Archäologen finden erstes römisches Brot der Schweiz
Archäologen haben in Windisch AG ein verkohltes römisches Brot gefunden. Das ist gemäss Medienmitteilung des Kantons Aargau vom Mittwoch eine Seltenheit. Es sehe aus wie ein kleines Fladenbrot.
Das mutmassliche Gebäck besitze einen Durchmesser von zehn Zentimetern und sei etwa drei Zentimeter dick. Nach der Ausgrabung sei es im Restaurierungslabor der Kantonsarchäologie freigelegt worden. Nähere wissenschaftliche Analysen in einem Speziallabor in Wien sollen die Zusammensetzung des Brots offenbaren.
Römische Brote erhalten sich gemäss Medienmitteilung nur, wenn sie verbrannt sind, wie etwa Brote in der Bäckerei des römischen Pompeji. Daher seien die Funde äusserst selten.
Spuren des ersten Truppenlagers gefunden
Das Brot ist nicht der einzige neue Fund in Windisch. «Die Überreste zeugen vom frühesten Truppenlager in Vindonissa und dessen Befestigungssystem», heisst es in der Mitteilung weiter.
Konkret habe man an zwei Stellen Hinweise auf eine Befestigung gefunden, «die älter sein muss als das gut erforschte Verteidigungssystem des Legionslagers des 1. Jahrhunderts nach Christus». Zwei parallel verlaufende Gräben mit Standspuren von Pfosten belegten den Verlauf einer Holz-Erde-Mauer.
Südlich davon sei der Ansatz eines Spitzgrabens entdeckt worden. Damit könne nun erstmals die Grösse des ersten römischen Truppenlagers von Vindonissa abgeschätzt werden: Die Nord-Süd-Ausdehnung soll fast 400 Meter betragen.
Auch Werkzeuge und einen Ofen ausgegraben
Im Inneren des älteren Lagers habe man ein Gebäude mit zwei gleich angelegte Raumgruppen gefunden: zwei kleine Räume neben einem grossen Raum mit Feuerstelle.
An einem anderen Ort hätten sich Hinweise auf Handwerkstätigkeiten zur Zeit des jüngeren Legionslagers gefunden. Ausserdem Werkzeuge aus Metall, Schmiedeabfälle, Lanzen- und Geschossspitzen und einen Ofen aus Lehm-
Zwischen der Zürcherstrasse und der Scheuergasse in Windisch ist eine Wohnüberbauung in einem rund 4000 Quadratmeter grossen Areal geplant. Der Bauplatz liegt südwestlich des römischen Legionslagers Vindonissa. Die Kantonsarchäologie führt seit Mitte August 2025 elfmonatige Rettungsarbeiten durch. Die archäologischen Hinterlassenschaften sollen wissenschaftlich dokumentiert werden. (nil/sda)
