet.
    • peeti 06.11.2019 11:26
      Highlight Highlight Auch der normale Strafvollzug kommt auf ähnlich hohe Kosten. Und in der Psychiatrie sind deutlich höhere Ausgaben üblich.
      Schlussendlich ist auch eine Verwahrung langfristig teurer als eine Massnahm, die auf Resozialisierung zielt.

      Vollzugsbeamte, Richter, Anwälte, Gefängnisbetrieb etc. kosten halt in der reichen Schweiz schnell mal ein Heidengeld.
    • satyros 06.11.2019 13:29
      Highlight Highlight Wurde es. Am teuersten waren die Personalkosten. Brian brauchte rund um die Uhr eine Betreuungsperson. Wenn wir von einem Achtstundentag ausgehen, wären das drei Vollzeitstellen.
  • Team Insomnia 06.11.2019 08:08
    Highlight Highlight Fertig mit „gspürsch mich, füehlsch mich mimimimi Programm?“
  • NikolaiZH 06.11.2019 07:54
    Highlight Highlight Man steckt einen offensichtlich psychisch hochlabilen Jugendlichen 14 Monate in Isolationshaft und diskutiert danach ob er sich noch adäquat benehmen könnte...
  • Domimar 06.11.2019 07:37
    Highlight Highlight Schlagzeilen dürfen nicht den Strafvollzug steuern, da bin ich absolut einverstanden. Aber der Souverän muss informiert sein, was in seinem Land passiert. Schlagzeilen sind tendenziös und auf clicks ausgelegt, sie als einzige Quelle ist daher selten eine gute Informationsquelle für den Souverän. Dagegen ist es Aufgabe der direkt untergebenen (die Räte), die Situation richtig zu vermitteln oder vermitteln zu lassen, sodass der Souverän einen richtigen Eindruck hat. Oh, wir sind der Souverän. Wenn die Meinung aufkeimt, der Souverän ist zu "dumm", dann nur, weil nicht ausgewogen informiert wurde.
  • benn 06.11.2019 07:35
    Highlight Highlight Na ja bei den gesprächsteilnehmern war die haltung klar, kritik war nicht zu erwarten, ist das heutiger journalismus?
  • Mutbürgerin 06.11.2019 07:16
    Highlight Highlight Er war in Freiheit und hat seine Chance nicht genutzt. Nicht alles ist therapierbar.
  • Petitsuisse 06.11.2019 07:15
    Highlight Highlight Es kann nicht sein, dass der "Blick" die Justiz beeinflusst. Ha, da lachen ja die Hühner, denn nichts anderes geschieht seit es dieses Schmierblatt gibt. Da werden gezielt Meinungen gemacht, vordergründig der Auflage wegen, doch in Wirklichkeit wird da gezielt Stimmung gegen Personen, Institutionen und Projekte die dem Konzern nicht genehm sind. Und das Volk schluckt die Diät aus Desinformation, billigen Fudimeitli und Dünnbierjournalismus. Aber bitte, macht nur weiter so, ich lehne mich zurück und esse Popcorn.
  • plusminus 06.11.2019 06:57
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • [Nickname] 06.11.2019 06:52
    Highlight Highlight War es nicht das gleiche lasche System welche einen bereits mehrfach Verurteilten Mörder und Vergewaltiger, erstens überhaupt in den Freigang gewährte, alleine mit einer weiblichen Begleitperson und ihm dann noch ein Sackmesser kaufte. Tja sie wurde leider auch Opfer von ihm und dem System, welches Täter schützt.
    • fidget 06.11.2019 13:48
      Highlight Highlight Das System schützt sicher nicht Täter, aber es lässt sie auch nicht in einem dunklen Loch verrotten. Im Strafvollzug wird auch auf Resozialisierung gesetzt, damit die Täter bei Entlassung nicht komplett überfordert sein werden. Nach mehrjähriger Gefängnisstrafe ist es vermutlich schwer genug wieder Fuss zu fassen.
  • Fairness 06.11.2019 06:41
    Highlight Highlight Nichts ist in diesem Fall normal. Der Ursprung des Ganzen ist aber ganz klar Brian‘s Benehmen. Es ist kaum anzunehmen, dass er sich mässigt. Die Justiz kann sich doch nicht von ihm erpressen lassen. So im Sinne von „Bin ich frei und ihr zahlt mir alles, was ich will, dann bin ich auch nett“ geht gar nicht. Wegsperren , um alle da draussen zu schützen, ist daher die einzig richtige Lösung. Er hatte es x Mal in der Hand und scheint es ja so zu wollen.
    • bokl 06.11.2019 07:03
      Highlight Highlight @Fairness
      "... ihr zahlt mir alles, was ich will..."

      Das war im Sondersetting nicht der Fall und ist/wäre auch jetzt kein Thema. Bitte fair und sachlich bleiben.
    • KenGuru 06.11.2019 07:30
      Highlight Highlight Somit besser verwahren sodass es noch teurer wird?
    • Mrlukluk 06.11.2019 07:33
      Highlight Highlight Und Rache sollte doch keine Motivation im Strafvollzug sein.

      Was er tat ist schlimm und kann nicht ungeschehen gemacht oder entschuldigt werden, weder durch Resozialisierung noch durch Gefängnis.

      Aber wir als Allgemeinheit sollten nichts mit der Entscheidung zu tun haben und die aufmerksamsgeilen Medien müssen kein Feindbild heraufbeschwören.
      Es sollte solange wie möglich versucht werden, ihn zu resozialisieren.

