User des Tages
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User des Tages: Ein Gif für unsere Facebook-User, die eine wissenschaftliche Studie analysieren #regrettingmotherhood

philipp meier



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In dieser Diskussion geht es um die Studie und deren Interpretation:

Egge Schliess Ab Finde die Fehler: "Die Studie ist mit 23 Teilnehmerinnen nicht repräsentativ. Die Auswahl der Frauen deutet aber an, dass sich das Gefühl der Reue in Israel nicht auf eine bestimmte Schicht oder eine Altersklasse beschränkt"..."Doch das waren Einzelfälle. Der Soziologin Donath ist es nun zu verdanken, dass ein etwas differenzierteres Bild entstanden ist. Die Frauen, mit denen sie gesprochen hat, berichten ausführlich und sehr reflektiert über ihre Gedanken und Gefühle"... Meine Lesensart: Die 23 Frauen berichten tiefgehend über die negativen Seiten der Mutterschaft und würden daher den gleichen Entscheid nicht mehr treffen. Frage: Nach welchen Kriterien wurden die Probantinnen ausgewählt?

Dominik Véron Die Studie ist nicht repräsentativ, weil es eine qualitative Studie ist, die ausdrücklich nur Frauen befragte, die ihre Mutterschaft bereuen. Es geht nicht darum, zu sagen «5% aller israelischen Frauen bereuen es Mütter geworden zu sein», sondern eher: «diese 23 Frauen bereuen es Kinder gezeugt zu haben. Warum?» Sie hat sogar 5 Frauen nicht in die Studie genommen, weil sie es nicht absolut bereuen Kinder zu kriegen (Seite 350, Method: https://www.academia.edu/.../Regretting_Motherhood_A...)

Anmerkung: Die Studie war auch im Artikel verlinkt.

Egge Schliess Ab Aber das Warum bleibt im Artikel eben unklar, doch ich lese die Studie am besten selbst! Der Artikel suggeriert, dass aufgrund von 23 gefragten Frauen ein Gefühl der allgemeinen, schichtenübergreifenden Reue in Israel spürbar ist. Ob jetzt extra 5 Mütter nicht hinzugezogen wurden, die der Mutterschaft positiv gegenüberstehen spielt unter der Fragestellung "warum?" richtigerweise gar keine Rolle, denn es geht ja nur um Versuchspersonen, die diese Einstellung mit sich bringen. Bei einer qualitativen Studie mit der Frage "Warum" sind Verallgemeinerungen dieser Art, wie sie im Artikel gemacht werden jedoch nicht zulässig.

Dominik Véron Das stimmt, solche Verallgemeinerungen sollte man natürlich nicht machen... Was sie wohl interessierte war, wie die Frauen damit umgehen, wenn es ein solches Tabu-Thema ist. Sieht man auch an den Reaktionen, die es online ausgelöst hat. Sie hat 23 Frauen gefunden, die dieses Gefühl haben und mit ihr darüber offen reden wollen. Das legt natürlich nahe, dass weitere Frauen auch in anderen Ländern ähnlich denken.

Egge Schliess Ab Habe jetzt mal die Studie überflogen. Ihre Hypothese lässt durchblicken, dass sich das Gefühl des Bedauerns dieser Frauen mit politisch-gesellschaftlich, institutionalisierten und teils idealisierten Rollenerwartungen (hier in Israel) in Verbindung bringen lässt (Gendertheorie)--> soviel mal zur watson-übersetzung. Ich glaube auch, dass das ein Thema ist, dass den nationalen Rahmen klar sprengt, denn Rollenerwartungen und Passungsdruck gibt es in jeder Kultur. Die Rolle der Mutter ist eine davon und Ornath führt Interviews mit diesen 23 Frauen, um das Bedauern als deutlich abgetrennte mütterliche Emotion isolieren zu können (siehe Forschungsziel1, als zweites Forschungsziel ist ein sozialpolitische Diskussion gewünscht.). Vielen Dank für die Studie!!!

Auch wurde diskutiert, ob das religiöse und kulturelle Umfeld, in dem die Studie erfasst wurde, einen Einfluss hatte:

Hel Ba ich denke nicht, dass man die israelische lebenswelt auf mitteleuropäische frauen übertragen kann. in israel hat das muttersein noch weit andere bedeutungen (religiöse, der staat israel ist unter ganz anderen umständen entstanden als die CH...Fortbestand... !), die geburtenrate ist viel höher als in der schweiz...ich denke, man müsste den ganzen hintergrund von israel und der familienpolitik kennen, damit man die mütter besser verstehen kann. viele dieser frauen haben bestimmt aus diesem druck heraus kinder bekommen und bereuen es jetzt

Silja Ryu Dovakhiin Ouuuu jaaaa und hierzulande ist es ja so super, Kinder zu haben, vor allem, wenn man noch arbeiten möchte und vor allem, wenn man sich die Rollen teilen möchte als Eltern. Ich denke, dass auch hierzulande Frauen bereuen, Kinder bekommen zu haben, weil sie vielleicht doch nicht bereit waren. Glauben Sie im Ernst so ein Phänomen sei auf ein Land beschränkt? Wie naiv ist das denn bitte? Unsere Familienpolitik ist gelinde ausgedrückt beschissen, sorry.

Hel Ba dass die familienpolitik beschissen ist, weiss man ja auch bevor man kinder bekommt. warum danach jammern ?  ;-)

Diese Diskussionen zeigen, dass ein Artikel mit dem Verfassen noch nicht beendet ist. Die User erweitern ihn. Inhalte werden verhandelt und ergänzt.

Wie dieser Prozess sichtbarer gemacht werden kann, ist eine grosse Herausforderung für den Journalismus 2.0. Das Format «User des Tages» ist erst ein kleiner Schritt, damit wenigstens das Teilnehmen und «Teilgeben» der User sichtbarer wird.

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