klar-4°
DE | FR
27
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Zürich

Stadt Zürich sorgt mit künstlicher Nebelwolke für Abkühlung

Stadt Zürich sorgt mit künstlicher Nebelwolke für Abkühlung

05.07.2022, 16:2905.07.2022, 17:25

Auf einem der heissesten Plätze der Stadt Zürich ist am Dienstag «Alto Zürrus» in Betrieb genommen worden, die Zürcher Version der Wolkenform Alto Cirrus. Dabei handelt es sich um eine künstliche Nebelwolke, die Platz und Menschen im Sommer abkühlen soll.

Alto Zürrus, kühlende Nebelwolke
Die Nebelwolke soll für Abkühlung sorgen.Bild: Tabea Vogel

Wird es 30 Grad heiss, beginnt es in der Luft über dem Turbinenplatz im Kreis 5 leise zu zischen: Alto Zürrus springt automatisch an und versprüht aus 180 Düsen kühles Wasser in die Sommerhitze.

7,5 Liter Wasser verbraucht die ringförmige Anlage pro Minute, das entspricht einem Zehntel eines normalen Trinkbrunnens. Wer sich in der Nähe der künstlichen Wolke aufhält, spürt die Erfrischung sofort. Bis zu zehn Grad kühler wird die Luft. Der Nebel ist aber so fein, dass die Kleider trocken bleiben.

Vorbild Wien

Noch offen ist, wie weit herum die Abkühlung spürbar ist. Die Stadt hofft, dass der ganze Platz davon profitiert. Ein zweijähriger Test soll nun zeigen, ob diese grossflächige Abkühlung erreicht wird. 2024 werden die Erfahrungen mit Alto Zürrus wissenschaftlich ausgewertet. Bewährt sich die künstliche Wolke, sollen ähnliche Anlagen auch auf anderen überhitzten Plätzen installiert werden.

Alto Zürrus, kühlende Nebelwolke
Noch muss sich zeigen, wie sehr die Abkühlung spürbar ist.Bild: Tabea Vogel

140'000 Franken kostet der Versuch, inklusive Auswertung. Zürich hat die Anlage aber nicht selber erfunden. Künstliche Wolken kühlen bereits die Stadt Wien. Ein städtischer Mitarbeiter aus Zürich kam dann auf die Idee, das österreichische Konzept zu importieren.

Bäume pflanzen, Flächen entsiegeln

«Die beste Massnahme gegen hohe Temperaturen in Städten ist es natürlich, viele Bäume zu pflanzen», sagte SP-Stadträtin Simone Brander bei der Inbetriebnahme der Wolke. Dies sei auf dem Turbinenplatz auch getan worden. Allerdings seien die Bäume noch zu klein, um wirklich Abkühlung zu bringen. Als «Überbrückungsmassnahme» werde deshalb die Wolke getestet.

Eine solche Wolke sei deshalb nur eine Ergänzung zu anderen Abkühlungs-Massnahmen. Neben zusätzlichen Bäumen sind dies etwa entsiegelte Bodenflächen und der Bau von Wasser-Elementen.

Städte entwickeln sich wegen des Klimawandels zunehmend zu Hitzeinseln. Studien gehen davon aus, dass es in Zürich bis 2040 ganze 44 Hitzetage geben wird, also Tage, an denen es über 30 Grad heiss wird. Der Juni dieses Jahres war der zweitheisseste Juni seit Messbeginn. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Cpt. Jeppesen
05.07.2022 17:01registriert Juni 2018
So ein künstlicher Nebel bringt mit Sicherheit Abkühlung, setzt aber falsche Zeichen. (Trink-)Wasser wird in naher Zukunft Mangelware werden. Dieses nun zu versprühen, um Bausünden zu kompensieren, kann schlecht die Lösung sein. Wenn ich das Foto dieses Platzes ansehe, dann sehe ich überall Beton. Begrünen von Hauswänden und Dächern, aufreissen der Bodenversiegelung und das Anpflanzen von Bäumen (auch ausgewachsene) und Grünflächen wären wohl nachhaltiger.
5717
Melden
Zum Kommentar
avatar
Alois Karlheinz Wurstlhuber
06.07.2022 01:12registriert März 2022
Die Zürcher Stadtverwaltung betoniert und teert gerne ganze Plätze zu, zB den Sechseläutenplatz und bald auch den Stadelhofen. Und wundert sich dann verwundert, dass es unerträglich heiss wird im Sommer (fordert aber von den privaten mehr Grünflächen). Lasst doch endlich mal echte (!) Grünflächen mit echten Bäumen stehen, anstatt Cüplisozikonforme Kunst aufzustellen.
302
Melden
Zum Kommentar
27
Unbekanntes Bakterium auf Basler Mumie entdeckt

Anna Catharina Bischoff ist laut einer neuen Untersuchung sehr wahrscheinlich an einer seltenen und bisher unbekannten bakteriellen Infektion erkrankt. Die sterblichen Überreste von Bischoff, die im 18. Jahrhundert lebte, wurden vor 48 Jahren in der Basler Barfüsserkirche entdeckt und als Basler Mumie bekannt.

Zur Story