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China senkt Zölle von 53 afrikanischen Ländern auf null

241231 -- BEIJING, Dec. 31, 2024 -- Chinese President Xi Jinping and foreign leaders arrive to attend the opening ceremony of the 2024 Summit of the Forum on China-Africa Cooperation FOCAC at the Grea ...
Chinas Präsident Xi senkt als «Geste der Solidarität und Chance ökonomischen Wachstums für Afrika» die Zölle von 53 afrikanischen Staaten auf null.Bild: IMAGO

China senkt in Afrika die Zölle auf null – nur für ein Land nicht

Während Donald Trump die Welt mit Zöllen übersät, macht China das Gegenteil. Importe aus fast allen afrikanischen Staaten sind ab dem 1. Mai 2026 von Zöllen befreit. Hier die wichtigsten drei Punkte.
17.03.2026, 18:2317.03.2026, 18:41

Ab dem 1. Mai 2026 gelten auf chinesischen Importen aus 53 afrikanischen Ländern keine Zölle mehr. Ausgenommen vom neuen Zollregime ist lediglich Eswatini (ehemals Swasiland). China bezeichnet die Neuregelung als «Geste der Solidarität und Chance ökonomischen Wachstums für Afrika».

Warum senkt China die Zölle?

China positioniert sich mit diesem Manöver als Gegenpol zu den USA. «China stösst in die Lücke, die Amerika hinterlässt, weil sie Afrika schlecht behandeln», sagt Rolf Langhammer, Ökonom am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, der sich auf internationalen Handel und Entwicklungs- und Schwellenländer konzentriert, der FAZ. Während Donald Trump die Zölle diverser afrikanischer Länder erhöht und den Handel erschwert, bietet sich das Reich der Mitte als attraktive Alternative an. China stärkt seine ökonomische Diplomatie und Softpower an Orten, wo die USA das Gegenteil tun.

Seit über 20 Jahren konnten 32 afrikanische Länder über 1800 Produkte zollfrei in die USA verkaufen. Im September 2025 liess Donald Trump das dafür verantwortliche Handelsabkommen African Growth and Opportunity Act (AGOA) auslaufen. Stattdessen brummten die USA am Liberation Day den Partnerländern mindestens zehn Prozent Zoll auf.

Im Februar verlängerte die US-Regierung das Abkommen rückwirkend bis zum 31. Dezember 2026. Die Zollbefreiungen werden jedoch in einigen Industrien und Ländern wiederum durch Trumps Strafzölle überlagert. Im Vergleich zur zehnjährigen Verlängerung bei der letzten Erneuerung im Jahr 2015 fällt die Verlängerung bis Ende 2026 relativ kurz aus. Für AGOA-Staaten gelten bestimmte Anforderungen wie eine freie Marktwirtschaft oder demokratische Standards. Die Trump-Regierung will das Abkommen nun modernisieren und an die America-First-Handelspolitik anpassen.

Nebst der Antithese zu Trumps Amerika sprechen auch andere Faktoren für Chinas neue Zollpolitik. Wie Cobus van Staden, China-Afrika-Forscher am South African Institute of International Affairs in Johannesburg, der FAZ mitteilte, sei die Nahrungsmittelversorgung durch Diversifikation ein wichtiger Treiber für Chinas Politik. «China geht nur Dinge an, wenn damit mehrere Ziele erreicht werden können, sowohl politischer, geopolitischer als auch wirtschaftlicher Art.» Somit könnte dies auch eine Absicherung sein gegen allzu grossen Unmut.

Der chinesische Exportüberschuss im Handel mit Afrika hat sich seit 2019 mehr als verfünffacht. China wolle den Zusammenhalt der Länder des Globalen Südens stärken, so Cobus van Staden.

Der Fall Eswatini

China springt in die Lücke, welche die USA hinterlassen. Dass jedoch auch im Handel mit China gewisse Anforderungen gelten, zeigt der Fall Eswatini. Das kleine Land im Süden Afrikas soll als einziges afrikanisches Land nicht in den Genuss von chinesischer Zollfreiheit kommen. Im Unterschied zu den anderen 53 Staaten Afrikas pflegt das Königreich enge diplomatische Beziehungen mit Taiwan und ist wirtschaftlich eng mit dem Inselstaat verflochten. Mit dem Ausgrenzen Eswatinis zeigt Chinas Regierung, dass Solidarität und Wachstum an Chinas diplomatische Prioritäten gebunden sind.

epa06680699 A handout photo made available by Taiwan's Presidential Office shows Taiwan's President Tsai Ing-wen (2-L) watching Swaziland's King Mswati III (2-R) cutting a birthday cake ...
Taiwans Ex-Präsidentin Tsai Ing-wen auf Besuch bei König Mswati III. zum 50. Geburtstag Eswatinis.Bild: KEYSTONE

Profitieren die afrikanischen Staaten davon?

Wie Rolf Langhammer in der FAZ meint, ändere sich an den Handelsbeziehungen durch die Zollerleichterung nicht viel. Es gehe für Afrika um die drei Industrien: Rohstoffe, Textil und Landwirtschaft. In erster Linie würden chinesische Investoren im Textilbereich von der Zollsenkung profitieren.

Fast zwei Drittel der exportierten Waren aus Afrika sind Rohstoffe wie Rohöl, Gold, Kupfer, Eisen und Aluminium. Die Zölle auf Rohstoffe sind jedoch heute schon niedrig. Auch hier handle es sich bei vielen Exporteuren um chinesische Investoren, die Minen in Afrika besitzen.

In der Landwirtschaft seien andere Handelshemmnisse wie Nahrungsmittelstandards wichtiger als Zölle. China verfügt über strikte Vorschriften zur Einfuhr von Nahrungsmitteln, welche nicht gelockert werden. Laut Kapstädter Handelsökonomen Eckart Neumann seien auch in der Industrie afrikanische Hersteller auf dem chinesischen Markt meistens nicht wettbewerbsfähig, ungeachtet dessen, ob Zölle anfallen oder nicht.

Klar ist jedoch auch, dass afrikanische Länder sehr unterschiedlich starke Wirtschaftsräume darstellen und somit auch unterschiedlich stark von Chinas Null-Zoll-Politik profitieren werden. Wirtschaftlich stärkere Länder wie Marokko oder Südafrika werden das Abkommen vielleicht nutzen können, um die hohen US-Zölle zu umgehen. Wirtschaftlich ärmere Länder wie Liberia werden sich laut von Staden schwertun, über die Registrierung von Schiffen hinaus zu einem Handelspartner für China zu werden. (nil)

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