Schweiz
Schaffhausen

Köpfe zwischen Beinen: Skelette von Geköpften in Schaffhausen entdeckt

Archäologinnen legen die Skelette von zwei Personen frei, deren Köpfe zwischen den Beinen liegen.
Archäologinnen legen die Skelette von zwei Personen frei, deren Köpfe zwischen den Beinen liegen.bild: kantonsarchäologie schaffhausen

Köpfe zwischen den Beinen: Skelette von Geköpften in Schaffhausen entdeckt

07.10.2026, 12:4207.10.2026, 12:42

Die Kantonsarchäologie Schaffhausen hat beim Schulhaus Steig Skelette enthaupteter Personen entdeckt. Die Toten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Entdeckt wurden sie kurz vor dem Abschluss archäologischen Grabungen.

Die Skelette lagen entgegen der üblichen Ausrichtung. Ihre Köpfe waren zwischen den Beinen platziert. Die Toten seien mit dem Schwert auf dem nahegelegenen Chöpferplatz geköpft worden, teilte der Kanton Schaffhausen am Mittwoch mit. Dies würden auch kleine Schnittspuren an den Halswirbeln beweisen. Zudem seien die Enthaupteten ohne Sarg und Gewand begraben worden. Stattdessen seien ihre Körper achtlos in die Grabgrube geworfen worden.

Eines der geköpften Skelette.
Eines der geköpften Skelette.bild: kantonsarchäologie Schaffhausen

Besonders das Alter der Toten lässt aufhorchen. Fünf der bisher untersuchten Skelette stammen von jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 20 Jahren. Die Knochen werden nun geborgen und für wissenschaftliche Auswertungen aufbewahrt. Mit ihrer Hilfe sollen neue Erkenntnisse über das Schaffhauser Justizwesen sowie über das Leben und Sterben im Umfeld des Siechenhauses gewonnen werden.

Bekannt ist bereits, dass der Chöpferplatz ab dem 16. Jahrhundert als Richtstätte diente. Dort wurde den Verurteilten vor einer schaulustigen Menge der Kopf von einem Scharfrichter abgeschlagen, wie ein Bericht von 1765 schildert. Die Vergehen der Verurteilten reichten von Mord, Diebstahl bis hin zu Kindstötung.

Wie und wo die Hingerichteten begraben wurden, sei bisher nicht bekannt gewesen, schrieb der Kanton in seiner Mitteilung.

1000 Bestattungen geborgen

Die Kapelle und der Friedhof des Sondersiechenhauses, wo die Skelette gefunden wurden, werden seit einem Jahr von der Kantonsarchäologie Schaffhausen untersucht. Skelette von 1000 Bestattungen hat das Archäologie-Team dort geborgen.

Im 13. Jahrhundert wurde das Sondersiechenhaus ausserhalb der Stadtmauern für Leprakranke errichtet. Später entstand an gleicher Stelle ein Armenhaus und Spital. Heute befindet sich dort das Areal des Alterszentrums und der Schule Steig. (pre/sda)

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