Warum zahlen die Heimfans mehr als die Gäste? Der Ticket-Streit vor Aarau gegen Zürich
30 Franken. Das muss zahlen, wer den Cup-Kracher am Sonntag zwischen dem FC Aarau und dem FC Zürich auf den Stehplätzen im Heimsektor verfolgen will. Das ist ein Fünfliber mehr, als das gleiche Ticket in der Challenge League kostet. So war es auch schon vor einem Jahr, als die Berner Young Boys zu Gast waren im Brügglifeld. Oder im Frühling im Barrage-Heimspiel gegen GC.
Für solche Topspiele verlangt der FC Aarau einen Zuschlag. Hauptgrund sind die gegenüber normalen Ligaspielen massiv höheren Sicherheitskosten. FCA-Sprecher Gianni Wyler vermeldet gegenüber der AZ: «Die Sicherheitskosten für das Cupspiel gegen den FCZ sind gross, um die an uns gestellten Auflagen umzusetzen.»
Diese übersteigen jene im Liga-Alltag in mehrfacher Hinsicht: Der FC Aarau als Veranstalter muss auf Geheiss der Kantonspolizei zum Beispiel sämtliche Besucher des Cup-Spiels kontrollieren und dafür sorgen, dass weder unberechtigte Personen noch verbotene Gegenstände ins Stadion gelangen können. Auch muss das Brügglifeld vor dem Match auf verbotene Gegenstände «systematisch» abgesucht werden. Zudem müsse der FC Aarau sicherstellen, dass «die vorgegebenen Kapazitäten der einzelnen Sektoren nicht überschritten werden». Alle diese Massnahmen gehen ins Geld.
Der FC Aarau in der Zwickmühle
Wer nun davon ausgeht, alle im Stadion anwesenden Fans teilen sich die Mehrkosten, täuscht sich: FCZ-Fans, die sich ein Ticket für den Gästesektor besorgt haben, mussten dafür nur 25 Franken hinblättern. So viel also, wie auch in der Liga der Eintritt in den Gästesektor kostet.
Stellt sich die Frage: Warum erhöht der FC Aarau die Preise nur für die eigenen Fans? Antwort: Das Reglement verbietet es dem FC Aarau, den FCZ-Fans mehr als 25 Franken für ein Ticket abzuknöpfen.
2015 haben die Schweizer Profiklubs in einer Abstimmung beschlossen: Gästefans müssen für ein reguläres Ticket maximal 25 Franken bezahlen. Die Regel wurde auch für Cupspiele übernommen, die nicht von der Liga, sondern vom Verband organisiert werden.
So steckt der FC Aarau in der Zwickmühle: Auf der einen Seite ist es verständlich, wälzt er die Mehrkosten für das Cup-Spiel gegen den Superligisten FC Zürich auf das Publikum ab. Schliesslich sind solche nahezu oder ganz ausverkauften Spiele wichtige Einnahmequellen, um das Geschäftsjahr nicht mit roten Zahlen abschliessen zu müssen.
Andererseits ist es nachvollziehbar, wenn sich wegen der einseitigen Preiserhöhung der eine oder andere FCA-Fan ungerecht behandelt fühlt. Weil nicht das Heimpublikum, sondern die FCZ-Fans der Auslöser für die höheren Sicherheitskosten sind. Und damit diese am Sonntag ins Brügglifeld kommen können, müssen die FCA-Fans mehr bezahlen.
Item: Sind es am Ende die Aarauer, die über das Weiterkommen im Cup jubeln, wird das jedem Fan die 30 Franken wert sein. (car/aargauerzeitung.ch)