      Falls er verwahrt wird, ist das gerechter? Können wir dann die Faust im Sack machen und sagen, das die Schweiz besser ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antinatalist 06.11.2019 06:20
    Highlight Highlight Allein die Aussage "«Re-intergration ist teuer», aber nicht zu teuer, weil Fortschritte erkennbar waren." schliesst eine Verwahrung per se aus, weil damit jegliches Gutachten, Brian wäre nicht therapierbar, widerlegt sind.

    Ich wiederhole: "Weil Fortschritte erkennbar waren."

    Sollte der Richter heute eine Verwahrung aussprechen, wird die Schweizer Justiz vollends unglaubwürdig.
    • PlayaGua 06.11.2019 06:43
      Highlight Highlight Umgekehrt stimmts: Eine Verwahrung ist nur möglich, wenn therapierbar. Wir sprechen hier nicht von der lebenslänglichen Verwahrung.
    • Maracuja 06.11.2019 08:37
      Highlight Highlight Mal abgesehen davon, dass eine Verwahrung unwahrscheinlich ist (Präzedenzfall für die begangenen Delikte), wieso betrifft das Urteil eines Bezirksgerichts gleich die gesamte Schweizer Justiz? Urteile können immer noch an die nächste Instanz weitergezogen werden. Und wieso das heutige Gutachten durch frühere temporäre Erfolge widerlegt sein soll, erschliesst sich mir auch nicht ganz. Ein Gutachten ist doch eine Momentaufnahme.
    • fandustic 06.11.2019 09:15
      Highlight Highlight Na ja, ist ja logisch dass die werte Frau Sonderpädagogin behauptet es hätte Fortschritte gegeben. Was sollte sie auch sonst sagen? Man kann sicher auch ein Programm auf die Beine stellen welches nicht 29‘000.- im Monat kostet....mehr als verständlich dass dies ein Schlag ins Gesicht von jedem Normalbürger ist welcher gerade so über die Runden kommt. Das Bürschchen welchem aber alles sch****egal ist wird vergoldet. Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • troop5444 06.11.2019 06:16
    Highlight Highlight Den was? Den "Strafvollzug"?

    Sorry, liebe Reintegrationsexperten, wenn es uns arbeitende Leute stört, dass Jungs wie Carlos mit Wohlfühlprogrämmchen versorgt werden, die nicht nur offensichtlich nichts bringen, sondern den Täter noch gefährlicher machen ("Boxkurse zur Aggressionskontrolle")
    • satyros 06.11.2019 06:51
      Highlight Highlight Ich empfehle die Sendung zu schauen. Das Programm hat nicht "offensichtlich nichts" gebracht, sondern war im Gegenteil die erste und bisher einzige Massnahme, die erkennbare Erfolge zeigte. Es handelte sich auch nicht um ein "Wohlfühlprogrämmchen". Das ist für Aussenstehende schwer zu begreifen, aber Brian musste in dieser Zeit hart an sich arbeiten und sein Verhalten völlig auf den Kopf stellen. Die Boxkurse waren sein Anreiz, sein Verhalten zu ändern. Er musste sich die "verdienen", in dem er z.B. im Gym arbeitete, zur Schule ging, sich an Regeln hielt, pünktlich war etc.
    • Silent_Revolution 06.11.2019 07:12
      Highlight Highlight Warum soll die Meinung des arbeitenden Pöbels, der sich in den Kommentarspalten der Boulevardblätter mit identischen Schlagwörtern über die immer gleichen, aufgebauschten Fälle empört, irgendwie von Bedeutung sein?

      Wollen Justitia spielen, weil sie arbeiten gehen, kannst du dir nicht ausdenken sowas.

      Lässt du dich bei deinem nächsten medizinischen Problem von mir behandeln? Schliesslich zahle ich KK Prämien.
    • circumspectat animo 06.11.2019 07:43
      Highlight Highlight Ja da sperren wir Arbeitenden Ihn lieber das Leben lang weg, was zwar viel teurer ist aber hey, was sind schon ein paar Hundertausend wenn unser innerer Neid befriedigt wurde ?
    Weitere Antworten anzeigen
  • wunschpunsch 06.11.2019 06:06
    Highlight Highlight armer teufel dieser brian!
    • P. Hodel 06.11.2019 10:27
      Highlight Highlight Arme Teufel, die von ihm verletzten.
  • Booker 06.11.2019 06:03
    Highlight Highlight Es ist aber gut, dass dieser Wahnsinn an die Öffentlichkeit getragen wurde und ich bin überzeugt, dass es nicht bloss ein Einzelfall ist. Hier muss gehandelt werden und die Strafbehörde muss sich durchsetzen mit aller Härte und Konsequenz. So ein Täter ist ein hoffnungsloser Fall und gehört nicht mehr auf die Strasse, auch nicht versuchsweise oder im halboffenen Vollzug etc.
    • Walter Sahli 06.11.2019 07:17
      Highlight Highlight Zum Glück urteilen bei uns Leute, die Ahnung von der Sache haben und nicht die Bauch-gesteuerte, blutgeile "Öffentlichkeit", die wie der Booker meint, sie kenne die Welt vom Sofa aus.
    • ingmarbergman 06.11.2019 08:45
      Highlight Highlight Zum Glück hast du nichts zu entscheiden.

      Dies ist nicht das Mittelalter, sondern unser moderner, demokratischer Rechtsstaat.
    • peeti 06.11.2019 08:48
      Highlight Highlight Ey, der richtige Wahnsinn begann doch erst nach dem Abbruch des Sondersettings?!
      Wir haben vor Hundert Jahren und mehr Leute einfach weggesperrt, weil die Gesellschaft überfordert war. Wir können heute doch nicht einfach (Straf-)Gesetze missachten und Leute völlig unverhältnismässig Lebenslang wegsperren.
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