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Novak Djokovic

Nach Wimbledon-Final: Toni Nadal hat Mitleid mit Roger Federer

epa07717361 Novak Djokovic (L) of Serbia celebrates with the trophy after winning against Roger Federer of Switzerland during their Men's final match for the Wimbledon Championships at the All En ...
Djokovic mit dem Pokal – leerer Blick bei Federer auf der Grossleinwand.Bild: EPA

Toni Nadal über epischen Wimbledon-Final: «Diesmal tut mir Roger wirklich leid»

18.07.2019, 11:0918.07.2019, 14:02

Wer hat dereinst am meisten Grand-Slam-Titel auf dem Konto? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Tennis-Fans, sondern auch die Direktbeteiligten. «Es war besser für Rafa, dass Djokovic gewonnen hat», posaunte Rafael Nadals Onkel Toni nach dem epischen Wimbledon-Final zwischen Roger Federer und Novak Djokovic in der Marca. «Jetzt sind die drei ganz eng beisammen.»

Im Moment sehe er Djokovic im Rennen um die meisten Major-Titel in der Pole-Position, so der 58-jährige Mallorquiner weiter. Der Sieg am US Open könne aber von entscheidender Bedeutung sein. Zum Wimbledon-Final, den Djokovic gegen Federer hauchdünn mit 13:12 im fünften Satz für sich entschieden hatte, wollte Nadals einstiger Mentor nicht allzu viel sagen: «Es hatte alles, was ein grosser Final braucht: Federers vergebene Matchbälle, die Länge des Spiels … aber die Daten zeigen, dass der Final 2008 besser war.» In jenem Endspiel besiegte Nadal den Schweizer ebenfalls in fünf Sätzen. Es gilt als bestes Tennis-Spiel der Geschichte.

Etwas ausführlicher wurde der für seine Provokationen bekannte Onkel Toni in seiner Kolumne für El Pais. Dort gab er gar zu, dass er am Ende etwas Mitleid mit Federer hatte. «Ehrlich gesagt hatte ich vor Beginn dieses unglaublichen Wimbledon-Finales keine Lust, einen der beiden Gegner gewinnen zu sehen. Ich denke, die Gründe sind klar», so Nadals langjähriger Trainer und Vertrauter. «Im weiteren Verlauf des Spiels, insbesondere in den letzten Games des fünften Satzes, wollte ich nicht, dass einer von ihnen verliert.»

Die Highlights des Finals zwischen Federer und Djokovic.Video: YouTube/Wimbledon

Rafa habe schliesslich schon ähnliche Situationen erlebt: Die Fünfsatz-Niederlage im Wimbledon-Final 2007 gegen Federer oder die beiden verpassten Siege beim Australian Open gegen Djokovic 2012 und Federer 2017, die ebenfalls über die volle Distanz gingen.

The coach of Spain's Rafael Nadal, Toni Nadal, watches during a training session at the French Open tennis tournament in Paris on Monday June 2, 2008. (AP Photo/Michel Spingler)
Bis 2017 war Toni Nadal Trainer seines Neffen Rafa.Bild: AP

«Ich weiss, wie schmerzhaft solche Niederlagen sind. Deshalb tut mir Roger diesmal wirklich leid», so Onkel Toni. «Ich weiss, wie er sich fühlen muss, nachdem er zwei Matchbälle bei eigenem Service vergeben hat.» Deswegen falle es ihm schwer, diese Zeilen zu schreiben, während er an Federer denke. «Ich weiss nicht, was für unsere Interessen am besten war, aber wie sich alles entwickelt hat, wollte ich nicht, dass Roger verliert.»

Federers Niederlagen, bei denen er Matchbälle vergab

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Federers Niederlagen, bei denen er Matchbälle vergab
2019 im Final von Wimbledon: 2 Matchbälle beim 6:7 (5:7), 6:1, 6:7 (4:7), 6:4, 12:13 (3:7) gegen Novak Djokovic.
quelle: epa / laurence griffiths / pool
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Für Nadals Onkel haben beide Finalisten eindrücklich bewiesen, warum sie zu den besten in der Geschichte gehören. Federer habe einmal mehr gezeigt, dass «die Jahre für ihn nicht vergehen», und Djokovic, dass er ein «unermüdlicher Kämpfer» ist.

Dank Djokovics 16. Grand-Slam-Titel ist der Kampf um den Major-Rekord so spannend wie noch nie. Das sieht auch Toni Nadal so: «20, 18 und 16. Bis vor ein paar Jahren dachten wir noch, es sei sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, Federer einzuholen. Nun ist es extrem eng geworden. Wer einst die Nase vorn haben wird, liegt mehr denn je in der Luft.»

Doch den 58-Jährigen faszinieren nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch die Bedeutung der drei Rivalen für die Tennis-Geschichte. «Novak, Roger und Rafael haben gemeinsam für ein goldenes Zeitalter im Herrentennis gesorgt, das kaum wiederholt werden kann. Sie haben den Sport auf ein komplett neues Level gehievt.» (pre)

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Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)
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Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)
Novak Djokovic (2008 bis 2023): 24 Grand-Slam-Titel (10-mal Australian Open, 7-mal Wimbledon, 4-mal US Open, 3-mal French Open).
quelle: keystone / thibault camus
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«Chum jetz, Roger, tritt ändlich zrugg!»
Video: watson
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