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Super League: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Saisonstart

Choreo der St. Galler Fans beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem BSC Young Boys Bern, am Sonntag, 23. Februar 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller ...
Am 23. Februar 2020 war der St. Galler Kybunpark beim Spiel gegen YB letztmals ausverkauft.Bild: KEYSTONE

Stimmungsboykott der Fans? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Super-League-Start

Die Super League darf vor vollen Zuschauerrängen starten. Doch die Fankurven lassen ihren Besuch noch offen.
20.07.2021, 07:1920.07.2021, 13:41
Raphael Gutzwiller / ch media

Endlich wieder. Zum letzten Mal war ein Fussballstadion in der Super League am 23. Februar 2020 beim 3:3-Remis zwischen St.Gallen und den Young Boys ausverkauft. An diesem Wochenende dürfen die Zuschauer nun erstmals wieder vollständig zurückkehren – doch noch immer sind die Hürden hoch. Wir beantworten die acht dringendsten Fragen.

Was benötigen Stadionzuschauer für den Einlass?

Wer unter 16 Jahre alt ist, dem reicht ein Ticket und eine Identitätskarte. Für alle anderen gilt: Ohne Covid-Zertifikat gibt es keinen Einlass ins Stadion. Neben dem Zertifikat, das beantragen kann, wer geimpft, getestet oder genesen ist, gibt es auch eine Identitätskontrolle.

Ohne Covid-Zertifikat geht gar nichts.
Ohne Covid-Zertifikat geht gar nichts.bild: keystone

Wo können sich Fans testen lassen?

Während Servette vor dem Stadion Tests anbieten möchte, verzichten die anderen Klubs auf diese Investition. Das hat auch mit dem Aufwand zu tun. YB hat 17'000 Saisonabo-Inhaber. Wie viele davon sich für das Zertifikat testen lassen müssen, ist schwierig abzuschätzen. Die Fans müssen selber organisieren, dass sie sich testen können.

Ist mit erhöhten Wartezeiten zu rechnen?

Die Eingangskontrolle wird deutlich verschärft. Stadionbesucher müssen geduldig sein. Das hat ein Feldversuch am Montreux Jazz Festival offenbart: Dort musste ein Konzert um 20 Minuten nach hinten verschoben werden, weil die dreifache Kontrolle zu grossen Wartezeiten führte. Wegen bestehender TV-Verträge werden die Partien pünktlich angepfiffen. Es wird empfohlen, frühzeitig zu erscheinen.

Vor dem YB-Stadion wird mit Wartezeiten gerechnet werden müssen.
Vor dem YB-Stadion wird mit Wartezeiten gerechnet werden müssen.bild: zvg

Gilt eine Maskenpflicht im Stadion?

Während der EM hat man sich an Bilder von Fussballfans ohne Masken gewöhnt. Das kommt nun auch bei uns. Die Maskenpflicht ist nach der Kontrolle aufgehoben. Zudem kann auf das Gastronomieangebot zurückgegriffen werden.

Warum sind die Fankurven unglücklich mit den Regeln?

Eigentlich müsste auf den ersten Blick die Freude in den Kurven gross sein: Organisierter Support ist wieder möglich. Stattdessen ist die Stimmung unter den Ultras angespannt. In einem gemeinsamen Schreiben fordern sie unter anderem den Schutz der Identität bei der Zertifikatskontrolle sowie eine klare geografische und personelle Trennung der Kontrollen.

Gibt es einen Stimmungsboykott der Fans?

Ob die Fankurven die Teams wie gewohnt unterstützen möchten, lassen sie im Vorfeld der Saison noch offen. Sie koppeln ihre Unterstützungen an Forderungen betreffend dem Schutz der Privatsphäre. Bezüglich der Qualifikation der Conference League hat die Muttenzerkurve in Basel bereits kommuniziert, dass sie auf ein Besuch beim Heimspiel gegen Partizani Tirana verzichten möchte.

Die Fans der Muttenzer Kurve begruessen die Mannschaften mit einem Transparent mit der Aufschrift "E witere Schritt in die falschi Richtig" zu Beginn des Fussball Meisterschaftsspiels der Su ...
Die Muttenzer Kurve protestiert immer wieder gegen aus ihrer Sicht falsche Neuerungen.Bild: KEYSTONE

Was befürchten die Fans durch Identitätskontrollen?

Personalisierte Tickets inklusive Identitätskontrollen sind bereits seit vielen Jahren ein heikles Thema. «Bereits in der Vergangenheit waren ID-Kontrollen immer wieder Teil repressiver Massnahmen aus der Politik oder von den Behörden, welche von uns stets entschieden und erfolgreich bekämpft wurden», schreiben die Gruppierungen. Tatsächlich hat Corona vieles möglich gemacht – auch äusserst umstrittene Massnahmen. Sion und Lausanne haben kürzlich beschlossen, per sofort die Gästekurve zu schliessen und nur noch personalisierte Tickets einzusetzen. Die Liga sieht diesen Alleingang kritisch. Die Swiss Football League kommunizierte, dass sie ein koordinierteres Vorgehen wünschenswert gefunden hätte. Sie sieht derzeit keinen Grund, auf personalisierte Tickets umzuschwenken.

Welche anderen Neuerungen gibt es in der Super League?

Unabhängig von der Zuschauerthematik gibt es Neuerungen. Die Super League hat einen neuen Sponsor: Statt nach der Raiffeisenbank ist die Liga nach der Credit Suisse benannt. Wegen des neuen TV-Vertrags kommt es zu Änderungen bezüglich der Anspielzeiten: Neu wird um 18 Uhr und 20.30 am Samstag angepfiffen, am Sonntag findet eine Partie um 14.15 und zwei um 16.30 statt. Bezüglich Spielregeln gibt es keine Änderungen: Weiterhin gibt es fünf statt drei Auswechslungen pro Team.

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