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Kanton Schaffhausen verschärft Vorschriften für neue Rechenzentren

Das sich im Bau befindende Datacenter, am Freitag, 3. Juli 2026, in Beringen. Die Gruppe "Aufstaende der Allmende" wollte in Benken ein einwoechiges Widerstandscamp gegen Datacenter abhalten ...
Rechenzentrums-Bau in Beringen: Der Schaffhauser Regierungsrat reagiert auf Bedenken aus der Bevölkerung.Bild: KEYSTONE

So verschärft Schaffhausen die Vorschriften für neue Rechenzentren

Die zusätzlichen kantonalen Vorgaben bezüglich Strom- und Wasserverbrauch werden auch auf wachsenden Druck aus der Politik hin erlassen.
22.10.2026, 16:5322.10.2026, 16:58

Künftig gibt es im Kanton Schaffhausen nebst Vorgaben zum Stromverbrauch auch solche für den Wasserverbrauch und klimaschädliche Treibhausgase. Eine geplante Gesetzesänderung soll weitere Verschärfungen für alle Unternehmen mit hohem Ressourcenverbrauch bringen.

Mit der angepassten Energieverordnung reagiert der Schaffhauser Regierungsrat auf Bedenken aus der Bevölkerung und der Politik, wie er am Donnerstag mitteilte.

«Aktuell gilt nur ein Grenzwert für die Energieeffizienz eines Rechenzentrums. Dies wird den Bedenken aus der Bevölkerung und der politischen Diskussion rund um Rechenzentren im Kanton Schaffhausen nicht mehr gerecht.»

In der Gemeinde Beringen im Klettgau sollen aktuell gleich zwei Rechenzentren gebaut werden. Gegen diese Pläne regte sich Widerstand aus der Bevölkerung, vor allem wegen Bedenken zum immensen Strom- und Wasserverbrauch.

Was sich ändert

Künftig müssen Rechenzentrum-Betreiber auf drei Ebenen strenge Vorgaben einhalten: Neben dem Stromverbrauch werden neu auch die Wassereffizienz sowie die Treibhausgaseffizienz reguliert.

Diese neuen Grenzwerte sollen Anreize schaffen, mit den natürlichen Ressourcen haushälterisch umzugehen und die in den Anlagen entstehende Abwärme besser zu nutzen.

Die Änderungen treten am 1. Dezember in Kraft.

Damit ist Schaffhausen laut Beobachtern einer der ersten Kantone, die die gesetzlichen Anforderungen für den Bau von neuen Rechenzentren deutlich verschärfen.

Im Sommer hatte das Kantonsparlament gegen den Willen der Regierung einen überparteilichen Vorstoss angenommen, der unter der Bezeichnung «Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bauland» eingereicht worden war.

Rechenzentren mit einer technisch abkoppelbaren Abwärme von mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) pro Jahr sollten gemäss Vorstoss nur noch eine Baubewilligung erhalten, wenn sie die folgenden drei Bedingungen erfüllen:

  • Mindestens 50 Prozent der Abwärme müssten wirtschaftlich weiterverwendet werden können.
  • Das Rechenzentrum müsse «eine ortsübliche Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzdichte aufweisen», die der Zweckbestimmung der entsprechenden Zone angemessen ist.
  • Mindestens die Hälfte des Kühlwasserverbrauchs müsse durch kreislauforientierte oder regenerative Methoden sichergestellt werden.

Abgabe auf Strom und Wasser geplant

Gleichzeitig hat sich der Regierungsrat am Donnerstag für eine Abgabe für alle Unternehmen mit sehr hohem Ressourcenverbrauch ausgesprochen. Diese soll pro verbrauchte Kilowattstunde Strom und pro Kubikmeter Wasser erhoben werden, um eine lenkende Wirkung zu erzielen.

Die Einnahmen daraus sollen gemäss Mitteilung zweckgebunden in den Kanton zurückfliessen und so die lokale Wertschöpfung stärken. Die neuen Regelungen gehen auf eine vom Kantonsrat im Juni überwiesene Motion zurück, die klare gesetzliche Leitplanken und einen verantwortungsvolleren Umgang mit Bauland forderte.

Diese geplante Gesetzesänderung soll für bestehende, geplante und künftige Unternehmen mit sehr hohem Ressourcenverbrauch gelten.

Quellen

(dsc)

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