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Vielleicht sollte es Thomas Jordan das nächste Mal mit einem Fakevideo versuchen

Nur die Körpersprache stimmt bei Jordan.
Nur die Körpersprache stimmt bei Jordan.Bild: KEYSTONE

Vielleicht sollte es Thomas Jordan das nächste Mal mit einem Fakevideo versuchen

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat eine absolut sinnlose Medienkonferenz abgehalten.
19.03.2015, 11:5519.03.2015, 14:08

Was genau wollte uns der SNB-Präsident mit seiner Medienkonferenz im noblen Baur au Lac genau mitteilen? Zum x-ten Mal erklären, warum er am 15. Januar den Mindestkurs aufgehoben hat? Warum er die paar Ausnahmen von Negativzinsen sorgfältig überprüfen, aber sonst gar nichts ändern will? Oder um ein paar eingebildeten Finanzjournis Gelegenheit zu bieten, ihr Pseudo-Expertenwissen in unverständlichen Fragen vorzutragen? 

Der Auftritt des SNB-Präsidenten ist unfreiwillig zu einer Demonstration der Ohnmacht geworden. Zentralbanker sind nicht – wie seit der Finanzkrise immer wieder behauptet – die neuen Masters of the Universe; und Thomas Jordan sieht auch nicht wirklich aus wie ein Rockstar, ein weiteres Attribut, das den Zentralbankern gerne angehängt wird. Nein, wie Martin Wolf in der neusten «Financial Times» treffend schreibt: Derzeit sind die «Zentralbanker Affen in einer Tretmühle.»

Das ist nicht so böse gemeint, wie es auf das erste Hinhören tönen mag. Barry Eichengreen hat in seinem Buch «Hall of Mirrors» eindrücklich nachgewiesen, dass die Zentralbanker in den letzten Jahren eine Depression verhindert haben. Doch derzeit können sie nicht mehr machen, als diese Depression im Zaum zu halten. Um es mit einem Vergleich auszudrücken: Die Weltwirtschaft ist wie jemand, der sich gegen Grippe geimpft hat. Das Fieber bricht nicht aus, aber die Erkältung wird er trotzdem nicht los. 

Weder mit tiefen oder gar negativen Zinsen können die Zentralbanker mehr erreichen. Um der Weltwirtschaft wirklich wieder auf die Beine zu verhelfen, wären fiskalische Massnahmen nötig; mit anderen Worten: Der Staat müsste eingreifen und massiv in eine moderne Infrastruktur und Bildung investieren. 

Im derzeitigen politischen Umfeld ist dies unmöglich. Obwohl Deutschland gratis Geld aufnehmen könnte und eine marode Infrastruktur hat, besteht das höchste Ziel seines Finanzministers darin, die «schwarze Null» zu verteidigen. Wer heute Investitionen fordert, wird sofort mit dem Totschlag-Argument niedergeknüppelt: «Schulden lassen sich nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen». 

Gegen die grassierende Dummie-Ökonomie ist kein Kraut gewachsen. Das gilt auch für Zentralbanker. Deshalb muss Thomas Jordan weiterhin sinnlose Medienkonferenzen einberufen. Aber vielleicht versucht er es ja mal mit einem gefakten Video.  

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