Europa sucht nach einem Gegenkandidaten für Infantino – wird es David Beckham?
Für Europas Fussball-Funktionäre endete das FIFA-Council-Meeting am vergangenen Donnerstag in Zürich enttäuschend. Zwar hat sich FIFA-Präsident Gianni Infantino für sein Verhalten rund um die gescheiterten Pläne zum Verkauf der WM-Vermarktung an externe Investoren entschuldigt. Doch «wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben», sagte Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fussballbunds (DFB).
Deshalb strebt der europäische Fussballverband (UEFA) mit seinen 55 Mitgliedsverbänden einen Führungswechsel bei der FIFA an. «Der Weltfussballverband braucht eine neue Führung: eine geachtete und verbindende Persönlichkeit aus den Kreisen des Fussballs, die über visionäres Denken und Führungserfahrung sowie die Fähigkeit verfügt, über die Konföderationen hinweg Vertrauen zu schaffen und sich kompromisslos für die Fussballentwicklung, Reformen, Integrität und Unabhängigkeit einzusetzen», hiess es in einer Mitteilung der UEFA.
Die Zeit drängt
Die nächste Präsidentschaftswahl steht im März 2027 beim Kongress im marokkanischen Rabat an. Gianni Infantino strebt dort die Wiederwahl an und geniesst unter anderem den Rückhalt des gesamten afrikanischen Kontinents sowie von Teilen Südamerikas und Asiens.
Einen offiziellen Gegenkandidaten gibt es bisher nicht und müsste spätestens in einem Monat, am 18. November, präsentiert werden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat genauso abgesagt wie der katarische PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi oder Ceferins mittelamerikanisches Pendant Victor Montagliani. Gerüchte aus England, wonach der langjährige Arsenal-Trainer Arsène Wenger ein möglicher Kandidat sein könnte, zerstreuten sich bald wieder. Der Franzose stehe als momentaner Chef für globale Fussballentwicklung bei der FIFA Infantino zu nahe.
Beckham nicht abgeneigt
Deutsche Medien bringen nun aber plötzlich David Beckham ins Spiel. Der frühere englische Nationalspieler ist mittlerweile Mitbesitzer und Präsident von Inter Miami, dem zweitwertvollsten Klub (1,2 Milliarden US-Dollar) der nordamerikanischen MLS. Er hat nicht nur Superstar Lionel Messi nach Florida gelotst, sondern sich über die Jahre als Spieler, Werbefigur und Funktionär auch ein riesiges Netzwerk aufgebaut.
FIFA-Nähe kann ihm anders als Arsène Wenger nicht vorgeworfen werden. Beckham hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch über die aktuelle Führung des Weltverbands geäussert.
Bleibt noch die Frage, ob der 51-jährige Milliardär überhaupt Interesse hätte am Amt des FIFA-Präsidenten? Offenbar schon. Gemäss einem Sky-Bericht seien sich die europäischen Fussball-Funktionäre sicher: Wenn David Beckham darum gebeten wird, würde er es auch machen. (abu)
