Schweiz
SP

Weil er den Kauf der Überwachungssoftware bewilligte: Juso wollen Mario Fehr anzeigen

Habe den Staatstrojaner vorauseilend und eigenmächtig gekauft, kritisieren die Juso: SP-Regierungsrat Mario Fehr.
Habe den Staatstrojaner vorauseilend und eigenmächtig gekauft, kritisieren die Juso: SP-Regierungsrat Mario Fehr.Bild: Gonzalo Garcia

Weil er den Kauf der Überwachungssoftware bewilligte: Juso wollen Mario Fehr anzeigen

14.07.2015, 06:1014.07.2015, 08:43

Für eine halbe Million Franken hatte SP-Sicherheitsdirektor Mario Fehr den Kauf desjenigen Staatstrojaners bewilligt, der seit dem Hackerangriff auf den italienischen Hersteller Hacking Team unbrauchbar ist. Die Software dringt unter anderem ins Handy ein, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt.

Nun wollen die Juso eine Strafanzeige gegen Fehr einreichen, wie der Tages-Anzeiger am Dienstag schreibt. Sie sind der Ansicht, dass Fehrs Vorgehen illegal gewesen sei. Besonders stossend sei, dass Fehr den Kauf vorauseilend und eigenmächtig bewilligt habe, ohne vom Regierungsrat dazu aufgefordert worden zu sein, sagte Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Juso gegenüber dem TA.

Auch in der SP wird Fehr scharf kritisiert. Fehr habe sich mit dem Softwarekauf über die Position der eigenen Partei hinweggesetzt, heisst es.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verteidigt SP-Präsident Daniel Frei den Kauf des Staatstrojaners. Nach bisherigen Erkenntnissen sei die gesetzliche Grundlage für den Einsatz der Software durch die Strafprozessordnung gegeben, so Frei. Der Einsatz sei durch die Staatsanwaltschaft und das Obergericht angeordnet worden. (dwi)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
KI-Revolution als Fluch oder Segen? Umfrage zeigt Schweizer Haltung
Eine Studie des Schweizer Maus- und Tastaturherstellers Logitech liefert Einblicke in die Gefühlswelt von Computernutzern. Beim Thema Künstliche Intelligenz sind die Resultate eindeutig.
Der Clip ist bereits einige Jahre alt, doch das Gefühl, das er vermittelt, ist für viele Leute noch immer alltäglich. In einem kurzen Film aus den 90er-Jahren, der noch vor Social Media online grosses Echo fand, flippt ein genervter Büroangestellter wegen seines Computers aus und zerlegt diesen vor lauter Frust in Einzelteile. Auch wenn sich die Mehrheit der Computernutzerinnen und -nutzer wohl besser im Griff hat, sorgen technische Schwierigkeiten bei vielen Menschen für hohen Blutdruck.
Zur Story