Bildschirm statt Karten – dieser Test in Uruguay ist nichts für Fussball-Traditionalisten
Und dann zückt der Schiedsrichter plötzlich ein Handy. Nicht, um ein Selfie zu machen oder seine Familie anzurufen, sondern um einen Spieler auf dem Feld zu verwarnen.
🟨🟥 Goodbye to yellow and red cards? In Uruguay, referee Eduardo Varela used an electronic device instead of traditional cards in the match between Nacional and Rentistas, which took place on 15 October in the eighth round of the AUF Cup. #Tactique #Football #Arbitration https://t.co/EwXERoHAMq
— Tactique (@TactiqueR) October 16, 2026
Wir befinden uns in Uruguay, wo momentan gerade der nächste Schritt in der Digitalisierung des Fussballs getestet wird. Das Gerät, das im Cupspiel zwischen Nacional Rentistas zum ersten Mal zum Einsatz kommt, ist auch kein echtes Handy, sondern ein eigens entwickeltes Android-Gerät. An der Seite verfügt es über einen gelben und einen roten Knopf, mit denen der Unparteiische die Farbe der «Karte» auswählen kann, damit der Bildschirm in der richtigen Farbe aufleuchtet.
Danach muss er nur noch das entsprechende Team und den Spieler auswählen und das Gerät übermittelt die Information automatisch ans System des Verbands. Auch Tore oder Auswechslungen können auf dem Gerät erfasst werden. Damit sollen die Schiedsrichter entlastet werden, indem sie diese Informationen nicht mehr selbst aufschreiben müssen.
ASÍ FUNCIONA LA ELECTRÓNICA La nueva tarjeta electrónica que están probando en Uruguay los árbitros, es un dispositivo Android doble pantalla similar a un celular que reemplaza a la amarilla y a la roja tradicionales. Vean cómo funciona el sistema https://t.co/WEJ0JVNvpZ
— Jose Borda (@Borda_analista) October 17, 2026
Beim 3:0-Sieg von Nacional gegen Rentistas in der Nacht auf Samstag wurde vier Mal der gelbe und gar einmal der rote Bildschirm gezückt. Allerdings lief noch nicht alles nach Wunsch, so sei etwa das rote Display aus etwas Distanz nur schwer erkennbar gewesen. «Wir haben einige Tests durchgeführt und hatten dabei Probleme mit der Beleuchtung», sagte Uruguays Schiedsrichterchef Marcelo de Leon.
Trotzdem bleibt er überzeugt, dass das «Schiedsrichter-Handy» die Zukunft ist: «Es verbessert die administrative Arbeit der Unparteiischen.» Ob andere Länder in dieser Hinsicht bald nachziehen, wird sich zeigen. (abu)
