Schweiz
Schule - Bildung

Westschweizer Bildungsdirektorin warnt vor Fremdsprachen-Abstimmung

Streit um Frühfranzösisch

Westschweizer Bildungsdirektorin warnt vor Fremdsprachen-Abstimmung

21.09.2014, 15:2521.09.2014, 15:43

Die Waadtländer Bildungsdirektorin Anne-Catherine Lyon will eine nationale Volksabstimmung über den Fremdsprachenunterricht um jeden Preis vermeiden. Sie spricht von einem «Spiel mit dem Feuer».

«Ich fürchte mich auf jeden Fall vor einer solchen Abstimmung – egal, wie das Resultat lauten wird», sagte die Präsidentin der Konferenz der Bildungsdirektoren der französischen und italienischen Schweiz (CIIP) in einem Interview mit der NZZ am Sonntag. Diese Zerreissprobe sollte man dem Land nicht zumuten, sonst könnte es zu belgischen Verhältnissen kommen.

Anne-Catherine Lyon.
Anne-Catherine Lyon.Bild: KEYSTONE

Das gäbe Brüche quer durch Parteien, durch Kantone und durch Familien, sagte die 51-jährige SP-Politikerin. «Wir Romands sind eine Minderheit und sehen uns einer grossen Mehrheit von Deutschschweizern gegenüber.»

Die Vorstösse aus einzelnen Deutschschweizer Kantonen zur Abschaffung des Französisch in der Primarschule tangierten weit mehr als schulische Fragen: «Es geht um den nationalen Zusammenhalt.» Die Kantone müssten nun eine Lösung finden. «Das hat absolute Priorität.»

Berset für Frühfranzösisch

In mehreren Kantonen ist jüngst die Diskussion über Frühfremdsprachen erneut entbrannt. Im Kanton Thurgau hatte Mitte August das Kantonsparlament entschieden, Französisch erst ab der Sekundarstufe zu unterrichten.

Die Nidwaldner Regierung stimmte kurz darauf einer SVP-Initiative mit gleicher Forderung zu. Auch in Graubünden und in Luzern sind ähnliche Volksabstimmungen zu Stande gekommen. Die kantonalen Lehrerverbände wiederum wollen nur noch eine obligatorische Fremdsprache in der Primarschule, und zwar eine Landessprache.

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Auch Bundesrat Alain Berset will nicht tolerieren, dass Deutschschweizer Schüler erst in der Oberstufe eine zweite Landessprache lernen. Streichen Kantone das Frühfranzösisch oder -italienisch aus dem Stundenplan, werde er eingreifen, hat er angekündigt. Möglichkeiten hat er verschiedene – vermutlich hätte aber am Ende das Volk das letzte Wort. (pbl/sda)

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