Wirtschaft
International

Indonesien beruhigt Touristen wegen Strafen für unehelichen Sex

Indonesien versucht Touristen wegen Strafen für unehelichen Sex zu beruhigen

12.12.2022, 13:3612.12.2022, 17:24
epa09926111 Tourists walk at a beach in Kuta, Bali, Indonesia, 04 May 2022. The Indonesian government is allowing fully vaccinated tourists to enter the country without quarantine and has also granted ...
Verunsichert: Touristen in Bali. Bild: keystone

Nach Diskussionen über künftige Strafen für unverheiratete Paare in Indonesien bemüht sich die Regierung um Schadensbegrenzung in der Tourismusbranche.

Ausländische Besucher, die miteinander Urlaub in Indonesien machen, müssten nicht befürchten, etwa wegen Geschlechtsverkehrs oder Zusammenlebens ausserhalb der Ehe belangt zu werden, erklärte der Vize-Justizminister des südostasiatischen Inselstaats, Edward Hiariej, am Montag.

Laut Gesetzesentwurf dürfe die Polizei nur Ermittlungen aufnehmen, wenn ein Familienmitglied eine Beschwerde einreiche, also etwa die Eltern eines Unverheirateten. Diese Bestimmungen würden verhindern, dass örtliche Behörden oder Ordnungshüter unverheiratete zusammenwohnende Paare verfolgten, ergänzte Hiariej.

Hintergrund sind Gesetzesreformen im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, die das Parlament in der vergangenen Woche abgesegnet hatte. Mit ihrem Inkrafttreten 2025 wird sich die Gesetzeslage für unverheiratete Paare drastisch verschärfen: Sex ausserhalb der Ehe wird verboten und mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft. Auch zusammen wohnen dürfen Unverheiratete dann nicht mehr. Menschenrechtler kritisieren das geplante Gesetz als tiefen Eingriff in die Rechte und Freiheiten der Bürger.

Am Sonntag hatte Balis Gouverneur Wayan Koster unterstrichen, dass die Provinzverwaltung weiter die Daten über den Ehestatus von Besuchern vertraulich behandele und diese auch nicht bei der Ankunft an Unterkünften der beliebten Ferieninsel abgefragt würden. Nach mehr als zwei verlustreichen Pandemiejahren hofft Indonesiens Tourismusbranche – allem voran mit Bali als Top-Ziel – auf viele Urlauber zur anstehenden Weihnachts- und Jahreswechselzeit. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
AfD knackt erstmals die 30-Prozent-Marke – Union sackt ab
Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage bundesweit erstmals die 30-Prozent-Marke – und die Union fällt gleichzeitig auf ein Tief.
Die AfD legt im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu, CDU und CSU verlieren einen Punkt und kommen nur noch auf 18 Prozent. Damit liegt die AfD in der Erhebung des Insa-Instituts für «Bild» zwölf Punkte vor der Union von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Zur Story