St. Galler Bauern leiden unter dieser Raupe – richten kann es nur der Winter
Tausende Raupen der Einpunkt-Graseule haben im Sarganserland ganze Felder leergefressen. Bekämpft wird sie mit der Hoffnung auf einen kalten Winter. Eine Entschädigung für die Bauern gibt es nicht.
Bei der Einpunkt-Graseule handelt es sich um einen in der Schweiz einheimischen Falter, der bisher gehäuft im Tessin vorkommt. Dass sich seine Raupen nun auch nördlich der Alpen einnisten liege am Klima, schreibt das SRF.
«Eigentlich wollten wir nach dem trockenen Sommer noch einmal einen Grasschnitt machen», erzählt Landwirt Thomas Willi dem Medium. «Die Raupen haben alles weggefressen, ausser den Löwenzahn.»
In der ganzen Region Sargans gebe es Schäden, bestätigt der Chef des St.Galler Amts für Landwirtschaft, Bruno Inauen. «Es ist schlimm für alle, die es trifft.»
Der Winter wird's richten
Als Antwort auf die Plage hat sein Amt ein Merkblatt zusammengestellt. Den Bauern wird empfohlen, mit der Aussaat zuzuwarten und möglichst keine Kühe auf die Weide zu lassen, um den Boden nicht zusätzlich zu belasten. Bekämpfen kann man die Eulenraupen nicht. «Wir haben die Hoffnung, dass es einen kalten Winter gibt und alles gefriert», meint Bruno Inauen gegenüber dem SRF.
Eine finanzielle Entschädigung für den Ausfall gibt es nicht. Dazu fehle dem Kanton St.Gallen die rechtliche Grundlage, so Inauen. Vielmehr hofft man darauf, dass sich die Wiesen erholen und nächstes Jahr wieder vollen Ertrag geben.
«Es ist gruusig»
Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Hausbesitzer leiden unter der Plage. Die Raupen kleben an den Wänden, Hunderte überfahrene liegen auf den Strassen. «Es ist gruusig», findet Hausbesitzerin Nadja Sieber. Klebeband, Besen, Schüfeli – nichts habe funktioniert. «Am Schluss war das Ziel, die Raupen nicht im Haus zu haben.»
Eine solche Massenvermehrung kann zeitlich und örtlich stark begrenzt sein und trete erfahrungsgemäss nur etwa alle zehn Jahre auf, schreibt die Gemeinde Sargans in ihrem Merkblatt. Insbesondere bei warmem und trockenem Wetter sei ein vergleichbares Ausmass zu erwarten.
(nil)
