Wirtschaft
International

Präsident Sri Lankas verhängt nach Protesten Ausnahmezustand

Präsident Sri Lankas verhängt nach Protesten Ausnahmezustand

02.04.2022, 18:0802.04.2022, 18:08

Nach Unruhen in der Hauptstadt Sri Lankas hat Präsident Gotabaya Rajapaksa am Freitag den Ausnahmezustand ausgerufen. Zuvor war bereits die Polizei- und Militärpräsenz auf den Strassen des südasiatischen Inselstaats erhöht worden.

Hunderte Demonstranten hatten am Donnerstag versucht, das Haus des Präsidenten zu stürmen. Anlass der Proteste ist die Wirtschaftskrise in dem 22-Millionen-Einwohner-Land.

Sri Lanka leidet unter schwerwiegenden Engpässen bei lebenswichtigen Gütern, drastischen Preiserhöhungen und lähmenden Stromausfällen und erlebt damit den schmerzhaftesten wirtschaftlichen Abschwung seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1948. Viele befürchten, dass das Land seine Schulden nicht mehr bedienen kann.

Bei den Unruhen am Donnerstagabend marschierten Hunderte Menschen zum Haus des Staatschefs und forderten seinen Rücktritt. Sie setzten zwei Militärbusse und einen Polizei-Wagen in Brand, griffen Beamte mit Ziegelsteinen an und blockierten eine Hauptstrasse nach Colombo mit brennenden Reifen. Sicherheitskräfte feuerten in die Menge und setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinander zu treiben.

Mindestens 54 Menschen seien festgenommen, mehr als 50 Menschen verletzt worden - etwa zur Hälfte Polizisten und Demonstrierende. Das Büro des Präsidenten teilte mit, dass eine Gruppe «organisierter Extremisten» unter den Protestierenden mit dem Krawall begonnen hätte, was zu Gewalt geführt habe. Für Sonntag sind weitere Proteste angekündigt. (viw/sda/apa/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Merz an Putin: «Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!»
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei einem Solidaritätsbesuch in Kiew anhaltende Unterstützung für den Abwehrkampf gegen Russland zugesichert und eindringlich an den russischen Präsidenten appelliert: «Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!» Er sei bereit zu Gesprächen, sagte der Kanzler vor der Ruine der vor wenigen Tagen bei einem Drohnenangriff zerstörten Akademie der Wissenschaften. «Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören.»
Zur Story