Schweiz
Zürich

Nach Crans-Montana: Partylokale in Zürich wurden im Herbst kontrolliert

Befragung nach Crans-Montana: Zürcher Lokale werden regelmässig kontrolliert

11.01.2026, 14:2212.01.2026, 09:47

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana sind Party- und Konzertlokale in den Fokus geraten. Eine Befragung bei Zürcher und Winterthurer Lokalen ergab, dass viele erst vor wenigen Monaten zuletzt kontrolliert wurden.

Die Folgen der Brandkatastrophe von Crans-Montana geben in der Zürcher Musikszene zu diskutieren. Eine Band, die am Freitag auftrat, erwog eine Absage des Konzerts. Zusammen mit dem Veranstalter entschied sie sich aber für den Auftritt, wie die Musiker einem Reporter von Keystone-SDA erzählten.

Das Konzert fand in einem Lokal in Zürich statt. Besucher mussten einige Stufen nach unten gehen, um hineinzugelangen. Die Stimmung war ausgelassen, die Notausgänge leuchtend ausgeschildert, die Türen offen, nichts versperrte die Wege.

Letzte Kontrollen im Herbst

Wie steht es um den Brandschutz im Zürcher Nachtleben? Nachfragen von Keystone-SDA bei mehreren Konzert- und Partylokalen in Zürich und Winterthur ergaben: Kontrollen zum Brandschutz finden regelmässig statt. «Die letzte periodische Kontrolle hatten wir im November 2025», teilte ein Sprecher des Gaswerks in Winterthur mit. Ende Oktober war dies im Salzhaus in Winterthur der Fall, im Exil in Zürich im August. In der Regel kontrolliere die Feuerpolizei jährlich regulär, teilte ein Sprecher des Exils mit.

Eine Sprecherin der Sozialen Dienste der Stadt Zürich, bei denen das Jugendkulturhaus Dynamo angesiedelt ist, sprach von «regelmässigen Kontrollen». Auch unangekündigte Kontrollen würden immer wieder durchgeführt, hiess es. Fokus der unangekündigten Kontrollen sind die Fluchtwege und die Einhaltung der maximalen Personenzahl, wie die Befragten sagten.

Schon kurz nach der Katastrophe im «Le Constellation» äusserte sich Beizer Michel Péclard, der im Grossraum Zürich mehrere Betriebe führt, öffentlich. In Zürich wäre so etwas nie passiert, sagte er dem «Blick». Die Feuerpolizei kontrolliere «extrem». Er habe zwar oft Streit gehabt, sei nach der Katastrophe aber beschämt, wenn er an seine Reaktionen gegenüber der Feuerpolizei denke.

Verbot von Pyrotechnik

Die Befragten legten grossen Wert darauf, dass interne Schulungen und Wartungen durchgeführt werden und die Sicherheit höchste Priorität habe. «Wir verfügen über eigene Sicherheitsbeauftragte für den Brandschutz», hiess es beim Gaswerk. Die Zusammenarbeit mit der Feuerpolizei und weiteren Behörden sei eng. Ein Vorfall wie in Crans-Montana zeige, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen und Überprüfungen seien, teilte die Sprecherin des Salzhauses mit.

Viel zu reden gab in den letzten Tagen der Einsatz von Wunderkerzen in der Walliser Bar. Im Dynamo gelte ein striktes Feuer- und Pyrotechnikverbot, versicherte die Sprecherin. Zudem sei eine sensible Brandmeldeanlage installiert. Im Gaswerk ist Pyrotechnik nur in bewilligten Ausnahmefällen möglich.

Feiern am Trauertag

Direkte Auswirkungen hatte die Brandkatastrophe bisher nicht auf das Zürcher Nachtleben. In anderen Kantonen kam es schon in den Tagen danach zu Kontrollen, auch besorgte Bürger fragten bei Lokalen an, ob die Sicherheit gewährleistet sei, wie Keystone-SDA erfahren hat.

Von solchem können die Zürcher und Winterthurer Konzertlokale noch nicht berichten. Die Anfrage sei die erste zu diesem Thema. Weder Behörden noch Besucherinnen hätten sich bisher gemeldet, hiess es beim Salzhaus. Auch das Dynamo habe keine Rückmeldungen erhalten. Derzeit sehen die Verantwortlichen auch keinen Handlungsbedarf, wie die Sprecherin mitteilte.

Am Konzert am Freitag feierten dutzende junge und ältere Musikfans ohne Zwischenfälle. In den Strassen Zürichs war der nationale Trauertag ein Freitagabend, wie jeder andere auch. Bars waren geöffnet, die Restaurants voll, Jugendliche standen beim Hauptbahnhof in Gruppen zusammen, lachten und tranken. (hkl/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana
1 / 11
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana

Am 9. Januar 2026 fand der nationale Gedenkanlass und Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Pyrotechniker testet das Feuerwerk von Crans-Montana
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
GLP-Moser warnt vor Nein zu neuen EU-Verträgen: «Es wäre ein Brexit auf Raten»
Tiana Moser, Ständerätin der GLP, gibt zu, dass die neuen Verträge mit der EU auch Nachteile haben. Aber die Vorteile überwiegen klar, sagt sie. Gerade auch mit Blick auf das Mitspracherecht.
Frau Moser, Ihre Ständeratskollegin Heidi Z'graggen von der Mitte hat in unserem Interview erklärt, dass sie die neuen EU-Verträge als Ganzes ablehnt. Der Widerstand geht weit über die SVP hinaus und erreicht Mitte und FDP. Haben die Bilateralen III noch eine Chance?
Tiana Moser: Auf jeden Fall. Mit diesem Paket setzen wir den pragmatischen Weg fort, der bisher immer mehrheitsfähig war. Dass wir in Wohlstand und Sicherheit leben, ist alles andere als selbstverständlich. Die Bilateralen sind eine Grundlage dafür. Die Menschen in diesem Land wissen das.
Zur Story