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FC Basel

Schweizer Ultras schweigen – kein Support wegen Corona-Massnahmen

Kleine Fans des FC St. Gallen im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Thun, am Sonntag, 28. Juni 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Platz für Fan-Fahnen wird es weiterhin genügend geben.Bild: keystone

Schweizer Ultras schweigen: Kein organisierter Support während der Corona-Zeit

17.09.2020, 09:5817.09.2020, 12:27

Am Wochenende beginnt die neue Super-League-Saison nochmals mit gefühlten Geisterspielen. Doch bereits ab dem 1. Oktober sind wieder Partien mit mehr als 1000 Zuschauern erlaubt. Allerdings werden sich die Fankurven dann noch mit organisiertem Support zurückhalten. Das teilen mehrere Gruppierungen mit, etwa die Ostkurve von Meister Bern, der Dachverband 1879 des FC St.Gallen, die Muttenzerkurve des FC Basel oder die Südkurve des FC Zürich.

Gemeinsam hätten die Schweizer Fanszenen beschlossen, bis auf Weiteres nicht im Stadion in Erscheinung zu treten, heisst es in der Mitteilung der Fussballanhänger. Grund dafür sind die strengen Auflagen, unter denen die Spiele stattfinden werden: Sitz- und Maskenpflicht, die Angabe von Kontaktdaten oder das Verbot von Gästefans.

Die Basler Fans in der Muttenzerkurve begruessen die Mannschaften vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC St. Gallen 1879 im Stadion St. Jakob-Park  ...
In der Regel gut gefüllt und stimmungsvoll: Die Muttenzerkurve in Basel.Bild: KEYSTONE

Sorge vor Weiterführung der Massnahmen nach der Pandemie

«Der Besuch von Fussballspielen bedeutet für uns Emotionen und Leidenschaft, lautstarker Support der Mannschaft, gemeinsame Reisen an Auswärtsspiele, sozialer Treffpunkt und vieles mehr. All dies ist unter den getroffenen Massnahmen nicht ansatzweise möglich, da sie diese Momente unterbinden», schreiben die organisierten Fans. Sie wollen erst dann zurückkehren, wenn in den Stadien wieder der Fussball den Takt vorgebe und nicht das Virus.

Für die Ultras ist klar, dass es nach erfolgreicher Bekämpfung des Coronavirus eine Rückkehr zum Zustand vor der Krise geben muss. Sämtliche Massnahmen seien zur Bekämpfung der Pandemie getroffen worden, betonen sie: «Wir werden sie entschieden bekämpfen, sollten sie von dieser Zielsetzung entkoppelt und schleichend in Repressionsinstrumente überführt werden.»

Als Geist verkleidetete Fans tragen einen Umhang mit der Aufschrift "Geistermeister", vor dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC St. Gallen, am Montag, 3. August  ...
Immerhin dürfte es 2021 keinen weiteren «Geistermeister» geben, da – Stand jetzt – wieder mehr Zuschauer erlaubt sind.Bild: keystone

In der Tat dürfte es manchen Politiker geben, der damit liebäugelt, eine oder mehrere der aktuellen Massnahmen auch künftig anzuwenden. Für die organisierten Fans ein Alptraum-Szenario.

Warnend weisen sie darauf hin: «Sowohl Behörden als auch Politik tun gut daran, die aktuelle Situation nicht zu missbrauchen, wenn sie auch künftig in ähnlichen Lagen auf eine Akzeptanz für getroffene Massnahmen zählen möchten.»

Spontane und unorganisierte Unterstützung

Dass es keinen organisierten Support geben wird, bedeute im Übrigen nicht, dass niemand aus der Kurve an den Match gehen dürfe, betont etwa die Muttenzerkurve: «Jeder kann für sich und von Spiel zu Spiel entscheiden, ob die Lust auf Fussball im Stadion unter diesen Voraussetzungen vorhanden ist.»

Auch die YB-Ostkurve überlässt es jedem Einzelnen, ob er ins Wankdorf pilgert: «Alle YB-Fans tragen Verantwortung dafür, dass unser Verein auch in dieser schwierigen Zeit die gebührende Unterstützung erhält. Im Stadion soll und darf es laut werden, wenn auch vorübergehend spontan und unorganisiert. Die Mannschaft soll den Rückhalt spüren.» (ram)

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